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Vivaness und Biofach: eine Messe-Union, die „natürlich“ immer erfolgreicher wird

Immer mehr Verbraucher wollen sich verantwortungsbewusst ernähren und legen auch bei der Körperpflege zunehmend wert auf natürliche Wirkstoffe. Das ist sowohl für den Handel als auch die Kosmetikerin eine große Herausforderung. Ein gutes Bindeglied für die Branche ist die Fachmesse „Vivaness“, die zusammen mit der „Biofach“ jetzt gerade in Nürnberg zu Ende gegangen ist.

Bewährtes und Innovatives aus Naturkosmetik und Bio

Naturkosmetik riecht gut (c) Foto: NuernbergMesse/Frank Boxler

Naturkosmetik riecht gut (c) Foto: NuernbergMesse/Frank Boxler

Der Kunde erwartet einerseits bewährte, vertrauenswürdige Produkte und gleichzeitig innovative Neuheiten. Die Aufgabe des Handels ist es, spannende Entwicklungen der Hersteller aufzuspüren. Insgesamt 2.235 Aussteller aus aller Welt haben auf der „Vivaness“ und „Biofach“ in Nürnberg vergangene Woche vier Tage lang ihre Naturprodukte einem großen Publikum vorgestellt. Über 42.000 Besucher kamen und machten die „Doppelmesse“ damit zu einem großen Erfolg. Die meisten Besucher reisten dabei aus Deutschland, Österreich, Italien, Frankreich und den Niederlanden an.

Vivaness Messegeschehen (c) Foto: NuernbergMesse/Frank Boxler

Vivaness Messegeschehen (c) Foto: NuernbergMesse/Frank Boxler

Das Hauptgeschehen spielt sich natürlich an den Ständen der Aussteller ab. Hier werden die Produkte einerseits präsentiert, andererseits gibt es fort aber natürlich auch alle Hintergrundinformationen, die zum Verständnis vieler Produkte nun einmal nötig sein. Der Endverbraucher von Naturkosmetik und Bio-Lebensmitteln ist von Haus aus gut informiert und kritisch. Wer seine Fragen später als Einzelhändler nicht beantworten kann, befindet sich schnell auf der Verliererstraße.

Natur – der Megatrend der Zukunft

Doch nicht nur fundiertes Produktwissen, auch das Erkennen von großen Trends werden für Produzenten und Einkäufer der „Natur“-Branche immer bedeutender. Auch deshalb verzeichnen „Vivaness“ und „Biofach“ von Jahr zu Jahr mehr Besucher.

Naturkosmetik und Bio - Blick in die Zukunft (c) NuernbergMesse/Frank Boxler

Naturkosmetik und Bio – Blick in die Zukunft (c) NuernbergMesse/Frank Boxler

Die Messe-Union richtet nämlich regelmäßig auch einen Kongress aus, der mit hochkarätigen Fachleuten glänzt. In diesem Jahr war es unter anderem die Zukunftsforscherin Hanni Rützler, die ihrem Publikum die Trend- und Potenzialstudie „Organic“ vorstellte und Fragen beantwortete. Insgesamt wurden die Kongressveranstaltungen von über 6000 Besuchern wahrgenommen.

Wie dynamisch sich der Markt für Naturkosmetik und Bio-Lebensmittel entwickelt, verdeutlichen die Zahlen des letzten Jahres: In 2013 gaben die Verbraucher allein in Deutschland auf diesem Sektor rund 920 Millionen Euro aus. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutete das eine Steigerung um satte sieben Prozent. Sowohl für die Hersteller als auch für den Handel eröffnen sich also große Umsatzchancen.

Andererseits lebt aber gerade dieses Marktsegment stark vom Vertrauen der Verbraucher in die Wahrhaftigkeit sowohl der Produzenten als auch der Einzelhändler. Eine Enttäuschung kann leicht zur Abkehr von einer Marke oder einem Geschäft führen. In diesem Zusammenhang ist es sogar für die Veranstalter der Doppel-Messe fast überlebenswichtig, dass die Aussteller auf Herz und Nieren geprüft werden.

Naturkosmetik-Neuheiten auf den Breeze-Ständen (c) NuernbergMesse/Thomas Geiger

Naturkosmetik-Neuheiten auf den Breeze-Ständen (c) NuernbergMesse/Thomas Geiger

Informationen über nationale und internationale „Bio“-Zertifikate waren deshalb auf der Messe ebenfalls ein heißes Thema. Bei „demeter“ handelt es sich zum Beispiel um ein anerkanntes Zertifikat. Der erste Raumduft, der den „demeter“-Ansprüchen gerecht wird, fand deshalb bei den Käufern auch reißenden Absatz.

Zertifikate und Siegel sorgen für Verbrauchersicherheit

Während „demeter“ mit seiner Produktneuheit die Brücke zwischen nachhaltig produzierten Lebensmitteln und Naturkosmetik schlägt, sind die Zertifikate „Natrue“ und „BDHI“ auf die Naturkosmetikbranche konzentriert.

Natrue (steht für The International Natural and Organic Cosmetic Association) hat seinen Sitz in Belgien und zertifiziert derzeit mehr als die Hälfte aller Naturkosmetikprodukte in Europa. Wer sich mit dem Zertifikat schmücken will, der darf nur natürliche und organische Inhaltsstoffe verwenden und muss nach strengen Standards umwelt- und tierfreundlich produzieren. Bewährte Marken, die das Natur-Zertifikat auf ihren Produkten führen dürfen, sind zum Beispiel Lavera, Primavera und Alverde.

Ebenfalls nicht zu unterschätzen ist das Siegel des BDIH (Bundesverband der Industrie- und Handelsunternehmen für Arzneimittel, Reformwaren, Nahrungsergänzungsmittel und kosmetische Mittel e.V.), mit Sitz in Mannheim, das weltweit knapp 450 Hersteller von Kosmetika, Nahrungsergänzungsmitteln und rezeptfreien Medikamenten zertifiziert hat. Dieses Zertifikat haben sich unter anderem international so bekannte Naturkosmetikmarken wie Dr. Hauschka, Speick und Santa Verde verdient.

Vivaness Novelities (c) Foto: Katja Wegener

Vivaness Novelities (c) Foto: Katja Wegener (war zusammen mit Stephanie Helmig und dem Wellness-Bummler auf der Messe)

Auch die Spas sollen mit ins Naturboot

Auch in den Luxustempeln der Schönheit, in den Spas, wird das Thema Naturkosmetik immer wichtiger. In der Branche bedauert man allerdings ein wenig, dass es hier in der Vergangenheit zu wenig Impulse in Richtung Natur und nachhaltige Kosmetik gegeben hat.

Es waren vielmehr kritische und bewusste Spa-Gäste, die das Thema „Natur“ an die Betreiber herangeführt haben – Ausnahmen von der Regel gibt es selbstverständlich! Wünschenswert sei es aber, so wurde es in Diskussionszirkeln auf der „Vivaness“ mehrfach formuliert, dass die Spas auf breiterer Ebene eine Vorreiterrolle einnehmen und so ein wachsendes Bewusstsein für organische und wohltuende Naturkosmetik schaffen.

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