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Wellnessmarkt wächst weiter: Doch was sind die Motoren der Branche?

Tatsache ist: Der Wellnessmarkt wächst. Mehr als die Hälfte der deutschen Wellnesshoteliers verzeichnete 2012 eine steigende Nachfrage. Knapp 65 Prozent erwarten das auch für 2013. Auch die Analyse des Reisemarktes von GfK TravelScope zeigt ein überdurchschnittliches Wachstum: 

Der Marktanteil der Wellnessreisen ist um 24 Prozent gestiegen, der Gesamtreisemarkt dagegen nur um sieben Prozent. Jahr für Jahr kann die Branche positive Zahlen vermelden und die Aussichten bleiben scheinbar weiter rosig. Trotzdem sind die Zeiten der Goldgräberstimmung vorbei. Ein Wellnesshotel ist kein Selbstläufer und zusätzliche Umsätze lassen sich nicht einfach im Vorübergehen generieren. Was sind die Trends der Branche für 2013 und wohin geht die Reise für Wellness?

(c) Grafik: GfK

(c) Grafik: GfK

Diesen Fragen sind wir als Wellnessreise-Veranstalter beauty24 gemeinsam mit Wellness-Hotels & Resorts in einer Hotelierumfrage auf den Grund gegangen. Zusätzlich haben wir zusammen mit der GfK die Wünsche des Wellnessgastes ganz genau betrachtet. Ich habe hier einmal die drei wichtigsten Trends zusammen gestellt:

Wellness in der Rushhour des Lebens

Die Hauptzielgruppe – und neben den Paaren das umsatzstärkste Klientel – ist und bleibt die Altersgruppe der 30 bis 49-Jährigen. Kein Wunder, denn in dieser Phase ist man in allen Lebensbereichen am meisten eingespannt und gefordert: Partner finden, sich im Job etablieren und die Karriereleiter erklimmen, vielleicht heiraten, eine Familie gründen und das noch alles unter einen Hut bekommen – das ist mehr als rasant.

In der Rushhour des Lebens braucht man die Ausfahrt auf den Parkplatz für Verschnaufpausen. Eine Auszeit, die in dieser Lebensphase oft Wellness heißt. Schaut man sich die Gründe für Wellness in dieser Gästegruppe etwas genauer an, wird schnell klar, wie gefordert diese im Leben wirklich ist. Die Unterschiede zu den anderen Altersgruppen sind hier mit Abstand am deutlichsten: Wellness dient vor allem der Erholung vom stressigen Alltag, zur Vorbeugung eines Burnout und der gemeinsamen Zeit mit dem Partner. Wenn also in der Rushhour des Lebens alles zusammen kommt, ist der Wunsch nach Erholung besonders ausgeprägt. Wellness ist da der richtige Ausgleich. Wir sehen das auch an unseren beauty24 Buchungszahlen. Mittlerweile ist jede zweite Buchung aus dieser Altersgruppe.

(c) Grafik: GfK

(c) Grafik: GfK

Wachtumspotenzial: Familie

Was sich im letzten Jahr schon deutlich als Trend abgezeichnet hat, setzt sich in diesem Jahr fort: Familienurlaub wird zunehmend als Wellnessurlaub gebucht. Ein Konfliktthema für Familien-Wellness ist allerdings die Nutzung des Poolbereichs. Paare, die ein romantisches Wochenende verbringen wollen, schätzen wohl kaum den Badespaß von Kindern. Trotzdem sind Wellnessurlaub und Kinder zwei Begriffe, die sich nicht mehr gegenseitig ausschließen. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, wenn meine beiden Jungs ordentlich im Pool toben, kann ich mich als Vater im Wellnesshotel nur dann richtig entspannen, wenn ich sicher bin, dass das niemanden der anderen Gäste stört. Klare Regelungen für Pool- und Saunazeiten sind daher für alle Seiten von Vorteil.

Die Hoteliers stehen also vor der Herausforderung, den gegensätzlichen Bedürfnissen nachzukommen. Und sie reagieren: Mehr und mehr Hoteliers initiieren kinderfreie Zeiten im Wellnessbereich oder geben klare Zeiten an, wann Kinder überhaupt in den Spa-Bereich dürfen. Dies liegt natürlich auch im Interesse der Familien, die sich solch eine klare Regelung wünschen und somit keinen Diskussionen mit anderen Gästen ausgesetzt sind.

Dass in der Zielgruppe Familien noch deutlich Wachstumspotenzial steckt, zeigt folgendes Detail: Mehr als ein Drittel aller Familien wollen in diesem Jahr mehr Geld für Wellness ausgeben. Das entspricht einem Anstieg von fast 22 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Pressekonferenz Wellnesstrends ITB mit Antonio Minneci, GFK; Roland Fricke, beauty24; Christina Eulgem, markengold PR; Michael Altewischer, Wellness-Hotels & Resorts (c) Foto: beauty24

Pressekonferenz Wellnesstrends ITB mit Antonio Minneci, GFK; Roland Fricke, beauty24; Christina Eulgem, markengold PR; Michael Altewischer, Wellness-Hotels & Resorts (c) Foto: beauty24

Potenzial Up-Selling: Wunsch und Wirklichkeit

Kurzfristig zu realisierendes Wachstumspotenzial liegt im Up-Selling, dem Verkauf von zusätzlichen Produkten oder Dienstleistungen direkt im Hotel. Das zeigt unseren Umfrage ganz deutlich: Fünf von sechs Wellnessgästen schätzen besonders die Möglichkeit, Spa-Anwendungen wie zum Beispiel Massagen, Bäder oder Peelings auch kurzfristig vor Ort zu buchen. Hier prallen Wunsch und Realität allerdings ordentlich aufeinander.

Gerade an den gut gebuchten Wochenenden können Hotels kurzfristig gar keine aufwendigen Anwendungen anbieten. Das wissen die meisten Wellness erfahrenen Gäste und buchen daher zu 80,29 Prozent rechtzeitig vorab. Wer ein Wellnesshotel ohne Anwendungen bucht, läuft Gefahr vor Ort leer auszugehen. Das zeigt unsere langjährige Erfahrung ganz eindeutig. Wir empfehlen unseren Kunden daher ganz ausdrücklich Wellnessanwendungen vorab zu buchen. So stellen wir die Verfügbarkeit von Anfang an sicher und Enttäuschung kommt gar nicht erst auf. Für den Hotelier gilt es also die eigene Nische fürs Up-Selling zu finden. Zwar kann nicht das komplette Spa-Menü kurzfristig bereitgehalten werden, aber vielleicht eine kleine Auswahl. Das ist wie der Unterschied zwischen Mittags- und Abendkarte im Restaurant: Niemand erwartet auf der Mittagskarte die komplette Auswahl.

(c) Grafik: GfK

(c) Grafik: GfK

Hintergrund zu den Trend-Zahlen

Michael Altewischer, Wellness Hotels & Resorts und Roland Fricke, beauty24 (c) Foto: beauty24

Michael Altewischer, Wellness Hotels & Resorts und Roland Fricke, beauty24 (c) Foto: beauty24

Die Ergebnisse beruhen auf den Wellness-Trends 2013, die von beauty24 und den Wellness-Hotels & Resorts in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsunternehmen GfK ermittelt wurden. Die Hotelierumfrage wurde von Dezember 2012 bis Januar 2013 unter 137 Partnerhotels von beauty24 und Wellness-Hotels & Resorts durchgeführt. Die Gästestudie zu den Wellness-Trends 2012 wurde von GfK Mobility im Auftrag von beauty24 und Wellness-Hotels & Resorts im Dezember 2012 durchgeführt. Dabei handelt es sich um eine Onlinebefragung von Onlinehaushalten aus GfK TravelScope zum Thema Wellnesstrends 2013. Stichprobe n = 2.255 HH mit grundsätzlichem Interesse an Wellness, repräsentativ für die deutsche Onlinebevölkerung ab 18 Jahren.

Weitere Informationen zum Thema und Charts:
http://www.beauty24.de/presse