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NaturkosmetikCamp 2014 – Thesen und Ergebnisse

Am vergangenen Wochenende fand das erste NaturkosmetikCamp statt. Wolfgang hat in seinem Blogpost am Dienstag ja schon einiges zum Ablauf geschrieben. Im heutigen Beitrag soll es um die Thesen gehen, denn es war zweifelsohne ein BarCamp mit handfesten Ergebnissen.

Im Folgenden werde ich also versuchen, die Thesen und Ergebnisse thematisch zu gliedern und so knackig wie möglich zusammenzufassen.

Naturkosmetikmarkt und Trends

Elfriede Dambacher © Dirk Holst DH STUDIO

Elfriede Dambacher und Ulrich Heinze © Dirk Holst

In der Session von Beate Vogel und Elfriede Dambacher ging es um den europäischen Naturkosmetikmarkt. Wichtiges Ergebnis: Authentizität und Glaubwürdigkeit sind unabdingbar. Hier wurde außerdem herausgearbeitet, dass dem Markt eine starke Lobby fehlt. Nur gemeinsam kann es in die Breite gehen. Aber auch in den Sessions von Julia Keith und Bodo Kubartz ging es um den Markt und Trends. Ein Fazit aus Julia’s Session: Tradition und Innovation schliessen sich nicht aus. Der Naturkosmetikmarkt braucht mehr mutige Konzepte! In der Session von Bodo Kubartz wurde klar, dass der Markt für reine Naturparfums noch am Anfang steht.

 Siegel und Richtlinien – die Verbraucher sind verwirrt

Session mit Julia Keith © Dirk Holst DH STUDIO

Session mit Julia Keith © Dirk Holst

Verbaucher wünschen sich mehr Klarheit und Transparenz im Siegeldschungel. Darüberhinaus würde sich die Branche einen großen Gefallen tun, wenn die Labels weniger gegeneinander agieren würden und mehr an einem Strang ziehen. Beides Erkenntnisse aus der Session von Michael Pfister.

In der Session von Ulrich Heinze wurde klar, dass die neue ISO-Norm eine große Herausforderung für alle Beteiligten darstellt. Bei dieser Norm kann es sich sowohl um ein Risiko, als auch um eine echte Chance für die Naturkosmetik handeln. Kein Grund also, den Kopf in den Sand zu stecken und zu resignieren! Auch in Maria Pieper’s Session ging es um Siegel und Richtlinien sowie die Unterscheidung zwischen Natur- und Bio-Kosmetik. Hier wurde nochmal klar, wie streng das Österreichische Lebensmittelbuch (ÖLMB) ist.

Rohstoffe: Gehört der Biokosmetik die Zukunft?

Maria Kaiser © Dirk Holst DH STUDIO

Maria Kaiser © Dirk Holst

Gleich in 3 Sessions ging es um Rohstoffe. In der Session von Maria Kaiser wurde einmal mehr klar, dass Zertifizierungen alleine nicht ausreichen, sondern dass darüberhinaus auch ein besonderes Augenmerk auf die Rohstoffqualität gerichtet werden muss.

Wie auch in der Session von Franziska Breisinger und Maria Holzner kam man hier zu dem Schluss, dass kein Weg an der Biokosmetik vorbeiführt – insbesondere, da der Begriff Naturkosmetik immer schwammiger zu werden scheint.

Einen Einblick in die aktuelle Wissenschaft gab Dorothea Janke und stellte mit dem Mineralkomposit einen neuen Rohstoff vor.

Marketing & Sales: Firmenkultur ist nicht kopierbar

Session mit Maria Angerer © Dirk Holst DH STUDIO

Session zum regen Mitmachen mit Maria Angerer © Dirk Holst

Zum Thema „Marketing & Sales“ gab es gleich 4 Sessions. Sowohl bei Jenny Pohl, als auch bei Sonja Seirlehner wurde klar, dass aktives Marketing nicht teuer sein muss und auch mit kleinem Budget möglich ist.

Aber auch bei Maria Angerer und Uwe Schürmann ging es um den Verkauf über verschiedene Kanäle. Kundensicht und Unternehmenssicht stimmen hier leider oft nicht überein. Ein beruhigendes Fazit: Alles lässt sich kopieren, die Firmenkultur jedoch nicht.

 Ökologische Nachhaltigkeit bewährt sich

Session mit Stephan Becker © Dirk Holst DH STUDIO

Session mit Stephan Becker © Dirk Holst

In insgesamt 2 Sessions ging es um das Thema Nachhaltigkeit. Bei Anke Boy wurde herausgearbeitet, dass ein gewinnorientiertes Wirtschaften ohne Ausbeutung von Mensch und Natur im Fokus stehen sollte.

Authentizität und Konsequenz sind hier unabdingbar. In der Session von Stephan Becker wurde darüberhinaus klar, dass der Naturkosmetikmarkt kein Nischenmarkt mehr ist.

Naturkosmetik im Spa

Sylvia Glückert © Dirk Holst DH STUDIO

Sylvia Glückert © Dirk Holst

Den Bogen von der Naturkosmetik zur Spa Branche schlugen sowohl René Pier, als auch Sylvia Glückert. Auch hier ist Konsequenz gefragt. Das Ergebnis aus Sylvia’s Session: Wenn schon Green Spa, dann auch in aller Konsequenz. Hierbei ist es eine Grundvorraussetzung, als Gastgeber zu 100% hinter seinem Konzept zu stehen.

Bei René wurde nochmal deutlich, dass zu einer tollen Marke immer auch eine tolle Geschichte gehört. So kann man beispielsweise die Herkunft der Produkte problemlos mit einfliessen lassen.

Sessionplan beim NaturkosmetikCamp © Dirk Holst DH Studio

Sessionplan beim NaturkosmetikCamp © Dirk Holst

Unter’m Strich kann man wohl sagen, dass es großen Rede- und Diskussionsbedarf gab und auch zukünftig geben wird. Meiner Meinung nach ein gelungener BarCamp-Auftakt mit außerordentlich engagierten und sympathischen Menschen.

Alle Thesen aus den einzelnen Sessions, übersichtlich zusammengefasst, findet ihr hier.