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Qualität statt Quantität für Kongresse und Events

Wolfgang Falkner hat Mitte September den heißen Wellness-Herbst mit Kongressen und Messen angekündigt. Was ist Ihr Fazit, wenn Sie sich im Nachgang an die Veranstaltungen fragen, was Sie verpasst hätten, wenn Sie nicht dort gewesen wären?

Always treat the companies’ money like it is yours

Im Frühjahr und Herbst kann man fast jede Woche einen Kongress oder eine Messe besuchen. Inklusive der Eintrittsgelder, der Fahrt und ggf. Übernachtungskosten kommt auch bei Messen eine Summe zusammen. Alles ungeachtet der Arbeit, die während der Abwesenheit auf dem Schreibtisch liegen bleibt. Bei Kongressen liegen die Teilnahmegebühren mittlerweile zwischen 100,- € und 1300,- € und auch hier schlagen die Reisekosten zu Buche.

Networking auf Wellness-Events (c) Foto: IST

Networking auf Wellness-Events (c) Foto: IST

Nun, das ist keine Aufforderung dazu, keine Messen und Kongresse mehr zu besuchen. Aber wir sollten auch alle einmal darüber reflektieren, was viele aber nicht tun, weil die Firma die Teilnahme und die Spesen zahlt und es ja schön ist einmal rauszukommen. Doch wie viel mehr Sinnstiftung bringt die nächste Veranstaltung?

Auf der Suche nach neuen Kunden, neuen Trends und mehr Know-how

Mit Kongressen und Messen verdienen nur ganz wenige wirklich Geld. Der eine oder andere Veranstalter wird sagen, deshalb müsse der Eintritt eigentlich noch weiter angehoben werden. Warum das nicht notwendig ist? Sponsoren! Aber auch von Seiten der Sponsoren fließt viel Geld. Diese fragen sich vor der nächsten Marketingplanung ebenfalls, welche Effekte die Veranstaltung hatte. Wenn mehr Besucher aus der Industrie kommen, als aus der Kategorie Wellnesshotellerie und Spa-Manager, dann bleiben die Effekte aus und es wird schwer werden Sponsoren zu finden.

Auch ich gehöre zu den Industrievertretern, die auf der Suche nach neuen Kunden, neuen Trends und mehr Know-how sind. Auch für uns ist es unattraktiv, immer wieder vor den gleichen Leuten auszustellen und uns mit den Kollegen aus der Industrie zu unterhalten.

Monetäre Anreize sind nicht das einzige Instrument zur Personalbindung

Vor Kurzem habe ich einen Artikel geschrieben, in dem es um Wege in die Spa- und Wellnessbranche ging. Vielleicht teilen Sie meine Auffassung, dass eine gute Ausbildung, die Offenheit für Neuerungen und der Wille zum lebenslangen Lernen dazu gehören. Für mich ist es aber auch essenziell, Kongresse und Messen zu besuchen. Leider treffe ich auf angesprochenen Veranstaltungen jedoch immer die Gleichen, zum anderen immer nur die, die es schon geschafft haben. Ich treffe aber nicht etwa den Studenten unseres Instituts, allerdings auch nicht die eines anderen.

Spa-Management-Themen auf Spa-Events (c) Foto: IST

Spa-Management-Themen auf Spa-Events (c) Foto: IST

Woran liegt das? Ich glaube, es liegt vor allem am Preis. Damit zusammen hängt auch die Bereitschaft der Chefs, ihre Angestellten zum Kongress zu entsenden oder mitzunehmen. Zwar sprechen alle davon, wie wichtig Weiterbildungen und Fortbildungen sind sowie die Qualität des Personals, aber nahezu niemand ermöglicht seinem Personal die Teilnahme an Veranstaltungen, die dies fördern. Gleichzeitig beschweren sich aber eine Menge Leute im Markt, dass zu wenig Qualität im Markt ist und gute Leute immer so schnell das Unternehmen wieder verlassen. Personalbindung ist ein ganz heißes Thema mit dem sich die Branche befassen sollte. Bedenken Sie, monetäre Anreize sind dazu nicht das einzige Instrument – Denken Sie einmal über Personalentwicklung nach!

Qualität zum guten Preis

Wie kommen wir zu einem Konsens? Es soll weiterhin Events und Messen geben, ich glaube da sind sich alle einig. Was sein muss, sind interessante Inhalte zum bezahlbaren Preis. Denn der bezahlbare Preis wird es auch Personen erlauben, einen Kongress zu besuchen, denen er wirklich nutzt. Zum Beispiel angehenden Wellness- und Spamanagern, die eben auch für die Industrie interessant sind, weil sie die Entscheider von morgen sind. Auch der derzeitige Hoteldirektor, Spa-Manager und wer auch immer wird sich freuen, wenn er Gleichgesinnte zum Netzwerken trifft und nicht ausschließlich den Industrievertreter, den er ohnehin in der Folgewoche vor der Türe stehen hat.

Dazu die Aufforderung, sich bei den Teilnehmern nach interessanten Themen zu erkundigen, Kooperationen zu schließen und nicht zehn unterschiedliche Veranstaltungen auf den Weg zu bringen, die sich dann doch alle gleichen. Wir brauchen Inhalt und Substanz zum ordentlichen Preis. Eben bezahlbare Qualität. Das ist es doch auch, was Sie von Ihren Mitarbeitern und der Kunde von Ihnen und uns erwartet. Qualität zum guten Preis.

Fazit

In diesem Sinne freue ich mich auf das Spa Camp 2012, das ich selbst noch nicht besuchen konnte, auf Sie und auch auf die nächsten Veranstaltungen.