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Lohnt sich die Zusammenarbeit mit Beautyblogs?

Die Welt der Beautyblogs ist ein Phänomen – in Deutschland, Österreich und der Schweiz dürfte es mittlerweile über 1.000 deutschsprachige Beautyblogs geben. Detaillierte und fundierte Zahlen kenne ich nicht, aber diese würden wahrscheinlich auch schnell überholt sein, denn täglich entstehen neue Beautyblogs. Beautybloggerinnen berichten mit großer Leidenschaft und Freude über ihre persönlichen Erfahrungen mit Produkten, zeigen ihre Beauty-Einkäufe, geben Schminktipps oder stellen ihre Pflegeroutine vor. Besonders wichtig ist ihnen der direkte Austausch mit den Leserinnen: Die Beautybloggerin ist eine Art virtuelle Freundin, von der man wertvolle Tipps bekommen kann.Mit Vorurteilen über gelangweilte „Schminktussis“ wird man den Beautybloggerinnen übrigens keinesfalls gerecht, denn sie sind nicht nur kreativ und beurteilen Produkte, sondern können auch fotografieren, texten oder programmieren.

Wer schreibt und wer liest Beautyblogs

Der größte Teil der Blogs wird von jungen Frauen unter 30 Jahren geschrieben, in den letzten Jahren ist die Beautyblogger-Szene jedoch erwachsener und natürlich auch professioneller geworden.

Die Reichweite von  Beautyblogs ist nicht zu unterschätzen, die bekanntesten Blogs haben weit über 500.000 Page Impressions im Monat, Tendenz steigend (z.B. Magimania, Innen und Außen oder Give the Bitch her Chocolate). Das Genre ist sehr erfolgreich und zieht eine überwiegend weibliche Leserschaft an.

Neben den großen Mainstream-Blogs gibt es auch spannende Nischenblogs, die sich speziellen Themen wie der veganen Kosmetik (z.B. Blanc et Noir), der Naturkosmetik (z.B. mein Blog Beautyjagd) oder der Zielgruppe 40+ (z.B. Fab Forties) widmen.

Beauty Blogging (c) Foto: Julia Keith

Beauty Blogging (c) Foto: Julia Keith

Kosmetikfirmen entdecken Beautybloggerinnen

Interessanterweise konnte ich bisher auf Beautyblogs nur wenige Artikel zu den Themen Spa und Wellness finden – dabei wäre das Sujet doch naheliegend.

Kosmetikmarken haben die Beautybloggerinnen bereits als Multiplikatorinnen für sich entdeckt: Blogs leben von der Persönlichkeit und Authentizität ihrer Autorin, das Vertrauen der Leserinnen in die Meinung der Bloggerin ist meist groß. Kein Wunder, dass Blogs für Firmen deswegen besonders attraktiv sind.

Mit Bloggerinnen kooperieren

Die Zusammenarbeit mit Bloggerinnen unterscheidet sich in einigen Punkten von der klassischen Pressearbeit – es gibt ein paar Spielregeln, die man beachten sollte. Beautybloggerinnen sind unabhängig und achten auf Transparenz gegenüber ihren Leserinnen. Dies bedeutet, dass gesponserte Produkte und bezahlte Advertorials in den Blogposts auch als solche gekennzeichnet werden.

Tipps für die Kooperation mit Beautyblogs

  • Die Produkte oder Dienstleistungen sollten unbedingt kosten- und bedingungslos und ohne Zwang für eine Review zur Verfügung gestellt werden.
  • Selbstverständlich ist es möglich, dass ein Produkt oder eine Dienstleistung einer Bloggerin nicht gefallen – auf ein kritisches Feedback sollte man stets souverän reagieren.
  • Grundsätzlich sollte eine erste Kontaktaufnahme möglichst persönlich gehalten sein. Eine korrekte Anrede und ein kurzes Feedback zum Blog sind ein guter Einstieg in eine mögliche Kooperation.
  • Wichtig ist auch die achtsame Auswahl eines passenden Blogs: Der Stil sollte zur Firma bzw. Marke passen. Nicht immer ist es deswegen sinnvoll, den Blog mit der größten Reichweite auszuwählen.

Übrigens bieten mittlerweile einige Bloggerinnen an, Werbebanner auf ihrem Blog zu platzieren. Die Konditionen lassen sich einfach per Email erfragen oder werden auf einer gesonderten Seite des Blogs genannt. Man erreicht damit eine Zielgruppe, die stark kosmetikaffin ist.

Lohnt es sich also, in die Welt der Beautyblogs einzutauchen? Selbstverständlich! Geht man respektvoll und offen auf die Beautybloggerin zu, kommuniziert auf Augenhöhe und hat ein interessantes Angebot, so können beide Seiten von einer Zusammenarbeit profitieren.