FachBlog

Wellness im Family-Fieber – großes Wachstumspotenzial in der Hotellerie

Der Marktanteil der Wellnessreisen ist im vergangenen Jahr um 24 Prozent gestiegen, der Gesamtreisemarkt hingegen nur um sieben Prozent. Das größte Wachstumspotenzial innerhalb der Wellness-Hotellerie verspricht „Wellness im Familienformat“.

Familien als Umsatzbringer im Wellnesshotel

Im Jahr 2012 konnten 12,41 Prozent der Hoteliers eine steigende Nachfrage für Familienwellness feststellen. Immer mehr Hoteliers planen daher entsprechende Apartments oder Ferienwohnungen, bieten Kinderbetreuung und spezielle Saunazeiten für Eltern mit Kindern an.

Diese Investitionsfreude wird nach unserer Prognose belohnt: Eine aktuelle Erhebung (durchgeführt von der GfK, gemeinsam mit Wellness-Hotels & Resorts zur ITB 2013) ergab, dass mehr als ein Drittel der befragten Familien in diesem Jahr mehr Geld für einen Wellnessurlaub ausgeben möchten.

Warum gerade Familien gute Umsatzbringer sind, liegt klar auf der Hand: Die Hauptzielgruppe, und neben den Paaren das umsatzstärkste Klientel, für Wellness ist und bleibt die Altersgruppe der 30- bis 49-Jährigen.

In dieser Lebensphase ist man aber auch am meisten eingespannt: Familien werden gegründet, die Karriereleiter wird hochgekletter und es gilt einfach alles unter einen Hut zu bringen. Und in dieser „Rushhour des Lebens“ fährt die Familie eben mit – auch wenn man sich einfach nur mal erholen möchte.

Hohe Erwartungen beim Familien-Wellness-Urlaub

Die Erwartungen an einen solchen Kurzurlaub, in dem man Familie- und Wellnessurlaub kombinieren möchte, sind besonders hoch.

Auf der einen Seite wird „Quality-Time“ mit den Kindern erwartet und auf der anderen Seite wollen Mami und Papi Zeit für sich genießen. Darauf müssen sich die Hoteliers mit speziellen Programmen und Angeboten einstellen: die Kremserfahrt für die ganze Familie am frühen Nachmittag mit anschließendem Ponystreicheln, die Kinderbetreuung am frühen Abend mit Nudelessen und Kinderkino, während die abspannenden Eltern sich den Rücken und Füße massieren lassen. Wenn die Kinder dann im Bett sind, wird ein Romantikdinner in Babyphone-Reichweite gewünscht mit anschließendem Cocktail an der Hotelbar.

Eigene Erfahrung mit Kindern und Wellness

Wer selbst Kinder hat (so wie ich zwei Jungs) versteht zwar den Bedarf eines solchen Angebots, sieht aber auch sofort, wo der Haken ist. Mit Kindern im Wellnesshotel verhält es sich so, wie mit einem scharf geschalteten Radiowecker in der Ruhezone: Es wird zwangläufig irgendwann laut. Insbesondere die Gästegruppen der bis 29-Jährigen und der über 60-Jährigen fühlen sich durch Kinder zuweilen gestört.

Um diesem Problem entgegenzuwirken sorgen Hoteliers für kinderfreie Zonen und Zeiten innerhalb des Wellnessbereichs. Das ist aus unserer Sicht nicht diskriminierend gemeint. Im Gegenteil: Ein hoher Prozentsatz (43 bis 47 Prozent) der wellnessfreudigen Familien wünschen sich klare Regelungen, die Diskussionen mit anderen Gästen vermeiden. Wenn sich Hoteliers mit besonderen Angeboten, extra Räumlichkeiten und klaren Regeln für die Familien-Wellness-Gästeschicht einstellen, sind Kinder im Wellnessbereich sogar eine Bereicherung.

Kinder bringen einen immer schnell ins Gespräch und so mancher alleinreisende Gast hat mit uns gelacht und geplaudert, weil die Kinder irgendwas Lustiges angestellt haben.

Mein Fazit:

Klar, das Leben ist kein Wellnesshotel, aber ein Wellnesshotel ist auch kein Kloster und etwas mehr Leben hat dort durchaus Platz.

Weiterführende Links: