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Mission: Kräutersammeln

Die charismatische „Kräuterfrau“ Lydia Fritz aus dem Kleinwalsertal hat in Zusammenarbeit mit dem Travel Charme Hotel Ifen Pflegeprodukte aus ausgesuchten Bergkräutern für das hoteleigene Puria Premium Spa entwickelt.

Frau Fritz, seit wann beschäftigen Sie sich mit Kräutern und wo kommt Ihr Fachwissen her?

Seit mehr als zehn Jahren lässt mich das Thema nicht mehr los. Mein Einstieg in die intensivere Beschäftigung waren verschiedene Kräuterkurse z.B. an der Freiburger Heilkräuterschule. Später bewarb ich mich an der Schule für Heilpflanzenkunde, Aromatherapie und Wildniswissen der Kräuterpädagogin Susanne Fischer-Rizzi in Sulzberg und hatte das Glück, als eine von vielen Bewerbern tatsächlich angenommen zu werden. Die Ausbildung dauerte zwei Jahre, in der wir in Gruppen verschiedene Projekte ausgearbeitet haben. Mit vielen meiner „Mitschülerinnen“ pflege ich noch heute eine regen Austausch.

"Kräuterfrau" Lydia Fritz (c) Foto: Travel Charme Hotels & Resorts

"Kräuterfrau" Lydia Fritz (c) Foto: Travel Charme Hotels & Resorts

Wichtig ist aber auch, dann man nach eine solchen Ausbildung seine eigenen Wege geht und sich nicht allzu abhängig macht von einem Ausbilder oder einer Schule.

Wie ist die Kooperation mit dem Travel Charme Ifen Hotel entstanden?

Jemand aus dem Hotel hat erfahren, dass ich in der Kräuter-Ausbildung bin und die damalige Hoteldirektorin kam auf mich zu und fragte, ob ich mir eine Zusammenarbeit vorstellen könnte. Wir arbeiteten dann ein sehr detailliertes Konzept aus, probierten zuerst einiges aus, bis wir Tees, Hydrolate und Massageöle zusammen hatten. Wir fragten uns z.B. wie wir den Heuduft ins Badewasser bekommen und entwarfen eine „Heu-Badebombe“, auch die Hydrolate, die im Ifen-Hotel zur Eröffnung und zum Abschluss einer Behandlung eingesetzt werden, haben wir gemeinsam abgestimmt. Parallel dazu entstand dann meine eigene Kräuterwerkstatt.

Mussten vor der Einführung Ihrer Produkte im Hotel besondere kosmetische oder medizinische Richtlinien z.B. in puncto Verträglichkeit berücksichtigt werden?

Ich glaube, hier gibt es erhebliche Unterschiede in der deutschen und österreichischen Gesetzgebung. Ich persönlich schaue mir natürlich die Kräuter vor der Verarbeitung genau an, auch unter dem Aspekt, welche möglichen unerwünschten körperlichen Reaktionen sie unter Umständen hervorrufen könnten.

Ist die Zusammenarbeit mit dem Travel Charme Ifen Hotel exklusiv oder könnten Sie sich vorstellen, auch mit anderen Hotels zu kooperieren?

Die Zusammenarbeit ist exklusiv für das Ifen Hotel und mehr könnte ich auch nicht beliefern. Ich habe noch eine Kundin im Tal, die eine Massagepraxis betreibt, weil ich möchte, dass auch die Einheimischen meine Produkte genießen können, und dann gibt es ja noch meine eigene Kräuterwerkstatt „Alchemilla Montana“, in welche die Leute mit ihren Beschwerden oder Wünschen kommen können.

Sie sind hauptberuflich noch in Teilzeit als Bankkauffrau in Hirschegg beschäftigt. Möchten Sie irgendwann von Ihrer Tätigkeit als Kräuterfrau leben können?

Für mich ist es ganz wichtig, dass ich durch die Bank eine gewisse finanzielle Unabhängigkeit genieße und das Kräutersammeln locker angehen kann. Wenn ich verkaufen müsste, um zu überleben, wäre der Druck für mich zu hoch. Jetzt nutze ich jede freie Minute um mich den Kräutern zu widmen und alte Bücher zu studieren. Die Tätigkeit als Kräuterfrau sehe ich als Lebensaufgabe, die nie abgeschlossen sein wird.

Frau Fritz, vielen Dank für das Gespräch.