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Extrem-Bergsteiger Thomas Huber von den Huberbuam beim SpaCamp 2012

Lieber Thomas, Du wirst heuer beim SpaCamp 2012 im November einen Impulsvortrag für unsere Teilnehmer mit anschließender Diskussion halten, worüber ich mich auch persönlich sehr freue. Die meisten kennen dich wahrscheinlich aus dem 2007 erschienenen Film „Am Limit“ von Oscar®-Preisträger Pepe Danquart.

Der Film „Am Limit“ zeigt dich gemeinsam mit deinem Bruder Alexander (Huberbuam) beim Versuch, den Rekord im Speed-Klettern an der „Nose“, der 1.000 Meter hohen Granitwand des „El Capitan“ im Yosemite Nationalpark (Kalifornien/USA) zu brechen.

Speedrekord an der Nose (c) Foto: Huberbuam

Speedrekord an der Nose (c) Foto: Huberbuam

Bei den Dreharbeiten 2006 hat sich dein Bruder bei einem Absturz aus 17 m Höhe schwere Verletzungen am Sprunggelenk zugezogen. Und dennoch habt ihr beide ein Jahr später am 8. Oktober 2007 den Speed-Rekord aus dem Jahr 2002 von Hans Florine und Yuji Hirayama mit 2:45,45 gebrochen. Wie es aber bei Rekorden so ist, können sie jederzeit wieder überboten werden, was dann tatsächlich ein Jahr später passiert ist.

Wie schafft man es, mit diesem Wissen, dennoch alles zu riskieren?

Als Hans und Yuji die Wand in 2:48,55 kletterten, hat das damals niemand für möglich gehalten. 1958 brauchten Warren J. Harding, Wayne Merry und George Whitmore noch 47 Tage, um die 1000m hohe Wand zu durchsteigen. Die Kletterwelt war richtiggehend schockiert und alle sagten, dass das schlicht und einfach unmöglich sei. Genau danach suchen Alex und ich unsere Ziele aus. Wir wollen das Unmögliche möglich machen.

Am Gipfel des Holtana, Antarktis (c) Foto: Huberbuam

Am Gipfel des Holtana, Antarktis (c) Foto: Huberbuam

Aber warum geht man dieses Risiko ein?

Ich habe lange gebraucht, bis ich die Antwort auf diese Frage gefunden habe. Es ist die Leidenschaft, die mich antreibt. Es ist die Leidenschaft, körperlich an die absoluten Grenzen zu gehen. Und die Leidenschaft, über diesen Weg immer wieder nach Hause zu finden. Ich bin verheiratet, habe drei wunderbare Kinder und dadurch eine große Verantwortung. Hier ist Vertrauen sehr wichtig. Ich erkläre immer genau, was ich am Berg mache. Und meine Familie weiß auch, dass ich am Berg auch „nein“ sagen kann.

Thomas und Alexander Huber beim Klettern (c) Foto: Huberbuam

Thomas und Alexander Huber beim Klettern (c) Foto: Huberbuam

Beim Klettern muss man sich 100% auf den Partner verlassen können. Wie siehst du den Vergleich zu Unternehmen, die kooperieren oder Menschen, die gemeinsam eine Firma gründen möchten?

Vertrauen zum Partner ist entscheidend wenn man an die Grenzen geht. Beim Klettern hängt davon das Überleben ab – es ist blindes Vertrauen gefragt. Firmenpartner sind zwar nicht mit einem Seil verbunden, aber als Metapher stimmt das auch hier. Der Erfolg hängt schlichtweg davon ab, wie gut Menschen miteinander harmonieren und wie gut sie auch gemeinsam durch schwierige Zeiten gehen können. Ein guter Partner ist jemand, der die eigenen Gefühle genau nachempfinden kann.

Es gibt sehr viele Analogien zwischen Berg und Unternehmen. Bei beidem geht es um Risikomanagement, neue Wege, Ziele erreichen und den Mut zu haben, Visionen auch in die Tat umzusetzen. Viele sehen eine Niederlage einfach nur als Niederlage und fallen in Depression. Aber wenn man an einer Niederlage auch positives entdeckt, dann ist das Stärke und es geht meist schnell wieder nach oben.

Extrembergsteiger Thomas Huber (c) Foto: Huberbuam

Extrembergsteiger Thomas Huber (c) Foto: Huberbuam

Auf was können sich die Teilnehmer sonst noch beim SpaCamp 2012 bei Ihrem Impulsvortrag freuen?

Ich werde eine spannende Bergsteigergeschichte erzählen. Lasst Euch überraschen! 🙂

Vielen Dank für das Interview und bis bald beim SpaCamp 2012!

Wann genau Thomas Huber seinen Impulsvortrag halten wird, findet ihr im Veranstaltungsplan.