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Frisch eingeflogen: News vom Global Spa & Wellness Summit in Marrakech

Der Global Spa & Wellness Summit ist der weltweit führende Event, zu dem sich alljährlich die internationale Spa-Branche trifft. In diesem Jahr fand der GSWS unter dem Motto „Fast Forward“ vom 9. – 12. September 2014 in Marrakech statt. Die Reise in die Zukunft fährt definitiv auf der Überholspur, denn der Wellness-Tourismus verspricht weiterhin gigantische Wachstumszahlen.

Veranstaltungsort des Global Spa and Wellness Summit 2014 war Marrakech © Four Seasons Resort Marrakech

Veranstaltungsort des Global Spa and Wellness Summit 2014 war Marrakech © Four Seasons Resort Marrakech

Der globale Markt im Wellness-Tourismus

Es war die Sensation im letzten Jahr, dass eine strikte Trennung von medizinischen und Wellness-Dienstleistungen gefordert wurde, um Sicherheit für die Anbieter und Klarheit für den Verbraucher zu schaffen. SRI präsentierte nun ein Update der 2013 vorgestellten Studie mit dem Titel „Global Wellness Tourism Economy“.

Das Ergebnis der neuen Zahlen ist beeindruckend. Der Globale Markt im Wellness-Tourismus hat ein Volumen von 494 Milliarden US$ erreicht. Das ist ein Zuwachs von 12,5% und liegt damit über den Prognosen des letzten Jahres von 9%.

Damit diese auch wirklich ausgegeben werden, muss man sich logischer Weise auf die Reise begeben. Kaum zu glauben, dass nur 42% aller US-amerikanischer Kongress-Abgeordneten überhaupt einen Reisepass besitzen. Und was die Europäer angeht, haben sie nicht nur als Reisende die Nase vorne, sondern auch beim Spa-Umsatz in Höhe von 29,4 Milliarden Euro.

Revival der Badekultur

Wir sind eine Branche, der es ein Anliegen ist, dass es anderen gut ergeht. Das macht sie so speziell.

Betonte GSWS-Begründerin und CEO Susie Ellis. Sie hat deutsche Wurzeln und hat ihre ersten Lebensjahre in Baden-Baden verbracht. Deshalb erfreut es sie ganz besonders, dass sich ein ganz klarer und neuer Trend abzeichnet: die Wiederbelebung der Badekultur – in Europa und weltweit.

Der neue Trend hin zur Wiederbelebung der Badekultur erfreut GSWS-Begründerin Susie Ellis © Global Spa and Wellness Summit

Der neue Trend hin zur Wiederbelebung der Badekultur erfreut GSWS-Begründerin Susie Ellis © Global Spa and Wellness Summit

Immer mehr Gäste sind auf der Suche nach authentischen und gesundheitsfördernden Anwendungen und entdecken die klassische Balneotherapie wieder. Was manchen einfach nur gut tut, wird von anderen wegen der positiven Auswirkungen auf das Immunsystem und Bluthochdruck sowie entgiftender Effekte geschätzt.Dabei handelt es sich möglicher Weise um die älteste Form von Spa-Anwendungen, wie sie bei den Römern zu finden war.

Was also hindert so manchen Kur- und Badeort oder manche Thermenregion im deutschsprachigen Raum, neue und kreative Wege zu gehen oder diese zu vertiefen, um bei dieser Wiederbelebung rechtzeitig mit dabei zu sein?

Damit alles immer richtig geplant und umgesetzt wird, haben die Akteure des GSWS in eine Studie investiert, die Standards für Hydrotherapie und das damit verbundene Umfeld setzen soll.

Späte Ehre für Wellness-Pioniere

Nur, wer seine Wurzeln kennt, ist fit für die Zukunft. Deshalb verständlich, dass sich die Organisatoren des Summits in diesem Jahr auf die Pioniere der Wellness-Bewegung, Don Ardell und John Travis, besonnen und sie mit einem besonderen Innovationspreis ausgezeichnet haben.

Beide waren sich einig: die meisten erwarten heute immer noch zu viel vom öffentlichen Gesundheitssystem und ihrem Arzt. In der Zukunft geht es darum, dass jeder für sich den richtigen Schlüssel für sein persönliches Wohlergehen findet. Sich hier und da ein wenig Wellness in Form von Spa-Anwendungen abzuholen, reicht in keinem Fall.

Beim Kampf gegen den inneren Schweinehund zu helfen, könnte eine Aufgabe für die Wellness-Hotellerie sein. „Es ist nicht einfach und erfordert eine gewisse Disziplin, den persönlichen Lebensstil zu ändern“, bestätigt der Wellness-Pionier Don Ardell. Probleme, mit denen wir uns in Zukunft beschäftigen müssen, sind Einsamkeit und Depression, denn der Trend zu Single-Haushalten hält an. Schon heute sind es 64% in Stockholm, 60% in Moskau und 46% in London. In Deutschland lebt ein Drittel der Bevölkerung in Single-Haushalten, 42% von ihnen leben in Großstädten mit mehr als 100.000 Einwohnern.

Spas können hier eine gute Gelegenheit für Begegnung und Kommunikation sein. Das könnte sich potenzieren, denn die Popularität von Spa und Wellness wächst weiter: die Anzahl relevanter Spa-Einrichtungen weltweit wird derzeit auf über 100.000 geschätzt. Bedauerlicherweise sehen sie mittlerweile alle ziemlich gleich aus. Hier ist aus Sicht der Referenten deutlich mehr Kreativität angesagt.

Mehr Mut zu wirklich neuen Ideen

Ganz ohne klassisches SPA kommt die neue Hotelgruppe EVEN aus: statt Treatments und Pool sorgt man dafür, dass Wellness-orientierte Gäste auch auf Reisen auf nichts verzichten müssen, was sie sonst zu Hause für ihren gesunden Lebensstil tun: von Trainingsmaterial auf den Zimmern bishin zu gesundem Essen. Viele nicht nur für die US-Zielgruppe interessante Tipps finden sich unter der von EVEN-Hotels finanzierten Website WellWellWell.

Am 13. Juni 2015 findet der Global Wellness Day statt © Global Spa and Wellness Summit

Am 13. Juni 2015 findet der Global Wellness Day statt © Global Spa and Wellness Summit

Einen Kick zum gesunden Lebensstil ganz besonderer Art hat die 38jährige, türkische Hotel- und Spabetreiberin Belgin Aksoy ersonnen. Ihrer Einladung zum Global Wellness Day, der am 13. Juni 2015 stattfinden wird, schlossen sich die mehr als 400 Kongressteilnehmer begeistert an.

Global Spa & Wellness Summit 2015 in Mexico City

2015 geht der GSWS auf die Reise nach Lateinamerika. Dort wird bis 2017 von einer Verdoppelung des Wellness-Tourismus ausgegangen. Das Ziel heißt Mexico City. Was die Anwesenheit des Tourismus-Ministers der Stadt vermuten ließ, hat sich am Ende bestätigt: dort wird im nächsten Jahr der GSWS stattfinden.

Auch wenn der Politiker über den Bau eines neuen Sauna-Typs berichten konnte, der am System der alten Azteken angelehnt ist, hatte er bereits von Anfang an klar gemacht, dass der Bau neuer Hotel-Spas in der Metropole vor allem dazu dient, leere Hotelbetten am Wochenende zu füllen. Von einem ganzheitlichen Wellness-Konzept kann also kaum die Rede sein – aus meiner Sicht eine vielleicht fragwürdige Entscheidung.

Unsere Gäste von morgen, die Generation Y: Diskussionforum am GSWS © Global Spa and Wellness Summit

Unsere Gäste von morgen, die Generation Y: Diskussionforum am GSWS © Global Spa and Wellness Summit

DAS Top-Thema: Die Generation Y

Dies soll nicht davon abhalten, den Blick auf das für mich absolute Top-Thema der Veranstaltung zu richten: unsere Gäste von morgen, die Generation Y. An manchen von uns Baby-Boomern, vor allem an denen, die keine Kinder in diesem Alter haben, mag die Herausforderung völlig vorbeigegangen sein, vor die uns die nächste Generation stellt. Sie sind ganz anders als jede andere jugendliche Altersklasse zuvor, haben ihre eigenen Präferenzen, sind mehr als 10 Stunden täglich online und haben damit direkten Zugang zu allen Informationen: jetzt und heute.

Diese Aspekte habe ich völlig verschlafen, wie mir auf dem GSWS bewusst geworden ist: Deshalb habe ich mich entschlossen, dem Thema meines Impuls-Vortrages beim Spa-Camp eine neue Richtung zu geben: das Spa der Zukunft für neue Generationen.

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