FachBlog

Craniosacrale Therapie – mit sanften Berührungen alles durcheinander bringen

Die Craniosacrale Therapie als Teilgebiet der Osteopathie, ist eine alternative Heilmethode und hat sich zum Ziel gemacht, die inneren Blockaden im Körper zu lösen und die Energie fliessen zu lassen.

Grundlagen

Das von Dr. Andrew T. Still entdeckte und von Upledger und Sutherland weiterentwickelte craniosacrale System besteht aus Schädel (lat. Cranium) und Kreuzbein (lat. Sacrum). Beide Strukturen spielen eine zentrale Rolle in dieser alternativen Behandlungsform.

Weiteren Einfluss üben die Wirbelsäule sowie Hirn- und Rückenmarkshäute inklusive ihrer Flüssigkeit (lat. Liquor) aus. In dieser Therapieform ist der Fluss des Gehirnwassers von großer Bedeutung. Er trägt entscheidend für das Wohlbefinden des Menschen bei. Dieser Fluss pulsiert in einem Rhythmus von ca 6-10 Zyklen pro Minute beginnend im Schädel bis in die Extremitäten auslaufend. Liegen Störungen im Körper vor, so ist auch dieser Rhythmus gestört.

Craniosacrale Therapie © dalaprod - Fotolia.com

Craniosacrale Therapie © dalaprod – Fotolia.com

Aufgabe und Ziel der Behandlung

Die Aufgabe während dieser Behandlung besteht darin, Blockierungen des Rhythmus aufzuspüren und diese durch verschiedene Griffe an Schädel, Wirbelsäule oder Kreuzbein zu lösen. In der Behandlung wird mit sanften „Druck“ an verschiedenen Körperregionen gearbeitet, sodass unter anderem unser eigenes Körperbewusstsein sehr intensiv geschult wird. Es kommt zur Aktivierung der Selbstheilungskräfte und die körpereigene Heilung kann beginnen.

Der Kunde erlebt während der gesamten Behandlung völlige Entspannung. Bedingung ist, neben dem fachspezifischen Wissen des Therapeuten, völlige Ruhe in unmittelbarer Umgebung. Es bedarf keiner Entspannungsmusik, wie es sonst bei typischen Wellnessbehandlungen der Fall ist. Dass der Behandlungsraum gut gelüftet und warm ist, versteht sich von selbst.

Behandlung

Für den Kunden, aber auch für den Therapeuten, ist bereits die Einführung wohltuend. „Ankommen“ heisst hier das Ziel in einer bequemen Ausgangslage für den leger gekleideten Kunden.

Der Kunde soll sich nur auf sich selbst konzentrieren – was er spürt, was in seinem Körper passiert; sei es auf körperlicher, wie auch auf emotionaler Ebene. Sätze wie „Lass Dich ausrichten, entspanne Dich und nimm Deinen Körper wahr“ helfen beim Einstieg. Für den Therapeuten ist es die Phase der Evaluation. Wie stellt sich der Rhythmus dar, wie ist seine Frequenz und Qualität.

Der Therapeut berührt den Kunden an verschiedenen Stellen des Körpers, nimmt leichten Kontakt auf und spürt den Rhythmus auf eine sanfte Art und Weise nach.

Es folgen Mobilisationstechniken am Kreuzbein und der Wirbelsäule, Entspannungsgriffe gegen fasciale Restriktionen, sowie Cradle Hold und Lifts, Compressions und Dekompressionstechniken am Schädel. Stillpunkte werden gesetzt.

Mit jeder befundgerechten Technik, jeder Berührung des Therapeuten, gelangt der Kunde in sein Inneres; erlebt seinen Körper von einer vielleicht ganz anderen Seite. Erlebnisse aus der tiefsten Vergangenheit rücken in den Vordergrund, alte Geschehnisse werden wieder präsent. Warum? Darüber muss jeder Behandelte nachdenken. In einem Abschlussgespräch werden die zahlreichen Empfindungen und Erlebnisse, positiv wie auch negativ, zwischen Kunde und Therapeut ausgetauscht.

Anwendung

Die Anwendungsbereiche der Craniosacralen Therapie sind vielseitig. Folgend wird nur ein kleiner Teil erwähnt :

  • (nicht verarbeitete) Traumata und Schockzustände
  • Schmerzzustände
  • emotionaler Stress, Erschöpfungsbeschwerden, Schlafstörungen
  • Kopfschmerzen, Migräne
  • Hyperaktivität bei Kindern
  • Stress und Burnout-Syndrome

Resümé

Diese Behandlungsmethode wird sich immer mehr als eigenständige Behandlungsform etablieren. Zugegeben, viele Kunden werden die craniosacrale Therapie als Wellnessbehandlung erspüren, aber mit einem wichtigen Hintergrund. Sie tun etwas für sich selbst und ihren Körper.

Entscheidend ist, der Kunde muss sich öffnen und auch ein klein wenig sein Inneres preisgeben. Als Therapeut muss man wachsam sein, alles aufmerksam wahrnehmen und mit dem Erlebten respektvoll umgehen.

Wie sieht es mit Ihnen aus? Lassen Sie sich darauf ein ?

Weiterführende Links: