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Gesundes Golfen

Golf ist der von den meisten Menschen ausgeübte Sport. Das liegt vor allem auch an der Tatsache, dass Golf von Jung und Alt gleichermaßen ausgeübt werden kann. Bei kaum einem anderen Sport ist der Altersdurchschnitt so hoch wie beim Golf. Trotz der hohen Wachstumsraten von Golfern, steht drei neuen Golfern auch immer ein Golfaussteiger gegenüber. Die meisten Aussteiger sind aus gesundheitlichen Gründen dazu gezwungen. Dieses könnte verhindert werden. Hier nun einige Aspekte für das gesunde Golfen.

I snapt my left leg for more yards.

Tiger Woods, 2005

Anmerkung: Die Folge waren zwei Knie-Operationen.

Golf-Physiotherapie: Der gesunde Golfschwung

Gesundes Golfen (c) Foto: iStockphoto

Gesundes Golfen (c) Foto: iStockphoto

Nicht jeder verfügt, gerade im reiferen Alter noch über die gewünschte Beweglichkeit in der Hüfte. Beim Erlernen des Golfspiels sollte man also individuelle Befähigungen berücksichtigen. Dazu gehören auch eventuell vorhandene Vorschädigungen und Krankheiten. Die Golf-Physiotherapie hilft dabei nicht nur im Zuge einer Golfverletzung, sondern kann auch präventiv dafür sorgen, gleich den für den jeweiligen Golfer besten und gesündesten Golfschwung zu erlernen.

Der biomechanisch optimierte Golfschwung

… mit entlastender und präventiver Wirkung auf die Gelenke. Die Anzahl der Golfspieler wächst stark und die Möglichkeiten, diesen Sport auszuüben verbessern sich laufend. Aus diesem Grund steigt auch die Anzahl der Golfspieler, die, meist aufgrund von Überlastungen und daraus resultierenden Verletzungen, eine physiotherapeutische Praxis aufsuchen. Der Golfsport übt auf eine enorme Faszination aus, und wen das „Golffieber“ gepackt hat, der nimmt auch sehr viel in Kauf, um diese Sportart ausüben zu können. Das faszinierende am Golf ist unter anderem, dass man auch im fortgeschrittenen Alter noch Leistungen erbringen, und zudem sich auch mit jungen Sportlern messen kann. Man bewegt sich in der Natur und spürt, wie man mit guter Technik sehr gute Ergebnisse erreichen kann und zählt damit noch lange nicht zum „alten Eisen“.

So kommt es, dass in dieser Sportart viele Personen mit sportspezifischen Vorverletzungen zu finden sind und dass, aufgrund des gehobenen Alters, gehäuft therapeutische Maßnahmen notwendig sind. Entscheidend ist es, dem Golfspieler zu vermitteln, dass man als Therapeut kompetent ist, und dass die Therapie möglichst gezielt zum Erfolg und zur Verbesserung des Golfspieles beiträgt. Golfspezifisches Wissen und neueste therapeutische Ansprüche sichern eine effiziente Behandlung.

Worauf ist bei Golfspielern zusätzlich zu achten?

Unter den Aspekten des Golfsports muss besonders die physische Konstitution bewertet werden: Welches Bewegungsausmaß ist in den verschiedenen Gelenken möglich und in welchen Gelenken stößt der Golfer an die Grenzen seiner Möglichkeiten. Dann sind entsprechende Entscheidungen über die Vorgangsweise zu fällen. Es ist zu klären, ob es Möglichkeiten gibt, den Golfschwung den physischen Bedingungen anzupassen oder ob Hilfsmittel zur Verfügung stehen, mit denen Überbelastungen vermindert werden können.

Dazu ist das Wissen über die Golfausrüstung bzw. besonders über den Golfschläger sehr hilfreich:

  • Welche Schläger verwendet der Spieler?
  • Besitzen seine Schläger Stahlschäfte oder Graphitschäfte?
  • Sind die Golfschlägerköpfe gegossen oder geschmiedet?
  • Ist die Masse am Golfschlägerkopf verteilt oder zentriert?

Mit diesem Wissen können einige Verletzungsmuster kategorisiert werden. Der Fachmann erahnt, welche Mechanismen welchen Schmerz auslösen können. Betrachtet man z.B. den Golfhandschuh eines Spielers, dann kann man häufig auf seine Griffhaltung schließen. Man erkennt, ob der Golfschläger zu fest oder zu leicht gehalten wird und man sieht, ob die Griffgröße der Handgröße entspricht. Kennt man den Zusammenhang zwischen Griffgröße und typischen Überlastungen in den Handgelenken, ist oft schnelle Hilfe möglich

Welche Möglichkeiten gibt es?

Bei der Beurteilung der komplexen Bewegungsausführungen des Golfschwunges ist viel Detailwissen notwendig, um optimal zu therapieren. Um den Golfschwung zu optimieren, werden biomechanische Überlegungen angestellt und da jeder Golfspieler nicht nur schmerzfrei, sondern auch gut spielen möchte, wurden Kriterien für ein optimiertes Bewegen ausgearbeitet.

Von besonderer Bedeutung war in diesem Fall, nicht nur „sportbiomechanisch“ vorzugehen, sondern die funktionellen anatomischen sowie die orthopädischen und traumatologischen Grundkenntnisse einfließen zu lassen.

Warum Golf-Physical-Training?

  • Durch spezielle Übungen der „Golfmuskeln“ erzielen Sie mehr Flexibilität im Hüft- und Rückenbereich.
  • Sie bekommen Ihren Körper durch die multikausale gesamtheitliche Methode wieder ins Lot.
  • Längere Golfsaison – Dank einer Minderung der Verletzungsanfälligkeit.
  • Sie erleben mehr Freude am Golfsport.

Was erwartet Sie beim Golf-Physical-Training?

Differenzierte Befunderhebung
Durch ein ausführliches Gespräch wird das Ausmaß Ihrer orthopädisch-muskulären Gelenk- und Golfschwungprobleme bestimmt.

Dokumentation
Ausgehend von der Diagnose und Befunderhebung wird ein individuelles Golf-Physical-Training zusammengestellt. Resultierend aus den festgestellten muskulären und statischen Defiziten wird ein Sportphysiobehandlungsprogramm konzipiert.

Propriozeptives Training
Ziel ist das Dehnen und die Kräftigung der „Golfmuskeln“. Durch die Ganzheitsbehandlung werden beginnende und vorhandene Beschwerden und Defizite aufgedeckt und ins Behandlungsprogramm aufgenommen. Das Golf-Physical-Training wird von der PNF=Propriozetive neuromuskuläre Facilitation und der PIR=Postisometrische Relaxion abgeleitet.

Praktische Unterweisung
Bei der praktischen Unterweisung zum präventiven, biomechanisch optimierten Golfschwung werden zuerst mentale Einstellungen zum Golfsport, theoretische Grundlagen zur Biomechanik, spezielle Warm-up-, Pendel- und Schwungübungen mit dem Golfschläger durchgeführt.

Eine gute Vorbereitung ist alles.

Wie fast jede Sportart spricht auch das Golfspielen bestimmte Muskelgruppen an, die im Alltag eine eher untergeordnete Rolle spielen. Die Folge ist nicht selten ein kleiner Muskelkater nach der ersten richtigen Golfstunde. Dies kann man verhindern oder zumindest mäßigen, in dem man vorher im Fitnesscenter gezielt Rücken- und Armmuskulatur trainiert. Aber nicht übertreiben! Intensives Muskeltraining verkürzt den Muskel. Der Golfschwung sorgt aber gerade beim Bizeps für eine Muskelstreckung. Da kann es zu schmerzhaften Muskelirritationen kommen.

Von den Golfprofessionals hört man immer häufiger, dass die jungen Spieler immer athletischer werden und dass vor allem Tiger Woods regelmäßig seine Muskeln trainiert. Aber dennoch gewinnen nicht nur diese jungen Kraftsportler die Turniere.

Zur Vorbereitung gehört auch die Frage mit welchem Schläger man als Anfänger beginnen sollte. Hier kann man nur ein mittleres Eisen empfehlen, also ein Eisen 7 oder 8. Außerdem sollten Sie ein Pitching oder Sand Wedge haben, weil Pitching-Schläge eine großartige Übung auf dem Weg zum guten Golfschwung sind. Was Anfänger gar nicht benötigen, sind Hölzer. Vor allem der Driver sorgt bei Anfängern für mehr Frust als Freude. Außerdem kann der Gebrauch des Drivers am Anfang den Schwung in eine negative Richtung verändern. Also Finger weg und viel Spaß beim gesundheitsbewußten Golfspiel.