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Spa Studienreisen – Was können wir von asiatischen Spas lernen?

Seit dem Jahr 2007 reise ich immer wieder mit kleinen Gruppen von Hoteliers, Spa Managern, Architekten, Thermenbetreibern und anderen interessierten Spa-Professionals zu den Hot Spots der Spa Szene. Bisher haben wir bereits Thailand, Singapur und Bali bereist. Im kommenden Mai geht es dann nach Vietnam.

Auch wenn ich schon viele Male in diesen Ländern unterwegs war, bin ich doch immer wieder von deren Spas fasziniert. Vor allem in den Bereichen Authentizität, Architektur, Raumerlebnis, Gastservice und Spa Rituale, bzw. Behandlungszeremonien sind Spas in Asien häufig hervorragend aufgestellt. Hier kann man sich von vielen kleinen wie großen Dingen inspirieren lassen.

Mandara Spa Bangkok (c) Foto: Sylvia Glückert

Mandara Spa Bangkok (c) Foto: Sylvia Glückert

Im Austausch mit den Besten

Ob Six Senses, Aman, Alila, Chiva Som, M-Spa oder Hyatt, immer werden wir bei unseren Exkursionen herzlich aufgenommen und dürfen hinter die Kulissen dieser preisgekrönten Anlagen sehen. Im Austausch mit Spa Managern, Hoteldirektoren und anderen Spa Spezialisten lassen sich dabei immer wieder Parallelen aber auch Unterschiede zu heimischen Spas feststellen. So ist es beispielsweise für asiatischen Spas ebenfalls sehr schwer geworden gute Mitarbeiter zu finden. Dies liegt vor allem an den mangelhaften Ausbildungen und den fehlenden Sprachkenntnissen der Therapeuten.

Firmeninterne Aus- und Weiterbildung

Viele Spas betreiben daher eigene Spa-Akademien und Sprachkurse, um ihr Personal auf das notwendige Qualitätsniveau zu bringen. Auch die Bezahlung guter Therapeuten hat sich in den letzten Jahren wesentlich verbessert. Trotzdem bleibt die Fluktuation hoch.

Dies liegt vor allem an neuen Spa-Märkten im arabischen Raum, die gut ausgebildete Spa-Therapeuten und Spa-Manager aus Asien abwerben. Ein wesentlicher Unterschied zwischen asiatischen und europäischen Spas sind hingegen die Personalkosten. Sie betragen in Asien in der Regel (je nach Spa-Kategorie und Region) nur zirka 10-20% des Umsatzes. Ein Wert von dem europäische Spas nur träumen können.

Earth Spa Hua Hin (c) Foto: Sylvia Glückert

Earth Spa Hua Hin (c) Foto: Sylvia Glückert

Achtsame Spa Treatments

Immer wieder begeisternd sind die vielen Spa Treatments, die man bei einer solchen Reise erleben kann. In Asien gibt es eine lange Tradition Gäste mit perfektem Service und einzigartigen Entspannungszeremonien zu verwöhnen.

Wer einmal die Gelegenheit hatte ein perfekt ausgeführtes Spa-Ritual zu erleben, wird diese einmalige Erfahrung sicherlich noch lange im Gedächtnis behalten. Nie hört man die Schritte des Therapeuten, nie wird der Körperkontakt abgebrochen, nie gibt es eine Unterbrechung im Fluss der Bewegungen, stets ist man perfekt abgedeckt, immer fühlt man sich wohlig und umsorgt.

Gerade in den buddhistisch geprägten Ländern ist der Gastservice besonders ausgeprägt und authentisch. Die Freundlichkeit, Aufmerksamkeit, Achtsamkeit, Zuvorkommenheit, Sorgfalt und Perfektion im Umgang mit dem Gast sind unübertroffen und bietet viele Möglichkeiten für das eigene Unternehmen zu lernen. Selbstverständlich lassen sich die gemachten Erfahrungen nicht immer 1:1 übertragen. Trotzdem können Spa Studienreisen eine große Inspiration für den eigenen Betrieb sein.

Erfahrungsaustausch im Mandara-Spa, Bangkok (c) Foto: Sylvia Glückert

Erfahrungsaustausch im Mandara-Spa, Bangkok (c) Foto: Sylvia Glückert

Spa-Architektur – Inspirierende Raumgestaltung

Auch in Sachen Raumerlebnis kann man von asiatischen Spas viel lernen. Wie kaum in einer anderen Region der Erde wird es dort verstanden, dem Gast ein architektonisches Aha-Erlebnis zu bieten ohne protzig oder übertrieben zu wirken. Ob hochwertig traditionell oder modern und stylisch gestaltet – betritt man asiatische Spa-Resorts wird man zumeist bereits auf eine Reise zu sich selbst geschickt. Schon der Weg zum Spa wird in vielen Fällen als ein meditatives Erlebnis inszeniert.

Egal ob Wandelgänge mit duftenden Pflanzen, Stege über blühende Wassergärten oder Barfußpfade mit haptischen Belägen, stets wird sich Gedanken darüber gemacht, wie man den ankommenden Gast auf sein Spa-Erlebnis einstimmen kann. Auch die Empfangsbereiche beeindrucken zumeist durch besondere Raumhöhen, Weitläufigkeit und Luftigkeit.

Dies setzt sich in den Treatmenträumen fort. Hier wird nichts dem Zufall überlassen. Materialien, Lichtstimmung und Roomsetting sind perfekt aufeinander abgestimmt und bieten dem Gast so eine faszinierende Inszenierung. Auch wenn die exotische Umgebung natürlich einen großen Anteil am Erlebnis in asiatischen Spas hat, so kann man doch auch in diesem Bereich wieder viele Inspirationen in abgewandelter Form für seine eigen Anlage nutzen.

Earth Spa by Sixsenses, Hua-Hin (c) Foto: Sylvia Glückert

Earth Spa by Sixsenses, Hua-Hin (c) Foto: Sylvia Glückert

Spa-Hot Spot: Vietnam

Neben Thailand und Bali ist Vietnam das neue Zentrum der asiatischen Spa Szene. Hier sind in den letzten Jahren atemberaubende Anlagen entstanden. Vor allem aus Thailand und Singapur wurde viel Know-How nach Vietnam transferiert. Viele Investoren und renommierte Spa Betreiber aus diesen Ländern haben in Vietnam ihre neusten Ideen und Design-Konzepte realisiert.

Hinzu kommt, dass die vielen Einflüsse, denen Vietnam schon seit vielen Jahrhunderten ausgesetzt ist, eine ideale Basis bieten. Verschmelzen in diesem Land doch buddhistisches Wissen, thailändische Einflüsse, chinesische TCM und französischer Kolonialismus zu einer ganz eigenen Spa Kultur.

Somit wird die kommende Reise etwas ganz besonderes. Wir werden wieder mehr als 20 Spas besuchen. Und wo sonst auf der Welt kann man schon ein Luxus-Resort erleben, in dem alle Spa Treatments inkludiert sind? Oder ein Spa in dem alle Therapeuten blind sind? Es wird ganz sicher wieder sehr spannend.

The Nam Hai, Vietnam (c) Foto: Sylvia Glückert

The Nam Hai, Vietnam (c) Foto: Sylvia Glückert

Studienreisen als Ideengenerator

Bei der Spa Studienreise steht der Input im Vordergund – es handelt sich daher nicht um eine reine Vergnügungsreise. Meist muss früh morgens aufgestanden werden, um die oft 3-4 Besichtigungen am Tag zu bewältigen.

Expertenmeetings, ein Spa-Cuisine Kochkurs und der Besuch regionaler Kräuterhäuser, Heiler oder Apotheken ergänzen diesen straffen Zeitplan. Die Reisen sind voll steuerlich absetzbar und viele Hotels übernehmen sogar die Kosten für ihre Führungskräfte. Diese kommen dann mit vielen Ideen und Inspirationen zurück und bringen so der eigenen Spa Anlagen viele Vorteile.

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