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Der Sauna-Meister – So wird aus dem Must-have Sauna ein Erfolgsmodell

In Saunabereichen von manchen Wellness-Hotels oder Thermen geht es oft äußerst spartanisch oder zumindest lieblos zu. Daran ändert nicht immer nur die Hardware etwas, denn viel bringt nicht immer viel. Was die Anlage statt einer Materialschlacht benötigt, sind die guten Seelen. Kurzum das richtige Personal, mit dessen Zutun aus einem teuren Must-have ein Erfolgsmodell wird.

Falls Sie das Verständnis haben, dass die Sauna lediglich ein Must-have ist und auch bleiben soll, dann lesen Sie jetzt nicht weiter. In diesem Fall ist alles gut so wie es ist, abgesehen davon, dass Sie vielleicht die Betriebsdauer eingrenzen könnten oder die Energieeffizienz optimieren, um die Kosten zu senken. Wenn Sie sich jedoch die Frage stellen, wie wird die Sauna attraktiver, besser genutzt und profitabler, dann sollten Sie jetzt aufmerksam weiterlesen.

Saunameister (c) Foto: IST

Saunameister (c) Foto: IST

Dienstleistungen haben ein paar Besonderheiten

Dienstleistungen werden zur gleichen Zeit produziert, in der sie vom Konsumenten konsumiert werden, dass heißt zugleich, der Gast wird in den Dienstleistungsprozess integriert. Seine Anwesenheit ist also notwendig, damit er sie in Anspruch nehmen kann. Die subjektive Wahrnehmung der Qualität der Dienstleistung wird durch das Verhalten des Dienstleisters im Kundenkontakt wesentlich beeinflusst. Das Ergebnis der Dienstleistung ist hingegen vor der Inanspruchnahme offen.

Probleme, die aus diesen Besonderheiten heraus resultieren

Dienstleistungen können nicht auf Vorrat produziert werden. Wenn die Sauna eingeschaltet ist, produziert sie Wärme, verbraucht Energie und kostet damit Geld, egal ob der Gast diese nutzt oder nicht. Es ist somit unwirtschaftlich Personal bereit zu stellen, das bspw. einen Aufguss durchführen könnte, wenn keine Gäste anwesend sind, die diese Dienstleistung in Anspruch nehmen können. Zudem wird der Saunagast vorher nicht wissen, ob ihm der Saunagang gefallen wird. Er weiß vielleicht, dass er Saunen im Allgemeinen gerne besucht, aber es gibt Faktoren, die sein Urteil beeinflussen werden, u.a. der Duft, die Atmosphäre, die Temperatur sowie die anderen Gäste. Problematisch ist es, wenn der Gast keinen Ansprechpartner vorfindet, der eben diese Faktoren beeinflussen und auf die Gastwünsche reagieren könnte.

Wie diese Probleme bisweilen gelöst werden

Die angesprochenen Probleme werden leider oft nur unbefriedigend für den Gast gelöst. Manchmal muss er, vornehmlich in Hotels, mindestens eine Stunde vor seinem Saunabad Bescheid geben, damit die Sauna eingeschaltet wird und er diese nutzen kann. Zum Anderen wird gerne auch ein Aufpreis für die Nutzung der Sauna verlangt. Ein Eimer neben dem Ofen zur Selbstbedienung sowie der automatisierte Aufguss soll mancherorts den Mitarbeiter ersetzen. So wird die Sauna bisweilen maximal gereinigt und auf Betriebstemperatur gebracht, ohne die sonstigen Rahmenbedingungen zu beachten, z.B. Kontrollgänge, um die Gäste zu beraten, Liegen wieder in Position zu rücken, die Düfte nachzufüllen oder die Temperatur und Luftfeuchtigkeit in der Sauna zu überprüfen.

Wie man die Probleme stattdessen lösen könnte

Personal einzusparen ist im Dienstleistungssektor fast immer der falsche Weg. Um Personalkosten einzusparen kann man jedoch die Auslastung erhöhen und für Nachfrage sorgen, die sich auf bestimmte Zeiten konzentriert. In diesem Fall muss die Sauna nicht 14 Stunden am Tag laufen und bewirtschaftet werden. Dies lässt sich durch die Preisgestaltung steuern, wie z.B. durch Zusatzangebote (bspw. Aufgüsse) während bestimmter Zeiten, Öffnung für externe Besucher oder Gäste aus dem Nachbarhotel ohne Sauna, etc. Außerdem besteht die Möglichkeit der Zusatzqualifizierung von Mitarbeitern, die ohnehin im Haus oder sich in der Nähe der Sauna aufhalten, damit zusätzliche Aufgüsse durchgeführt werden können. Die Steigerung der Attraktivität) der Sauna durch Aufgüsse, Rituale oder auch Sauna-Events, organisiert und durchgeführt von geschultem Personal, das zugleich die Sicherheit sowie die passende Atmosphäre im Blick behält und als Ansprechpartner vor Ort zur Verfügung steht, liefert eine geeignete Möglichkeit.

Saunameister Handtuch wedeln (c) Foto: IST

Saunameister Handtuch wedeln (c) Foto: IST

Wie der Sauna-Meister dazu beiträgt ein Erfolgsmodell zu entwickeln

Im Saunabereich gibt es einen erhöhten Konkurrenzkampf. Fitnessclubs und Hotelanlagen integrieren Saunen. Thermen und Day Spas werden vielerorts neu eröffnet und Schwimmbäder werden um moderne Wellnessbereiche mit Saunen erweitert. Um auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Saunabesucher eingehen zu können, bedarf es gut ausgebildeten Personals, das sowohl über die verschiedenen Effekte von Düften und Aufgüssen, als auch über deren medizinische Wirkung informieren kann. Der Saunameister trägt erheblich zum gesunden Saunagenuss bei, denn er kennt die therapeutische Wirkungsweise des Saunabadens, der Aufgüsse und der dabei verwendeten Düfte. Das Kreieren von Saunazeremonien, die Durchführung von Ritualen im Hamam sowie die Gestaltung der entspannenden, meditativen Saunaaufgüsse sind der Schlüssel für die Kundenbindung. Zusätzliche Saunaabende und -events tragen zur Kundenneugewinnung bei und runden somit das Erfolgsmodell ab.

Tipp:

Besonders effektiv hat einer unserer Kunden sein Wellnesskonzept umgesetzt. Im Wellnessbereich seines Sportparks bietet er auch Tagesgästen die Nutzung an. Damit seine Kunden innovative Aufgüsse und entspannende Saunazeremonien erleben, hat er mehrere seiner Mitarbeiter zum „Sauna-Meister“ beim IST-Studieninstitut weiterbilden lassen. Diese Mitarbeiter arbeiten ehrenamtlich und erhalten neben der Weiterbildung freie Logis während ihrer Einsatzzeit sowie die Möglichkeit des kostenfreien Trainings im Sportpark. So teilen sich die Kollegen die Arbeitseinsätze mehrere Abende in der Woche untereinander auf und sorgen bei optimalem Kosten-/Nutzenverhältnis für Entspannung im Wellnessbereich.