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Stille als Erfahrung – Meditation in Sri Lanka

Ein langer Weg führt hoch ins Nilambe Meditationszentrum in Sri Lanka. Nur nur ein kleines Hinweisschild bezeugt, dass sich hier mitten im Wald ein Zentrum befindet, dass von den Gästen nur eins fordert: Stille.

Stille und Ruhe – ein Erfahrungsbericht

Wie viele Menschen mögen wohl bereits diesen langen Weg beschritten haben, um sich selbst zu finden, fragen wir uns bei der Anreise. Schon beim Öffnen der Autotür wird man gebeten still zu sein. Wir folgen dem Gebot und werden in unsere Unterkünfte gebracht. Männlein und Weiblein getrennt. Alles ist sehr spartanisch, aber praktisch.

Das vegetarische Essen ist eine Wonne. Fasane zeigen ihre Jungen, und sogar die Katze miaut buddhistisch leise. Auch die Gewitter, die vorüberziehen, scheinen leise zu grummeln, anstatt mit voller Wucht über uns zu ziehen. Für uns steht fest: Hier ticken die Uhren langsamer.

Erst in dieser Ruhe merken wir, wie schnell wir sonst immer alles erledigen wollen. Nur um beim nächsten Ziel anzukommen.

Himmel über Sri Lanka (c) Foto: Romy Werner

Himmel über Sri Lanka – Meditieren im Nilambe Buddhist Meditations Zentrum (c) Foto: Romy Werner

Meditation ist Übungssache

Der Tag beginnt bereits um 4:45 Uhr mit einem super angenehmen Gongschlag, der durch den Wald hallt, und einen ganz friedlich erwachen lässt. Die Taschenlampe (griffbereit) zeigt den Weg in die Meditationshalle.

Meditation ist Übungssache. Zuerst muss der Körper zur Ruhe kommen. Dann der Geist. Die Gedanken rennen wie galoppierende Pferde, wohin sie wollen, als hätten sie nun endlich Freizeit. Man hat nun Zeit zu beobachten, welche Richtung sie eigentlich einschlagen wollen. Und um welche Themen sie sich kreisen. Man kommt sogar in Versuchung, sich für die Meditation Ziele zu stecken.

Wieviel Wünsche müssen erfüllt sein, damit man sich in den Gedanken endlich wohlfühlen kann?

Unterkünfte im Meditationszentrum Nilambe (c) Foto: Romy Werner

Unterkünfte im Meditationszentrum Nilambe (c) Foto: Romy Werner

Laut Godwin Samararatne ist Meditation eine Art sich selbst Fragen zu stellen und sie sich auch selbst zu beantworten. Durch Meditation lernt man seine eigenen Gefühle ernst zu nehmen, auch die unangenehmen. Das wiederum schenkt uns das Urvertrauen, sich wieder auf sich selbst verlassen zu können. Und ist es nicht das höchste Ziel, sich mit sich selbst und der Umwelt eins zu fühlen?

Das Nilambe Meditations Zentrum in Sri Lanka - spartanisch aber praktisch (c) Foto: Romy Werner

Das Nilambe Meditations Zentrum in Sri Lanka – spartanisch aber praktisch (c) Foto: Romy Werner

Der Übungsplan enthält noch weitere Meditationen: Gehmeditationen, Arbeitsmeditationen, Individualmeditationen, vier Gruppenmeditationen, Chantings, Außenmeditationen.

Grundsätzlich gilt es aber festzuhalten: Die Qualität einer Meditation kann nicht gemessen werden. Es geht auch nicht darum, wie lange man im Schneidersitz sitzt, bis einem die Füße einschlafen. Es geht darum, im Hier und Jetzt anzukommen.

Niemand kann jemanden mehr einen Traum zeigen, der erwacht ist.

Godwin Samararatne

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