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Global Spa Summit 2013: Wellness must include a happy mind!

Es war die Sensation auf dem Global Spa & Wellness Summit 2013, der vom 4. – 7. 10. in New Delhi stattfand: ein ganzheitliches Wellnessverständnis wird zum zentralen Thema weltweit. Gleichzeitig wird eine strikte Trennung von medizinischen und Wellness-Dienstleistungen gefordert, um Sicherheit für die Anbieter und Klarheit für den Verbraucher zu schaffen.

Wellness Tourismus statt Medical Travel, heißt die Devise

Medical Wellness, wie es sich bereits im deutschen Sprachgebrauch eingebürgert hat, wird damit ad absurdum geführt. Die Organisatoren des GSWS bestehen auf einer klaren Abgrenzung der beiden Segmente: Auf der einen Seite stehen präventive Maßnahmen im Rahmen eines ganzheitlichen Wellness-Konzeptes, auf der anderen Seite rein medizinisch bedingte Reisen ohne touristischen Grund.

Global Spa & Wellness Summit 2013, Lara and Chico, Five Elements Bali (c) Foto: GSWS

Global Spa & Wellness Summit 2013, Lara and Chico, Five Elements Bali (c) Foto: GSWS

Konsequenter Weise wurde der Titel der internationalen Veranstaltung bereits im letzten Jahr vom Global Spa Summit um den Wellness Begriff erweitert. Erschwert wird eine Differenzierung allerdings durch den in Europa üblichen Begriff des Gesundheitstourismus. Hier finden sich die unterschiedlichsten Angebote, von der ärztlich begleiteten Badekur, Präventionsangeboten und regionale Heilmitteln. Somit wird es noch viel Diskussionsbedarf und vermutlich auch Konfliktstoff geben.

Neue SRI-Studie veröffentlicht gigantische Wachstumsraten

Orphelia Yeung präsentierte eine brandneue SRI-Studie mit dem Titel „Global Wellness Tourism Economy“, an der sie mehr als ein Jahr gearbeitet hat. Bevor sie mit ihren Recherchen beginnen konnte, stand für sie allerdings erst einmal vor der Herausforderung, den Wellness-Reisenden als solchen zu definieren.

Heraus kamen zwei Gruppen: einmal diejenigen, für die ein Wellness-Urlaub oder ein Präventionsangebot ausschlaggebend für die Auswahl von Art und Ziel der Reise ist. Deren Anteil liegt insgesamt allerdings gerade einmal bei 15%. Der Rest beschäftigt sich mit Wellness in jeder Form, von einer Anwendung bis hin zu einem Thermenbesuch, spontan im Rahmen einer Reise.

Das Ergebnis der Studie ist beeindruckend. Der Globale Markt im Wellness-Tourismus hat ein Volumen von 439 Milliarden US$; das sind 1 von 7 im Tourismus ausgegebenen Dollars. Doch es kommt noch besser: das Wachstumspotential bis 2017 wird von SRI auf annähernd 50% Zuwachs und einem Umsatz von 678, 5 Milliarden US$ geschätzt. Wie man sieht: es geht darum, einen großen Kuchen zu verteilen. Ob sich die Mediziner oder die Mitglieder der Medical Tourism Association von den Wellness-Experten und Touristikern die Butter vom Brot nehmen lassen, steht zu bezweifeln.

Indien mit Ayurveda als DIE Wellnessdestination

377 Delegierte waren zum GSWS nach New Delhi gekommen, um sich mit der Zukunft der gesamten Branche zu beschäftigen. Gastland Indien hatte sich aktiv um die Ausrichtung des GSWS 2013 beworben. Nach großen Erfolgen mit der „Incredible India“-Werbekampagne laufen Bestrebungen, No. 1 im Wellness-Tourismus weltweit zu werden.

Gruppenfoto GSWS 2013 (c) Foto: GSWS

Gruppenfoto GSWS 2013 (c) Foto: GSWS

Angebote in Indien sind bereits vielfältig vorhanden, andere singuläre Projekte wie das VANA-Resort befinden sich in der Eröffnungsphase. Vor allem aber birgt Indien den großen Schatz einer 5.000 Jahre alten Heilkunst –  Ayurveda, die Lehre vom Leben. Hier liegt eine große Chance, diese zum Fundament für ein ganzheitliches Wellness-Konzept oder zu einem neuen Lifestyle-Konzept zu machen.

Allerdings beäugen die Ayurveda-Ärzte den Wellness-Rummel argwöhnisch als alten Wein in neuen Schläuchen, wie es bei einigen Referenten deutlich zu vernehmen war.

Der Dalai Lama beim GSWS 2013: „Wellness must include a happy mind!“

Der Dalai Lama beim GSWS 2013: "Wellness must include a happy mind!" (c) Foto: GSWS

Der Dalai Lama beim GSWS 2013: „Wellness must include a happy mind!“ (c) Foto: GSWS

So unterschiedlich die Herkunft und die Profession der 360 Gäste beim GSWS 2013 waren, am Schluss waren sich alle einig: Wellness Tourismus bietet unglaubliches Potential, rund um den Globus. Sich hier und da ein wenig Wellness abzuholen, reicht in keinem Fall.

Wellness ist ein ganzheitliches Konzept (c) Foto: GSWS

Wellness ist ein ganzheitliches Konzept (c) Foto: GSWS

Wellness ist ein ganzheitliches Konzept, davon ist auch H.H. der Dalai Lama überzeugt, der die Delegierten mit seiner Ausstrahlung und seinem Humor beeindruckte. Ausschlaggebend ist die richtige Balance von Körper und Geist. Wellness hat aus seiner Sicht viel mit Selbstvertrauen zu tun und kann helfen, eingefahrene Wege zu verlassen. Auf die Frage, ob er schon einmal in einer heilkräftigen Quelle gebadet hat und wie die Wirkung war, antwortete er ganz simpel: „It just feels well!“ So einfach kann Wellness sein.

Ausblick: Global Spa & Wellness Summit 2014 in Marrakech

Wir dürfen gespannt sein, welchen Weg der Wellness-Tourismus in den nächsten Jahren einschlägt. Für den Global Spa & Wellness Summit ist das Ziel klar. Er wird 2014 in Marrakech stattfinden.

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