FachBlog

Kooperationen von Spas mit Blogs

In den USA haben sich Blogs neben Printmedien längst etabliert. In Deutschland gibt es zwar mittlerweile Mode- und auch Beauty- und Lifestyleblogs, die man durchaus ernstnimmt, aber in der Spa Branche kann man mit dem Medium „Blog“ nach wie vor noch nicht so wirklich viel anfangen.

„Nebenbei geführte“ Spa Blogs vs. „Unabhängig geführte“ Spa Blogs

Blogging – © Foto: Jennifer Ospelt

Blogging – © Foto: Jennifer Ospelt

Vorab sollte man unterscheiden zwischen Blogs, die einem Unternehmen angegliedert sind auf der einen und unabhängig geführten Blogs, an die keine andere Geschäftstätigkeit gekoppelt sind, auf der anderen Seite. Im Folgenden möchte ich mich auf letztere beziehen.

Wenn man „Spa Blog“ googelt, landet man als erstes hier bei SpaCamp, als zweites bei I love Spa. Wenn man sich die weiteren Ergebnisse dann mal so anschaut, merkt man, dass die Spa Branche nicht so wirklich viele unabhängig geführte Blogs zu bieten hat, insbesondere im deutschsprachigen Raum.

Treatment Test © Foto: Jennifer Ospelt

Treatment Test © Foto: Jennifer Ospelt

Dementsprechend können die meisten Spas und Spa Brands mit Kooperationsanfragen auch (noch) nicht wirklich viel anfangen und scheinen nach wie vor zu 100% auf „Print“ zu setzen. Die meisten Spa Brands reagieren überhaupt nicht auf meine Emails und Kooperationsanfragen, aber auch viele Hotel Spas oder Day Spas zeigen sich eher ängstlich als kooperativ. Man merkt sehr deutlich, welche Produktlinien schon durch die Beauty-Bloggerszene an Blogs gewöhnt sind. Wie viel Spaß Bloggen machen kann, merkt man wenn Spas, Produktlinien oder Yogastudios den Mehrwert an der Sache erkennen. So entsteht eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten.

Vorteile eines Spa Blogs

Dabei sind die offensichtlichen Vorteile eines Online-Mediums nicht von der Hand zu weisen:

  • Einmal veröffentlichter Content landet nicht im Altpapier, sondern bleibt erhalten und ist jederzeit für jeden abrufbar.
  • Der Leser ist nicht an Öffnungszeiten des gut sortierten Zeitschriftenhandels gebunden.
  • Der Content ist jedem Endverbraucher zu jeder Zeit kostenfrei zugängig, ganz unabhängig von seinem finanziellen Budget.
  • Blogs bedienen nicht nur den Entertainmentfaktor, sondern können anhand verschiedener Tools auch aktiv vom Leser dazu genutzt werden, eine individuelle Empfehlung aufzutun.

Es könnte sich also lohnen, sich das Thema Blog mal etwas genauer anzuschauen.

Besucherzahlen und Zielgruppe

Tee nach dem Treatment - © Foto: Jennifer Ospelt

Tee nach dem Treatment – © Foto: Jennifer Ospelt

Im Falle von I love Spa kommen 55% der Besucher über Google auf den Blog. 20% der Leser geben die URL direkt ein und 15% kommen über Facebook. In den vergangenen 4 Wochen hatte der Blog 22.113 Seitenaufrufe und 6.178 eindeutige Besucher. Bedenkt man nun, dass mehr als die Hälfte aller Besucher über Google auf dem Blog landet, so sind das fast 4.000 Menschen, die nach einem Spa in Berlin suchen (so ist der Blog optimiert). Fast 4.000 Menschen, die Geld ausgeben wollen und noch nicht wissen, wo. Fast 4.000 Menschen, deren Entscheidung ich mit meinen Empfehlungen maßgeblich beeinflussen kann.

Größeres Vertrauensverhältnis durch direkte Kommunikation

Durch Social Media-Kanäle wie Facebook oder Instagram können die Leser einen sehr persönlichen Bezug herstellen zu mir als Person und meinem Blog. Aufgrund sehr vieler sehr großartiger Emails würde ich nicht nur behaupten, dass ich die besten Leser der Welt habe, sondern auch, dass durch diese direkte Möglichkeit der Kommunikation (verglichen mit Print) ein viel größeres Vertrauensverhältnis zwischen Leser und Blogger entsteht.

Milchmädchenblog oder ernstzunehmendes Medium?

Presse-Event – © Foto: Jennifer Ospelt

Presse-Event – © Foto: Jennifer Ospelt

Mit wachsender Leserzahl bieten sich einem allerdings auch zunehmend Annehmlichkeiten dar. Hier zeigt sich schnell, wer Milchmädchenblogger ist (will heissen, wer sich für unbezahlte Produktwerbung hergibt) und wer authentisch bei seinem Konzept bleibt. Da ich selbst ja nicht nur Blogger, sondern auch Leser anderer Blogs bin, würde ich aber einfach mal behaupten, dass man als Leser erstere ganz klar von letzteren unterscheiden kann. Mich persönlich turnen solche Blogs stark ab und ich vermute, da geht es vielen ähnlich.

Spa-Zeitschriften vs. Spa Blogs

Hier wird ja ganz gerne eine Konkurrenz-Situation konstruiert. Meiner Meinung nach kann man Spa-Zeitschriften aber nicht wirklich mit Spa Blogs vergleichen. Das ist wie mit den Äpfeln und den Birnen. Ich liebe es, in Spa-Zeitschriften zu blättern und mir hochwertige Fotos von Spas an exotischen Orten anzuschauen. Ich würde jedoch behaupten, dass der Leser eines Spa Blogs sich nicht unbedingt in Spa X auf Insel Y träumen möchte, sondern meinen Blog ganz gezielt mit seinem Smartphone in der U-Bahn aufruft, weil er einen miesen Tag hatte und nicht weiss, wo er sich davon erholen kann.

Bademantel – © Foto: Jennifer Ospelt

Bademantel – © Foto: Jennifer Ospelt

Fazit: Ein bisschen allgemeine Entspannung wäre also ganz cool. Wenn man diesen Konkurrenz-Gedanken (Print vs. Blog) einfach mal beiseite schiebt. Wenn Spas ganz allgemein ein bisschen weniger Angst vor einem Spa Blog hätten. Und wenn klassische Spa Brands sich dieser Idee ein wenig mehr öffnen würden – denn wo sonst würde das alles besser hinpassen und genau die Menschen erreichen, die ganz gezielt danach suchen als auf einen Spa Blog?

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