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5 Themenbereiche, die 2014 die Spa-Branche bewegen

Beim SpaCamp 2013 letzten Herbst wurden 21 Themen behandelt. Neu war dieses Mal die Präsentation der Ergebnisse, mithilfe von Thesen, die gemeinsam von der Community erstellt und am letzten Tag präsentiert wurden. Wir haben die Ergebnisse für euch zusammengefasst. Im Wesentlichen können sie in fünf Themenblöcke eingeteilt werden.

5 Themen (c) Foto: Dirk Holst

5 Themen (c) Foto: Dirk Holst

  1. Spa-Marketing
  2. Spa-Mitarbeiter
  3. Gesprächsführung und Verkauf im Spa
  4. Spa-Treatment und Räume
  5. Spa-Trends

Spa-Marketing: Print und Online-Medien ergänzen sich wunderbar

Grundtenor des Themenblocks „Marketing“ war, aktiv zu werden, Anmerkungen und Bewertungen im World Wide Web einzusammeln und zu kommentieren. Dies ist immerzu Chefsache, wie Andreas Romani (ideas4hotels – expert experience) anmerkt.

Im Marketing sollte darüber hinaus stets ein großes Augenmerk auf die Auffindbarkeit gelegt werden, aus diesem Grund verrät Michael Kohlfürst (PromoMasters Online Marketing) der SpaCommunity einfache Tricks für mehr Klicks. Ob Facebook, Twitter oder Blog Florian Bailey (User Centered Strategy GmbH) ist der Überzeugung, dass alle Kanäle ineinander greifen und sich gegenseitig verstärken.

Auch Reiseblogger sind immer mehr im Kommen, werden jedoch noch in ihrem Potential und ihrer PR-Rolle unterschätzt, merken Tanja Klindworth (Spaness) und Katja Wegener (ISM Kosmetik) kritisch an. Auch wenn Online-Marketing, Suchmaschinenoptimierung, etc. nun in aller Munde ist, sollten Print-Medien nicht vernachlässigt werden, da es vor allem auf den Mix ankommt. Denn Print und Online-Medien ergänzen sich optimal, wie Sascha Bostan (redspa media) der festen Meinung ist.

Qualifizierte Mitarbeiter sind das Erfolgsrezept im Spa

Der nächste Themenblock lässt sich als „Mitarbeiter-Cluster“ zusammenfassen. Denn nicht nur ein gelungenes Marketing ist vielversprechend für den Firmenerfolg, sondern es sind vor allem die Mitarbeiter eines Unternehmens, welche im Wesentlichen, ob bewusst oder unbewusst, zum Aufstieg oder Untergang eines Unternehmens beitragen.

Daniel Binder (FH Joanneum, Gesundheitsmanagement im Tourismus) und Judith Ertler-Hernández (Vinoble Cosmetics) sind der Ansicht, dass Führungskompetenz als wertvoller Erfolgsfaktor im Spa gilt. Zugleich sollte der Stellenwert der emotionalen Intelligenz oder wie es Dagmar Rizzato (Rizzato Spa Consulting) und Stefan Nungesser (FH Kärnten) nennen – des emotional kompetenten Mitarbeiters nicht verschmäht werden. Ernst Crameri (Crameri Akademie) schlägt tägliche Briefings wie auch Mitarbeiter-Sensibilisierungen vor. Diese Vorgehensweise könnte dazu beitragen, dass der beschriebene Anspruch der Wirklichkeit näher kommt.

Hinzu kommt auch, dass professionelle Arbeit von beispielsweise Masseuren ordentlich und fair entlohnt werden muss. Denn die Qualität sollte zu jeder Zeit im Vordergrund stehen, dies wird vor allem durch die Anstellung von qualifiziertem Personal erreicht, so Jennifer Ospelt (I love Spa). Wichtig und oftmals verkannt ist es laut Jeannine Moosbrugger (Standortagentur Tirol), den Mitarbeitern den nötigen Arbeitsalltagsgestaltungs-Freiraum zu ermöglichen, da dies die Grundvoraussetzung dafür ist, kreativ zu sein, neue Ideen zu generieren und schließlich Innovationen hervorzubringen.

Die Kunst der Gesprächsführung und Sensibilisierung im Verkauf

Einige Sessionleiter widmeten sich der Thematik Gesprächsführung und Verkauf. Laut Oliver Schumacher (Erfolgstrainer für Beauty- und Lifestyle-Unternehmen) erkennt man Gewinner und Verlierer bereits am Start. Deshalb sollte man sich immerzu Gedanken über originelle Gesprächseinstiege machen und seine Gesprächsführung reflektieren. Weitere Tipps zur erfolgreichen Gesprächsführung gab Sonja Seirlehner (Akademie Pesermo) und empfahl, die Schaffung einer Wohlfühlatmosphäre im Gespräch. Darüber hinaus sei es wichtig, Gemeinsamkeiten mit dem Gesprächspartner zu finden und aktives Zuhören zu trainieren.

Erfolgreiche Gesprächsführung will gelernt sein (c) Foto: Theresa Rauter

Erfolgreiche Gesprächsführung will gelernt sein (c) Foto: Theresa Rauter

Die Förderung des Verkaufs lässt sich nicht nur durch eine erfolgreiche Gesprächsführung erzielen, sondern ist ebenso durch die Schaffung eines Mehrwerts realisierbar, indem beispielsweise dem Vollzahler eine Zusatzbehandlung geschenkt wird, Lukas Renggli, Pascal Stalder und Stefan Witzig ( ease DESIGN SPA). Als Schlagwort fiel ebenso „Cross-Selling“, denn das Rad müsse nach Meinung von Hildegard Dorn-Petersen (hotel consult) nicht neu erfunden werden. Aus diesem Grund empfiehlt sie die Findung von Gemeinsamkeiten mit anderen Abteilungen in einem Hotels.

Spa-Einrichtungen und Räume – Zeit und Raum geben

Dies führt uns direkt zum nächsten Themenblock – Spa-Treatment und Räume. Vanessa Marder, (Hotel Post Lermoos) und Judith Ertler-Hernández (Vinoble Cosmetics) sind der Meinung, dass der Erfolg eines „(Spa)-Signature Treatments“ nur dann gewährleistet ist, wenn dieses Konzept vom ganzen Haus gelebt wird.

Voraussetzung für die Kreierung eines solchen Treatments ist laut René Pier (schienbein+pier), dass das Unternehmen seine eigenen Potentiale, Möglichkeiten erkennt und sich rückbesinnt auf seine eigenen Wurzeln, da eine Zukunft ohne Herkunft nicht möglich ist. Daniel Lathan ( sonami AG) bringt der Community das Konzept des aquamental spas näher und weist darauf hin, dass durch die Schaffung neuer Raumkonzepte ebenso komplett andere Sinneseindrücke geschaffen werden können.

In eine ähnliche Richtung geht der Wiener Künstler sha. (Atelier sha), indem er davon überzeugt ist, dass durch die Art und Weise der Raumgestaltung Gäste neue Entfaltungsräume erleben und erfahren können.

Trends – Werte der Zukunft

Drei weitere Sessions lassen sich unter dem Überbegriff „Trend“ zusammenfassen. Dabei stellt Sylvia Glückert (Spa Business Lounge) die Frage ob es den Trend überhaupt gibt, da nach ihrer Ansicht Individualität das Wichtigste ist und bleibt.

Luxustrends der Zukunft (c) Foto: Theresa Rauter

Luxustrends der Zukunft (c) Foto: Theresa Rauter

Eine weitere Entwicklung ist, dass der Luxus der Zukunft vermehrt immateriell ist, das heißt, Werte wie Zeit, Einfachheit und Ruhe gewinnen laut Marlis Minkenberg und Iris Königsdorff (Alter Meierhof Vitalhotel Glücksburg) an Stellenwert. Möglicherweise werden genau aus diesem Grund immer mehr neue Fähigkeiten von Spa-Mitarbeitern nachgefragt. So gewinnt beispielsweise laut Frank Weckesser (SELF THE EMPOWERMENT COMPANY), das Spa-Team als Lifestyle-Begleiter immer mehr an Bedeutung.

Fazit: Von der Theorie zur Praxis

Was diese Entwicklungen für die Zukunft der Spa- und Wellnessindustrie bedeuten mögen, steht noch in den Sternen. Wir sind bereits sehr gespannt darauf, wie die TeilnehmerInnen die neu gewonnenen Erkenntnisse nutzen und wie diese in die Praxis umgesetzt werden. Aus diesem Grund freuen wir uns bereits jetzt darauf, viele von euch beim fünften SpaCamp in Warnemünde wieder zu sehen und mit euch, die während des Jahres gemachten Erfahrungen auszutauschen.

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