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Aktuelle Benchmarkzahlen für Spa und Wellness in Deutschland

Seit vielen Jahren besteht die unveränderte Problematik in der Branche: Jeder möchte Zahlen haben, aber niemand will sie herausgeben. Nun wurden in der Spa Business Lounge auf der Beauty in Düsseldorf erstmals strukturiert erhobene Benchmarkzahlen für die Wellnesshotellerie in Deutschland vorgestellt. Und da gab es so manche Überraschung.

Als Unternehmer sind Sie es gewohnt, nach vorne zu sehen – auf die Zukunft Ihres Betriebes, Ihre Ziele und Visionen. Dies gilt umso mehr, wenn Sie in der Wellnesshotellerie aktiv sind. Damit Sie im Markt richtig agieren, sind Benchmarks ein unverzichtbares Instrument. Anhand der richtigen Vergleichszahlen für Spa- und Wellnessbetriebe lässt sich die eigene Position besser einschätzen – eine wichtige Grundlage für operative und strategische Entscheidungen.

Unterteilung in drei Umsatzgrößen erleichtert die Analyse

Im Herbst 2013 ist es erstmals gelungen, eine namhafte Anzahl von Häusern zur Erhebung verlässlicher und relevanter Zahlen zu motivieren. Unterschieden wird nach drei Kategorien bzw. Umsatzgrößen: unter 3.5 Millionen, 3.5 bis 5.5 Millionen und mehr als 5.5 Millionen. Dies erleichtert die Analyse, wie es um die tatsächliche Wirtschaftlichkeit bestellt ist. Die Ergebnisse werden veröffentlicht im renommierten Betriebsvergleich Hotellerie und Gastronomie, der gemeinsam von der Beratungsgesellschaft agere mit der Treugast Solution Group herausgegeben wird. Er wird in Kürze erhältlich sein. Alle genannten Zahlen sind netto und wurden 2013 für das Geschäftsjahr 2012 erhoben.

Benchmarkzahlen Spa & Wellness © agere

Benchmarkzahlen Spa & Wellness © agere

Deutliche Schwachstelle: Liegenanzahl pro Zimmer

Als Schwachstelle zeigt sich ganz deutlich die Anzahl von Liegen pro Zimmer, die gegenüber vielen Anbietern im Nachbarland Österreich als zu gering ausfällt. Bei einem Verhältnis von 0,6 oder sogar nur 0,3 Liegen pro Zimmer(!) kann von Gastorientierung keine Rede sein. Hier gilt es, innovative Lösungen zu finden, wenn der Platz im Haus für eine Erweiterung nicht ausreicht. Ein gelungenes Beispiel ist das Baumhaus im Pinzgauer Wanderhotel Kirchner.

Mit einem Gesamtumsatz pro Gastnacht zwischen 105,70 € (Gruppe I), 124,20 € (Gruppe II) und 158,40 € (Gruppe III) dürfen die Hoteliers in Deutschland ganz zufrieden sein. Weniger aufregend sind die Zahlen allerdings beim Wellnessumsatz pro Gastnacht. Hier schöpfen vor allem die kleineren Häuser in Gruppe I mit einem Wert von 7,25 € ihr Potential noch viel zu wenig aus. Die „klassischen Wellnesshotels“ in Gruppe II verzeichnen einen Schnitt von 11,06 €, einige davon liegen über 17,50 €. Der Schnitt von 2,94 € in der Großhotellerie erklärt sich durch zahlreiche Geschäfts- und Tagungsgäste, die keine Wellnessdienstleistungen in Anspruch nehmen.

Wellness-Umsatz pro Übernachtung © agere

Wellness-Umsatz pro Übernachtung © agere

Capture Rate im Focus der Wellnesshotellerie

Im Focus der klassischen Wellnesshotellerie steht die Capture Rate: Wie viele Hotelgäste erreiche ich wirklich mit meinem Angebot? Das ist doch genau das, was man eigentlich wissen will und muss. Unverständlich, dass diese Zahl in vielen Betreiben nicht festgehalten wird.

Ein kritischer Faktor im Spa sind die Personalkosten, denn für ein hohes Niveau der Dienstleistungsqualität werden qualifizierte Therapeuten und nur wenige Hilfskräfte benötigt. In vielen Häusern bewegt sich der Personalaufwand knapp unter 50 %, doch die Schwankungen sind erheblich – der Spitzenreiter konnte mit 89,7 % Personalkosten aufwarten. Sehr unterschiedlich auch die Produktivität der Mitarbeiter, die sich zwischen 2.400 € und 7.600 € pro Monat bewegte.

Benchmarking unverzichtbar für erfolgreiche Positionierung

Die vorgenannten Auswertungen zeigen: Benchmarking im Wellness- & Spa-Bereich ist unverzichtbar, wenn es darum geht, ein Wellnesshotel mittel- und langfristig erfolgreich im Markt zu positionieren. Obwohl die Wellnesshotellerie in Deutschland mehr als 20 Jahre Erfolgsgeschichte geschrieben hat, fehlt bei zahlreichen Anbietern die Wahrnehmung für relevante Kennzahlen, während Wareneinsatzquoten als Messlatte im F&B eine Selbstverständlichkeit sind. Der Kostendruck wird in den nächsten Jahren ebenso steigen wie die Verknappung von Mitarbeiter-Ressourcen – ein guter Grund, noch heute mit dem Benchmarking in SPA und Wellness zu beginnen.

Daher meine herzliche Bitte: Beteiligen Sie sich an der aktuellen Erhebung für das Jahr 2013, die am 1. April 2014 startet. Sie ist kostenlos und anonym. Die Recherche erfolgt neutral und vertraulich. Jeder Teilnehmer erhält eine kostenlose Ausgabe des Betriebsvergleiches 2013/2014. Die Fragebogen stehen ab April unter www.agere-beratung.de zum Download bereit.

Präsentieren darf ich die Zahlen Ende November 2014 auf dem 4. AHGZ Wellness Gipfel. Er wird am 24. und 25. November 2014 im Brenners Parkhotel & Spa in Baden-Baden stattfinden. Dort entsteht aktuell in der historischen Villa Stephanie Europas führendes Destination Spa.

Außenaufnahme Villa Stephanie © Brenners Park-Hotel & Spa

Außenaufnahme Villa Stephanie © Brenners Park-Hotel & Spa

Schon jetzt darf ich verraten: die Reise lohnt sich! Also: Save the date: 24./25.11.2014 in Baden-Baden!

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