FachBlog

Spa-Inspirationen auf der Insel der Götter

Mit einer Gruppe von 12 Hoteliers, Spa-Managern, Architekten und anderen Spa-Professionals reiste ich im Mai 2012 zur Spa Studienreise nach Bali. Während der Tour besuchten wir in verschiedenen Regionen der Insel 20 atemberaubende Spa-Anlagen unterschiedlichster Art und Konzeption.

Der erschlossene Süden

Unsere Exkursion begann im Süden von Bali. Spas haben hier eine wichtige wirtschaftliche Bedeutung für die 5-Sterne Hotellerie. Anlagen wie das von Super Potato designte Kriya-Spa des Grand Hyatt, das in einem Wassergarten befindliche Remedee Spa des St. Regis und das frisch renovierte, 5000 qm große, Nusa Dua Spa im Nusa Dua Beach Hotel & Spa sind hier federführend. Zu den neusten Anlagen zählt das nördlich des Flughafens gelegene W Retreat Seminyak mit seinem stylischen Away Spa. Seinem jungen und hippen Publikum entsprechend hat dieses Spa täglich 24 Std. geöffnet und verfügt über eine eigene Bar. Wie uns von der Spa Direktorin berichtet wurde, werden gerade Anwendungstermine zwischen 23.00 und 2.00 Uhr stark nachgefragt. Fast schon ein Geheimtipp war unser Besuch im 2010 eröffneten Jari Menari Day Spa. Völlig unscheinbar von außen, eröffnete sich uns im Inneren ein sehr schönes und gut durchdachtes Raumkonzept mit zu einer sanft plätschernden Wasserwand offenen Anwendungsräumen. Diese Bauweise sorgt für ein gutes Raumklima und blendet jegliche Fremdgeräusche völlig aus. Hier konnte man sehen, wie mit verhältnismäßig geringen Mitteln tolle Effekte erzielt wurden. Auch die Anwendungen der ausschließlich männlichen (bestens ausgebildeten) Therapeuten waren erstklassig.

Blick aus der Lobby des Alila Uluwatu auf das Meer (c) Foto: Glückert

Blick aus der Lobby des Alila Uluwatu auf das Meer (c) Foto: Glückert

Landschaftlich besonders beeindruckend waren unsere Spa-Besuche auf dem Uluwatu Felsplateau, das sich über einsamen, weißen Ständen erhebt. Hier besuchten wir so einzigartige Anlagen wie das Bulgari Resort mit seinem exklusiven Spa mit Infinity-Pool und direktem Blick von der Behandlungsliege über die Klippen aufs Meer, das Alila Spa im Alila Villas Uluwatu, welches über eine ganz besondere Architektur verfügt, sowie das Karma Kandara Resort, dessen Karma Spa wie ein Adlerhorst mit atemberaubender Aussicht auf den Klippen thront und zusätzlich über ein Beach Spa am Strand unterhalb des Plateaus verfügt, das über eine Seilbahn erreichbar ist.

Der ursprüngliche Osten und Nordosten

Sehr ursprünglich und erst wenig touristisch erschlossen waren unsere Besuchspunkte im Osten und Nordosten von Bali. Hier ist besonders das Spa Village Tembok hervorzuheben, in welchem alle Gäste des Hauses (nach einer meist langen Anreise) stets mit einem ausführlichen Fußritual und einer Kopf- und Schultermassage in der offenen Lobby des Hotels begrüßt werden. Auch die zum Meer offenen Anwendungs-Gazebos und die vielseitigen Wellness-Aktivitäten überzeugten uns.

Begrüßungsritual im Spa Village Tembok (c) Foto: Glückert

Begrüßungsritual im Spa Village Tembok (c) Foto: Glückert

Angekommen in Ubud, dem kulturellen und spirituellen Zentrum Balis, erwarteten uns weitläufige Spa-Resorts mit teilweise wunderbar in die Natur integrierten Gärten, welche oft direkt in den Dschungel oder in die Reisterrassen der angrenzenden Dörfer übergehen. Zumeist werden hier Zutaten für das Spa und die Resort-Küche direkt in den Anlagen biologisch angebaut. Oft helfen dabei Bauern aus der Umgebung. Das Zusammenleben mit der Dorfbevölkerung wir sehr gepflegt und viele Anlagen unterstützen die umliegenden Dörfer mit eigenen Foundations. Beispielhaft ist hier das Fivelements, welches außerdem auf regionale Heiler und living Food als Schwerpunkte seines ganzheitlichen Konzeptes setzt. Auch das kleine aber feine Uma Ubud, welches zur Familie der Como Shambhala Hotels und Resorts gehört, überzeugt uns neben seinem unschlagbaren Healthfood und erstklassigen Anwendungen mit seinem Engagement für die Natur und die Bevölkerung. Den wohl dramatischsten Zugang zu einem Resort erlebten wir im Four Seasons Resort Sayan, das nur per Brücke über einer tiefen Schlucht zu erreichen ist. Man wandelt auf Höhe der Baumkronen und hat wunderbare Ausblicke in die Tiefe. Auch das Maya Spa, des gleichnamigen Resorts liegt wunderschön an einem Hang, auf Stelzen an und über einem Fluss.

Wandelgang mit Fischteich im Como Spa des Uma Ubud (c) Foto: Glückert

Wandelgang mit Fischteich im Como Spa des Uma Ubud (c) Foto: Glückert

Der krönende Abschluss unserer Reise erwartete uns im Westen Balis in den luxuriösen Alila Villas Soori. Diese nur aus Villen mit eigenen Infinity-Pools mit Meerblick und Butlerservice bestehende Anlage überzeugte uns mit ihrem ganz in Schwarz gehaltenen, puristischen Spa. Dunkelheit und Lichteffekte wurden hier perfekt in Szene gesetzt.

Planung, Umsetzung und Gästeservice

Abschließend ist zu sagen, dass neben der perfekten Inszenierung der Spas durch punktgenaue Planung von Blickachsen und den Einsatz von Naturmaterialien vor allem der einzigartige Gastservice eine Inspiration war. Auch wurden alle Anwendungen stets von Ritualen begleitet und es kamen viele lokale Produkte wie Pflanzen, Blüten und Öle zum Einsatz. Auch das Thema Privat Label wurde von allen Spas sehr geschickt und oft bis hin zu den Amenities in den Zimmern genutzt. Ein wesentlicher Unterschied zwischen europäischen und balinesischen Spas stellte sich bei unserem Spa Business Meeting mit den Spa Managern der besuchten Häuser heraus: die Personalkosten balinesischer Spas liegen im Durchschnitt bei zirka 12%.

Spa Business Meeting Bali (c) Foto: Glückert

Spa Business Meeting Bali (c) Foto: Glückert

Weitere Fotos der von uns auf Bali besuchten Spas finden interessierte SpaCamp-Blog-Leser auf der Facebook Fanpage von WellConsult.