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Gut geht anders – Johannes Gutmann ist Keynote-Speaker beim SpaCamp 2013

Mit viel Mut und Leidenschaft, hat Johannes Gutmann, der Gründer von Sonnentor, bewiesen, dass es sich lohnt, seinen Idealen treu zu bleiben und mit Freude das zu tun, woran man aus tiefster Überzeugung glaubt. Beim SpaCamp 2013 wird er aus seinem bewegten Leben erzählen. Ein paar Fragen durfte ich Hannes schon vorab stellen.

Johannes Gutmann (c) Foto: Sonnentor

Johannes Gutmann (c) Foto: Sonnentor

Johannes Gutmann begann vor 25 Jahren alleine mit drei Bauern die Vermarktung seiner biologischen Produkte. Heute gehört er zu den Top-Unternehmern Österreichs und wurde 2011 sogar zum Unternehmer des Jahres gekürt. Er schaffte es von Sprögnitz bei Zwettl aus, einer kleinen Gemeinde im Waldviertel, mit der Marke Sonnentor internationale Bekanntheit zu erlangen. Das Unternehmen beschäftigt heute insgesamt 215 Mitarbeiter und hat Tochterfirmen in Tschechien, Rumänien und Albanien. Seine ersten Bio-Vertragsbauern halten Sonnentor nach wie vor die Treue.

Gutmann gilt als leidenschaftlicher Enthusiast, wenn es um Bio, Nachhaltigkeit und Regionalität geht. Er ist engagierter Botschafter der Gemeinwohl-Ökonomie und setzt viele Elemente daraus im eigenen Unternehmen um.

Lieber Hannes, Bio war für dich immer selbstverständlich. Dabei hast du den Wert der Gesundheit im Marketing nie besonders betont, sondern Humor und Leidenschaft. Warum tun sich so viele, wie beispielsweise auch die Naturkosmetik, so schwer, die Freude hervorzuheben?

Hannes mit Fam. Kainz Kräuterfeld (c) Foto: Sonnentor

Hannes mit Fam. Kainz Kräuterfeld (c) Foto: Sonnentor

Dazu gehört eigentlich nur die konsequente Verbindung von Ideologie und Freude an der Umsetzung. Viele Bio-Pioniere scheitern an der Askese und viele Umsetzer verzetteln sich im Design. Es gehört wie immer das richtige Mittelmaß dazu, in Schönheit sterben ist nix und der ideologische Glaubenskampf ist auch nix.

In der Spa- und Wellness-Branche wird viel über Authentizität und Nachhaltigkeit gesprochen. Leider ist vieles oft mehr Schein als Sein. Woran liegt das?

Der Spa-Bereich ist kostenintensiv und verlangt nach immer neuen Erlebnissen, die trotzdem die Bodenhaftung nicht verlieren dürfen. Auch hier ist es wichtig, die Balance zu finden. Was immer zählen wird, ist die persönliche Ansprache mit kleinen Überraschungen, die Emotion, die Freundlichkeit der Mitarbeiter, der Duft, die Summe vieler Kleinigkeiten.

Gute Ideen brauchen eine starke Wurzel, damit sie sich entfalten können. Was ist für dich eine gute Idee und wie schafft man es, gute Ideen zum Wachsen zu bringen?

Gemeinwohl (c) Foto: Sonnentor

Gemeinwohl (c) Foto: Sonnentor

Eine gute Idee muss aus dem Inneren heraus kommen, diese ist oft nicht weit entfernt und weist den nächsten Schritt am Weg des Erfolges. Viele kleine Schritte und Ideen ergeben einen Weg. Der Erfolg daraus ist der Erfolgsweg. Wenn ich weiß woher ich komme, wenn ich starke Wurzeln habe, dann kenne ich auch die Richtung in die ich mich bewegen sollte.

In dem aktuellen Buch „Gut geht anders“ von Peter Gnaiger und dir sagst du, dass man eine Firma wie einen Garten pflegen muss. Du verweist auf ein afrikanisches Zitat „Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.“ Was kannst du jungen Unternehmern raten, die sehr ungeduldig sind?

Ich kenne selbst die Ungeduld aus meinen Anfängen, ich habe auch bei den Großen zuerst angeklopft. Schnell überall vertreten zu sein und in allen Regalen zu stehen ist ja der Traum jedes Herstellers. Damit ist es mir wie allen jungen Herstellern ergangen. Listungsgebühren und Zahlungen die ich nicht leisten konnte, haben mir diesen Weg Gott sei Dank verhindert. Heute bin ich sehr froh darüber, dass ich damit begonnen habe, über komplett andere und damit alternative Wege nachzudenken und es gibt immer einen anderen Weg, das Ziel zu erreichen.

Fest (c) Foto: Sonnentor

Fest (c) Foto: Sonnentor

Du löffelst jeden Tag mit deinen Mitarbeitern gemeinsam die Suppe (aus 😉 ). Der Mittagstisch ist ein fester Bestandteil. Welche „kleinen“ Rituale schaffen sonst noch Freude am Arbeiten und ein gutes Miteinander bei Sonnentor?

Offene Türen und transparente Zwischenwände, keinen Ziel-Zahlendruck weil es keine Boni zu verdienen gibt. Wir feiern und besprechen jedes Monat warum und wie es uns geht, wir treffen uns in den Pausen zum Quatschen und fahren gratis auf einen zweitägigen Betriebsausflug.

Auf was dürfen wir uns beim SpaCamp freuen?

Auf ehrliche Antworten auf direkte Fragen. Ich hätte mich auch gefreut, wenn mir anfangs jemand ganz offen und direkt seine Meinung gesagt hätte.

Auf meine alte Lederhose, die ist wirklich ein Erlebnis 🙂 und auf die SONNE, die ich sicher mitbringe!

Somit freuen wir uns auf ein sonniges Novemberwochenende in Kitzbühel! Vielen Dank für das Interview, lieber Hannes!

Sonnige Grüße (c) Foto: Sonnentor

Sonnige Grüße (c) Foto: Sonnentor

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