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Spa-Management-Tool: Die Ergebnisse der Wellness & Spa Benchmark Analyse 2015

Benchmarking ist mittlerweile ein unverzichtbares „Muss“, um im Wellness- und Spa-Bereich erfolgreich zu sein. Die Ergebnisse der Wellness & Spa Benchmark Analyse 2015 liegen vor und sind keine Überraschung! Nehmen wir die Zahlen etwas genauer unter die Lupe.

Benchmarking als unverzichtbares Management-Tool

Die eigenen Zahlen zu kennen und sich mit anderen vergleichbaren Betrieben zu messen stellt eine wichtige Basis für operative als auch strategische Entscheidungen dar – egal ob innerhalb einer Kooperationsgruppe, gegenüber regionalen Mitbewerbern oder im österreichweiten Vergleich.

Benchmarking ist mittlerweile auch in der Spa-Branche ein "Muss", um erfolgreich zu sein. Foto: fotolia, Rawpixel

Benchmarking ist mittlerweile auch in der Spa-Branche ein „Muss“, um erfolgreich zu sein. Foto: fotolia, Rawpixel

Doch Vorsicht: Äpfel nicht mit Birnen vergleichen!

Wenn Sie sich vergleichen ist es in jedem Fall wichtig, dass Sie darauf achten, woher die Benchmarks stammen und dass einheitlich aufbereitetes Zahlenmaterial aus vergleichbaren Betrieben für die Benchmarking-Arbeit gegenüber gestellt wird. Kohl & Partner empfiehlt daher, vor dem Vergleich mit den mehrfach am Markt befindlichen Benchmarks, diese hinsichtlich folgender Punkte genau zu prüfen:

  • Größe der evaluierten Betriebe (Zimmer und Betten)
  • Offenhaltetage bzw. Saison- oder Ganzjahres-Betriebe
  • Spezialisierung der Betriebe (Stadthotels, Ferienhotels mit Wellness oder spezialisierte Wellness- & Spa-Hotels)
  • Datum der erhobenen Benchmarks
  • Herkunft der Benchmark-Daten (seriöse Datenquelle)

Vorsicht ist auch bei länderübergreifenden Vergleichen geboten! Vor allem die Daten aus Deutschland und der Schweiz beinhalten meist „Umlagen“ – also Umsatzanteile, die vom Logisumsatz auf die Wellnessabteilung umgelegt werden. Somit erhalten Sie aufgrund der Umlage von indirekten Erlösen aus dem Logisanteil ein aufgewertetes Wellness- und Spa-Ergebnis.

Details zur Wellness & Spa Benchmark-Analyse 2015 von Kohl & Partner

Die Benchmark-Betriebe der „Wellness & Spa Benchmark-Analyse 2015“ sind im überwiegenden Teil (rd. 95% der Betriebe) dem Qualitätssegment der 4-Sterne und 4-Sterne Superior Kategorie zuzuordnen und es handelt sich um spezialisierte Wellness- und Spa-Hotels. Über 80% der befragten Betriebe werden derzeit als Ganzjahres-Betriebe geführt.

Der angegebene Durchschnittswert bezieht sich auf den Mittelwert aller ausgewerteten Betriebe. Um ein repräsentatives Ergebnis zu erhalten, wurde die Auswertung um etwaige Ausreißer bereinigt. Alle Werte sind in Netto angegebenen und beziehen sich auf das Wirtschaftsjahr 2013/2014.

Die wichtigsten Entwicklungen 2015

1. Wellness-Erlöse: Anteil am Gesamtumsatz steigt nach wie vor mit dem Spezialisierungsgrad

Eine verstärkte Differenzierung im Wellness- und Spa-Segment ist erkennbar. Je höher der Profilierungs- und Differenzierungsgrad eines Wellness-Hotels, desto höher sind die möglichen Erlöspotenziale. Durch den ansteigenden Spezialisierungsgrad der Betriebe ist eine Erhöhung der Wellness-Erlöse in % der Gesamterlöse feststellbar:

  • Im Durchschnitt annähernd 10% Wellnessanteil am Gesamtumsatz
  • Hoch spezialisierte Wellnessbetriebe erreichen Werte zwischen 22% und 34% (Best Practice)
Im Durchschnitt beträgt der Wellnessanteil 10% am Gesamtumsatz. Foto: Kohl & Partner

Im Durchschnitt beträgt der Wellnessanteil 10% am Gesamtumsatz. Foto: Kohl & Partner

2. Auch anno 2015 im Brennpunkt: die Höhe der Mitarbeiterkosten

Hauptkostenfaktor im Wellness- und Spa-Bereich stellen nach wie vor die Mitarbeiterkosten dar. Die personalintensiven Behandlungen bzw. Anwendungen führen zu Mitarbeiterkosten von 52% im Durchschnitt der gesamten Wellness-Erlöse.

Im Brennpunkt aufgrund der personalintensiven Behandlungen: die Mitarbeiterkosten. (Auswertung Februar 2015) Foto: Kohl & Partner

Im Brennpunkt aufgrund der personalintensiven Behandlungen: die Mitarbeiterkosten. (Auswertung Februar 2015) Foto: Kohl & Partner

  • Ein Rückgang der Mitarbeiterkosten (relativ – in % der Wellness-Erlöse) ist somit nicht nur bei zunehmender Betriebsgröße erkennbar, sondern auch im Vergleich zu den Kennzahlen von 2010, wo der Durchnitt bei rund 57% der gesamten Wellness-Erlös lag.
  • Der Mitarbeitereinsatz im Wellness- und Spa-Bereich erfordert aufgrund des hohen Anteils am Wellness-Umsatz eine gezielte Mitarbeitereinsatzplanung in Verbindung mit klaren Produktivitätszielen für das gesamte Spa-Team.

3. Wellnessflächen pro Zimmer vs. Wirtschaftlichkeit

Auch in der Erhebung 2015 stellt sich heraus, dass Österreich im Bereich der Wellness- und Spa-Flächen mit Sicherheit weltweit zu den „Spitzenreitern“ gehört – aus Gästesicht sehr positiv, aus betriebswirtschaftlicher Sicht des Hoteliers keine leichte Situation.

Österreich zählt im Bereich der Wellness- & Spa-Flächen weltweit zu den "Spitzenreitern". Foto: Kohl & Partner

Österreich zählt im Bereich der Wellness- & Spa-Flächen weltweit zu den „Spitzenreitern“. Foto: Kohl & Partner

Auch innerhalb der letzten Jahre hat Kohl & Partner einen Flächen-Anstieg der Wellness- und Spa-Bereiche festgestellt, dies beruht vor allem auf dem Ausbau der Ruhe- und Liegeflächen. Auch wenn dieser Ausbau begrüßenswert ist, darf die Wirtschaftlichkeit nicht aus den Augen verloren werden. Im Rahmen von Neubau-Projekten sollte in jedem Fall sehr vorsichtig mit den Vergleichswerten (z.B. Wellnessfläche pro Zimmer) umgegangen werden. In erster Linie soll eine wirtschaftlich sinnvolle Größe angestrebt werden – stets mit dem Hintergedanken, welchen Stellenwert Wellness im Gesamt-Betrieb hat und welche Gesamt-Strategie inklusive Positionierung verfolgt wird.

Mit durchschnittlich 36 m² Wellnessfläche pro Gästezimmer gehört Österreich hier sicherlich zu den vermeintlichen „Spitzenreitern“. Das schon vor einigen Jahren getätigte Zitat von Susie Ellis von Spafinder.com hat somit mehr denn je seine Richtigkeit.

Austria is the most overbuilt and most undersold country in the world

Das Ziel, die Capture Rate (wie viele im Haus befindliche Gäste buchen mein Spa-Angebot) zu ermitteln, war aufgrund des nur zum Teil dazu nötigen Zahlenmaterials im Rahmen der heurigen Auswertung noch nicht möglich. Die in Relation zum derzeit ermittelten Wellness- und Spa-Umsatz viel aussagekräftigere Zahl der Capture Rate wird in die Benchmark-Erhebung 2016 einfließen.

Fazit zu der Wellness- & Spa-Benchmark Erhebung 2015

Mit Sicherheit sind Benchmarks kein Allheilmittel zur wirtschaftlichen Führung von Wellness- und Spa-Bereichen. Jedoch können Branchenrichtwerte als unterstützendes Instrument für die professionelle, zahlenbasierte Planung und Führung eingesetzt werden. Ob im Rahmen der täglichen (operativen) Tätigkeit, als auch bei strategischen Entscheidungen (z.B. Neubau, Investition & Erweiterung) stellen Branchenvergleichswerte eine fundierte zusätzliche Orientierungshilfe für Spa-ManagerInnen und die Unternehmensführung dar.

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