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Sprechen Sie Wellness? Oder wollen Sie im Internet gefunden werden?

Stellen Sie sich vor: Sie bekommen eine E-Mail von Ihrer Mutter, die im wohlverdienten Wellnessurlaub entspannt. Der Inhalt:

Hallo mein liebes Kind,

Ich genieße meinen Wellnessurlaub im XXXXX sehr und habe das breit gefächerte Angebot in der großzügigen „Wohlfühlwelt“ auch schon genützt. Zuerst habe ich mir ein „Lass dich verwöhnen-Paket“ gegönnt, im Anschluss 20 Minuten „Thai Wrap“. „Der duftende Gruß von der Alm“ hat mir besonders gut gefallen. Auch kulinarisch wird mir hier im „Reich des Genusses“ so einiges geboten. Heute stand ein spezielles „Genießermenü“ auf dem Plan. Abends werde ich mich wohl noch in das „Erholungsparadies“ zurückziehen und  die Seele baumeln lassen. Alles in allem: Ich genieße unvergessliche „Wohlfühlmomente“.

Bis bald,

Deine Mama

Hand auf’s Herz: Wissen Sie, wovon Frau Mama konkret spricht? Nein? Dann wissen Sie auch, wie sich die Google-Crawler fühlen, die eine Website mit typischem Wellness-Wording durchsuchen.

Crawler? Was ist das?

Die Rolle eines Crawlers (auch Robot oder Spider genannt) ist schnell erklärt: Google, die weltweit meist genützte Suchmaschine, durchsucht damit das gesamte WWW. Die Crawler sammeln auf Ihrer Seite alle lesbaren Inhalte: Texte, Bildbeschriftungen, Links, in der Programmierung hinterlegte Details des Seitenaufbaus.

Das klingt sehr technisch? Keine Sorge: Sie müssen kein Suchmaschinenspezialist werden, um zu verstehen, warum weniger Wellnesssprache manchmal mehr ist.

Bezeichnungen wie „Erholungsparadies“, „Genießermenü“, „Thai Wrap“ sind schön, aber selten ident mit dem, wonach Ihre zukünftigen Gäste googeln. Denn die sind viel praktischer veranlagt, wenn sie in das Suchfeld tippen. „Hotel mit Fitness“, „Wellnesshotel Thai Massage“, „Wellnesshotel all-inclusive“ heißt es da.

Weniger ist mehr: Mut zur Einfachheit

Der langen Rede kurzer Sinn: Trauen Sie sich, die Dinge beim Namen zu nennen. Lassen Sie die „Wohlfühlwelt“ wieder zum „Wellnessbereich“ werden. Und „der duftende Gruß von der Alm“ ist nur als „klassisches Heubad“ in Suchmaschinen wirksam.

Eine Übung, die Hoteliers und Spa-Managern nicht immer einfach fällt. Da hat man viel Geld und Hirn in sein unverwechselbares Wording gesteckt, sich ganz spezielle Packages ausgedacht, und jetzt soll man im Web wieder alles kippen?

Ja, wenn Sie mit Ihrer Website in der Google-Suche erfolgreich platziert sein wollen. Nehmen Sie Abschied von der werbliche Sprache der Wellnessbranche. Beginnen Sie, so problem- und lösungszentriert zu denken, wie User. Wer „Falten“ hat, sucht nach Lösungen und nicht nach Fantasieworten wie „Jungbrunnen für reifere Haut“.

Richtiges Wording in der Wellnessbranche: Bedenken Sie das Suchverhalten

Woher sollen Sie wissen, wonach Ihre Kunden suchen? Ganz einfach: Versetzen Sie sich in deren Lage. Sie möchten einen Urlaub in einem Wellnesshotel buchen? Was würden Sie eher in das Google-Suchfeld eintippen: „Wohlfühlwelt“ oder „Hotel mit Wellness“? Sie möchten sich über das Wellness- und Spa-Angebot informieren. Was geht leichter von der Hand? „Wohlfühlmomente“ oder „Wellnessbehandlungen“? Na sehen Sie. So einfach ist das.

Mein Tipp: Ich rate zu einem klareren, weniger werblichen Wording bei Spa- und Wellnessdienstleistungen. Ihre Kunden werden es Ihnen danken.