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Mit Ayurveda Pollenallergie und Heuschnupfen lindern

Von vielen Menschen werden Frühlingsgefühle leider nicht nur rein positiv assoziiert. Die Allopathie kann oftmals Allergien nur kurzfristig beseitigen. Wie ist eine Pollenallergie aus ayurvedischer Sicht zu betrachten?

Im Ayurveda werden Symptome immer in drei Kategorien anhand der bioenergetischen Grundregulationsprinzipien von Vata (Bewegung), Pitta (Umwandlung), Kapha (Formgebung) eingeteilt. Im Rahmen einer Heilung geht es primär darum die Dominanz einer Grundkraft wieder in den Zustand des individuellen Gleichgewichts zu bringen. Näheres zu den Grundlagen bitte unter www.batra.at bzw. in der Ayurveda-Literatur.

Inneres Gleichgewicht (c) Foto: David Batra

Inneres Gleichgewicht (c) Foto: David Batra

Beschwerden wie z.B. ausgeprägtes Niesen, wässrige dünne Sekretionen, Heiserkeit, Mundtrockenheit, Kopfschmerz sind zumeist die Folge eines Vata-Übermaßes.
Pitta-Pollenallergien
zeigen sich durch Entzündungen an der Nasenspitze, Fieber, Mundtrockenheit, ausgeprägter Durst sowie heiße, gelbliche und flüssige Sekrete aus der Nase. Hustenbeteiligung, Appetitlosigkeit, eingedicktes Sekret und Speichel, Schweregefühl und Juckreiz in der nasalen Region, sowie Schwellungen sind in dem Bereich Kapha einzuordnen.

Allergiebegünstigende Faktoren aus ayurvedischer Sichtweise sind:

  • Mit Schadstoffen versehene Lebensmittel bzw. auch Fertigprodukte, verdorbenes Obst und verbrannte Nahrung.
  • Eine nicht intakte Assimilation der Nahrung. Darunter versteht man die Angleichung von körperfremden Stoffen in körpereigene Stoffe. Zum Beispiel aufgenommenes Eiweiß muss in körpereigenes Eiweiß umgewandelt werden.
  • Ein gestörter Stoffwechsel
  • Geistiger und körperlicher Stress

Möglichkeiten zur Linderung und Heilung

Jegliche Arten von Allergien haben ihren Ursprung im Magen-Darmtrakt. Reinigungs- und Entgiftungsmaßnahmen gelten daher als oberste Prämisse. Dies geschieht am besten mittels Einläufe auf Öl- und Wasserbasis, Ayurveda-Ölmassagen, der Einnahme von verdauungsfördernden Gewürzen (Zimt, Fenchel..) und Nahrungsmitteln (Gemüse, Reisnudeln), sowie durch das Trinken von abgekochtem heißem Wasser bzw. Ingwerwasser. Das Wasser sollte ca. 10-15 Min. bei offenem Deckel kochen bzw. als Ingwerwasser auf eine leicht gelbliche Farbe auf 2/3 einreduziert werden. Um das wasserlösliche Material im Körper zu mobilisieren, ist es sinnvoll ca. eine 1/2 Kaffeetasse innerhalb einer halben Stunde schluckweise zu trinken.

Massagen (c) Foto: David Batra

Massagen (c) Foto: David Batra

Ein Hausmittel im Ayurveda gegen Heuschnupfen ist das Kurkuma-Honigwasser. Hierzu einen Teelöffel Gelbwurz und einen Teelöffel Honig in einem Glas lauwarmen Wasser lösen und zwei bis drei Gläser schluckweise über den Tag verteilt trinken.

Ein ayurvedisches Fertigpräparat aus dem entsprechenden Fachhandel stellt die „Chyavanprash-Paste“ dar. Einen Kaffeelöffel morgens und abends vor dem Essen von dieser eingedickten Paste einnehmen. Achten Sie bei spezifischen Ayurveda-Produkten aus Asien jedoch bitte immer auf den Anbieter, da Originalität und Qualität stark variieren. Bei langjährigen chronifizierten Allergien müssen die Präparate jedoch mindestens 80 Tage zuvor und 80 Tage nach der Pollensaison regelmäßig eingenommen werden, um eine nachhaltige Wirkung zu erzielen.

Pollenallergie im Griff

Um die Allergie in Griff zu bekommen ist ein Fernhalten der Allergene notwendig. Eine Linderungsmöglichkeit hierbei wäre die Nasenschleimhäute mit 2-3 Tropfen Ghee (geklärte, gefilterte Butter) zu befeuchten. Hier wird das Eindringen der Pollen ein wenig reduziert. Eine Inhalation mit Steinsalz ist vielfach auch symptommildernd.

Im Bezug zur Ernährung sollten unverträgliche Nahrungsmittelkombinationen wie Säure (z.B. Zitronen oder Fruchtsäure) mit Milch vermieden werden. Dies bedeutet Milchmixgetränke bestehend aus Früchten und Milch wie Bananen-Milchshakes sind nicht anzuraten, jedoch reine Fruchtsäfte empfehlenswert. Insbesondere beim Frühstück sollte daher darauf geachtet werden frische Früchte nicht in Kombination mit Kakao oder milchigen Breien einzunehmen. Ebenso ist ratsam abends den Konsum von tierischem Eiweiße zu minimieren.

Psychosomatik und Allergien

Heutzutage berichten sogar viele Vertreter der klassischen Allopathie immer wieder von Heuschnupfenpatienten, die verstärkt unter Symptomen leiden, wenn sie gleichzeitig psychische Konflikte zu verarbeiten haben. Im Ayurveda geht man davon aus, dass jede körperliche Beschwerde bis zu einem gewissen Grad auf geistiger Ebene zu verarbeiten ist, um langfristig erfolgreich zu sein. Hier ist es wichtig in den Körper hineinzuhorchen und auf intuitiver Ebene die Botschaften der Seele wahrzunehmen. Häufig sind es übertriebener Ekel, unterdrückte Emotionen wie Zorn, Wut, Ärger und starke Aggressivität, welche eine übertriebene Abwehrreaktion und dadurch Allergie hervorrufen.

Hineinhorchen (c) Foto: David Batra

Hineinhorchen (c) Foto: David Batra

Die ayurvedische Behandlung bei Heuschnupfen umfasst ein sehr ganzheitliches Spektrum, wobei der Betroffene stark gefordert ist auf Ernährung und Lebensführung zu achten. Die reine Einnahme von Heilkräutern bzw. Nahrungsergänzungen weist oft nur kurzfristig einen Erfolg auf. Ein nachhaltiger Selbstheilungsvorgang erfordert den Einbezug von Körper, Geist und Seele.

Ayurveda Infos unter: www.batra.at; Ayurveda & Ernährung, Ayurveda & Spiritualität