BlogFachartikel, Interviews und Einblicke für Spa, Wellness und Gesundheit

Die 10 beliebtesten Ausstattungsfails im Treatmentraum

Ich wage hier und heute mal die Behauptung, dass die meisten Spa-Ausstatter selbst noch nie in einem Treatmentraum gearbeitet haben. Ich bin seit vielen Jahren als freiberuflicher Spa Therapist in den unterschiedlichsten Treatmenträumen unterwegs und fast überall wiederholen sich die gleichen Unannehmlichkeiten, die einem das Arbeiten erschweren.

Da hier auch Ausstatter mitlesen, möchte ich einfach mal die Gelegenheit nutzen und meine persönlichen Top 10 mit euch teilen. Ich würde mich über Kommentare und Anregungen von der Aussttatterseite riesig freuen!

Treatmentraum © Alexandre Zveiger - Fotolia.com

Treatmentraum © Alexandre Zveiger – Fotolia.com

1. Die Klimaanlage

„Können Sie bitte die Klimaanlage ausschalten?“ – Welcher Spa Therapist wird das nicht regelmäßig gefragt. Leider kann man das meistens nicht. Mit viel Glück hat man zwar ein Rädchen oder ein digitales Display im Raum, über das man die Raumtemperatur theoretisch beeinflussen kann, aus meiner praktischen Erfahrung heraus ist die Klimaanlage in einem Treatmentraum aber einer der größten Überraschungsfaktoren. Vor allem, wenn die Außentemperatur von einem Tag auf den anderen stark ansteigt oder fällt, hat man gerne mal arktische oder wahlweise saunaartige Temperaturen im Raum. Nicht gut. Außerdem gibt es immer noch Treatmenträume, in denen sich die Klimaanlage in der Mitte der Decke direkt über der Behandlungsliege befindet und die kalte Luft direkt auf die nackte Haut pustet. Brrr.

2. Die Musik

Hier gibt es prinzipiell 2 Möglichkeiten. Einmal die gema-konforme Automatikbeschallung, bei der einem die immer gleiche Musik auf unterschiedlichen Kanälen zur Verfügung steht oder aber man kann seinen eigenen MP3-Player anschliessen. Da letzteres nicht wirklich rechtens ist, wäre es schön, wenn sich die Musik der Automatikbeschallung nicht über Jahre hinweg in der Endlosschleife wiederholt. Auch wenn man es nicht glauben mag: Stammgäste merken das.

3. Das Licht

Es gibt Beleuchtungssysteme, die ich auch während langjähriger Kooperationen nicht in ihrer Komplexität zu erfassen imstande war. Ich will also beispielsweise das Licht runterdimmen, bevor der Gast sich umdreht auf den Rücken und plötzlich blinkt irgendwo ein Regenbogen. Hilfe! Eine einfache Bedienungsweise wäre hier von Vorteil. Bei Treatmenträumen mit Tageslicht wäre es darüberhinaus ganz schön, wenn man den Raum trotzdem abdunkeln kann. Das habe ich persönlich bisher aber leider noch nirgendwo erlebt.

4. Kerzen

Meiner Meinung nach gehören in einen Treatmentraum Teelichter. Allerdings scheint sich seit 1-2 Jahren der merkwürdige Trend „Fakekerzen“ zu etablieren. Wer schonmal eine Behandlung bei unnatürlichem, monotonem Kerzenflackern hatte, wird ziemlich wahrscheinlich schnell die Augen geschlossen haben. Superfail!

5. Hot Cabinet

Fakt ist: So ein Hot Cabi ist nicht sehr schön anzusehen und versaut einem gerne mal das puristisch durchgestylte Design. Aus diesem Grund wird es manchmal im Schrank versteckt. Vorzugsweise unten. Das sorgt dann für ziemlich stramme Oberschenkelmuskulatur. Oft muss man außerdem eine Tür öffnen, um es benutzen zu können, die dann während der Behandlung im Weg ist. Am Hot Cabi wird auch gerne gespart. In Modellen, die nur über eine Wärmestufe verfügen, wird das Öl so heiss, dass man es in den eigenen Händen abkühlen muss, bevor man loslegt. Und das tut bisweilen ganz schön weh.

6. Die Handtücher

Ich weiss nicht genau, warum das so ist, aber bisher gab es nur in einem Spa, für das ich tätig war, Handtücher, die groß genug waren, um damit einen durchnschnittlich großen, mitteleuropäischen Menschen komplett zuzudecken. Die Standard-Handtuchgröße reicht manchmal für asiatische Gäste, in 95% der Fälle braucht man aber 2 Handtücher, damit die Füße nicht rausschauen. Vollkommen unsinnig, da so viel mehr Wäsche anfällt als wenn die Handtücher einfach 50cm länger wären.

7. Der Rollhocker

Ich sass bisher in genau einem Spa auf einem Rollhocker, der praktisch lautlos über den Fußboden glitt – von daher weiss ich, dass es diese Hocker gibt. Allerdings vermute ich, dass eben diese Sorte Hocker teurer ist als die, die man so gemeinhin in Spas findet. Auf jeden Fall stellt ein Rollhocker, der nicht ordentlich rollt, ein großes Nervpotential dar – sowohl für den Behandler, als auch für den Gast.

8. Lärm

Die meisten Treatmenträume scheinen zu 100% lärmdurchlässig. Vom Telefonklingeln der Rezeption über lautstark geführte Telefonate von Gästen, Klackern von High Heels auf hartem Fußboden, Rollgeräuschen von Koffertrolleys bis hin zu Kindergeschrei oder Kinderrennen – der Phantasie an Ruhestörungen sind hier keine Grenzen gesetzt.

9. Der Fußboden

Ein hübscher Holzfußboden hat sicherlich seinen Reiz. Dennoch sollte man bedenken, dass mindestens 85% der Leute nach der Behandlung mit öligen Fußsohlen durch den Treatmentraum laufen (obwohl man ihnen die Frotteeschlappen zum Reinschlüpfen direkt neben die Liege auf einen Vorleger stellt). Man hört immer wieder, dass die Nachtreinigung Probleme hat, das Parkett zu entölen. Vielleicht wäre so ganz allgemein ein pflegeleichterer Bodenbelag also nicht die schlechteste Idee.

10. Stauraum

Aus Behandlersicht ist es immer ganz gut, wenn man für 2-3 Behandlungen Material im Raum hat. Will heissen: ausreichend Laken, große Handtücher und kleine Handtücher. In den meisten Treatmenträumen ist nicht genug Stauraum vorhanden. Ich habe sogar schon in Räumen gearbeitet, in denen gar kein Stauraum vorhanden war. Unter’m Strich ziemlich unpraktikabel.

Wie seht ihr das? Was sind eure Erfahrungen in Bezug auf Treatmentraum-Ausstattung? Ich freue mich auf eure Meinungen und Anregungen in den Kommentaren!