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Michael Pfister über Leidenschaft, Konsequenz, Transparenz und Liebe zur Natur

Die Pure Green Group, sesshaft in Tirol, steht für kompromisslose Naturprodukte nach hohen Qualitätsstandarts. In unserem heutigen Interview eröffnen wir einen interessanten, aber vor allem ehrlichen und kritischen Einblick von Michael Pfister, Leitung Marketing & Vertrieb, in die Themen vegane Naturkosmetik, Nachhaltigkeit, Authentizität und vieles mehr.

1. Deine Leidenschaft gehört der veganen Naturkosmetik. Hat Gesundheit, Ernährung und nachhaltiger Umgang mit Ressourcen schon immer eine große Rolle in deinem Leben gespielt?

Michael Pfister

Michael Pfister

Was heißt große Rolle – ich wollte Dinge immer gut und ehrlich machen. Man denkt über viele Aspekte aber erst nach, wenn man „älter“ ist und seinen eigenen Blickwinkel geschärft hat bzw. wenn man nicht mehr das als „Wahrheit“ akzeptiert, was andere einem vorgeben.

Für mich persönlich ist es einfach keine Option, irgendetwas zu machen, was anderen – damit meine ich natürlich Tiere und Menschen – bewusst schadet. Da ist es die logische Konsequenz, auf viele Dinge zu achten und in weiterer Folge vegan zu leben. Für mich besteht hier keine andere Wahl. Da geht es nicht so sehr um Gesundheit, als vielmehr um eine Wertelandschaft.

2. Auf welchem Stand ist die vegane Naturkosmetik und wohin geht die Reise?

Aus meiner Sicht gehören Naturkosmetik und vegan zusammen. Momentan ist es eben noch nicht so. Viele Firmen werben mit veganer Kosmetik, haben aber nichts mit Natur zu tun und umgekehrt. Eine vegane Lebensweise beschäftigt sich aber nicht nur mit Essen, sondern mit einer Grundeinstellung. Daher gehören die zwei Dinge ganz einfach zusammen.

Die Reise muss vor allem dahin gehen, dass die Zertifizierung veganer Produkte besser und transparenter wird und die Kontrollen schärfer. Ehrlichkeit und Transparenz macht sich mittel- und langfristig bezahlt. Davon sind wir überzeugt.

 3. Als stolzer Vater einer kleinen Tochter interessiert uns die Frage nach Kindern und veganer Ernährung sowie veganer Kosmetik. Mit welchen Vorurteilen ist man konfrontiert? Wie gehst du damit um?

Sehr stolz 🙂 Natürlich gibt es viele Vorurteile und kritische Fragen, aber man muss sich vor Augen halten, woher das kommt. Viele haben sich einfach einige Fragen noch nie selbst gestellt, weil es uns von kleinster Kindheit an anders vorgezeigt wurde. Und viele haben natürlich Angst vor den Antworten: sich selber einzugestehen, dass man etwas macht, was vielleicht nicht toll ist, ist meist sehr schwierig.

Aber gerade wenn es um unsere Kinder geht ist es wichtig, Ressourcen zu erhalten und ihnen zu ermöglichen, dass es die Welt auf der sie leben sollen dann auch tatsächlich noch gibt. Und das ist unter Umständen nur noch dann der Fall, wenn wir endlich umdenken.

Zu unseren wichtigsten Aufgaben zählt es, die natürlichen Ressourcen für die nachfolgenden Generationen zu erhalten © Pure Green Group

Zu unseren wichtigsten Aufgaben zählt es, die natürlichen Ressourcen für die nachfolgenden Generationen zu erhalten © Pure Green Group

Der falsche Weg ist es, aus purem Egoismus und weil es einfacher scheint (was gar nicht stimmt!) all die Dinge in Kauf zu nehmen, die zum Beispiel für die Herstellung von einem Stück Fleisch verursacht werden. Das umfasst unter anderem den Verbrauch von tausenden Litern Trinkwasser, die Rodung der Regenwälder, die Verstärkung des Treibhauseffekts und der Tod eines fühlenden Lebewesens.

4. Welche Entwicklung kann man aus deiner Sicht im Bereich Private Label feststellen? Wie gehen Hotel-Kunden mit dem Druck zwischen geringen Kosten und zertifizierten Inhalten um?

Das ist schwierig. Leider nehmen viele die Zeichen der Zeit noch nicht wahr. Wein predigen und Wasser trinken passt einfach nicht zusammen. Wenn man ein hochwertiges Konzept verkaufen will, dann muss sich das durchziehen. Für die Übernachtung ohne Erröten 300,- EUR zu nehmen und zB Zimmerkosmetik um 0,15 EUR aus Asien einzusetzen passt nicht zusammen.

Die Pure Green Group bietet Lösungen für alle Seiten: Hotel, Gast und das Unternehmen selbst (c) Foto: Pure Green Group

Die Pure Green Group bietet Lösungen für alle Seiten: Hotel, Gast und das Unternehmen selbst (c) Foto: Pure Green Group

Es gibt durchaus immer mehr Hotels, die umdenken. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass dies oft über den Druck passiert, den der Gast ausübt. Wir wissen von einigen Kunden im 5*****-Segment, dass Gäste sich in den Bewertungsbögen genau darüber beschwert haben. Dadurch tut sich nun auch einiges: speziell die junge Generation denkt hier um. Und gut bzw. natürlich muss in keinem Fall unwirtschaftlich sein…

5. Kannst du uns zu diesem Thema vielleicht ein Beispiel nennen?

Ich nehme gerne die A-Rosa Hotels als Beispiel, da das diesjährige SpaCamp ja auch im Hotel Neptun stattfindet, welches zur Gruppe gehört. Hier wurde das Thema 2011 aufgegriffen. Der Kostendruck war enorm hoch, aber wir haben es gemeinsam geschafft, eine tolle Lösung zu finden, mit der alle drei Seiten zufrieden sind (Hotel, Gast und wir als Lieferant).

Die A-Rosa Hotels verfügen über eine sehr gute Private Label Zimmerkosmetik-Linie, die durch NATRUE zertifziert ist. Die Tuben sind dort auch ein tolles Mitbringsel für die Gäste, da diese in der Hotel-CI gestaltet sind und überaus gut ankommen. Diese Reminder-Funktion ist äußerst wertvoll.

Es gibt auch Hotels, die bewusst sehr hochwertige, große und damit teure Flaschen auf die Zimmer stellen, die auch im hoteleigenen Shop zu einem hohen Preis verkauft werden. Sie demonstrieren dem Gast damit, was er ihnen Wert ist.

6. Welche Ziele hat die Pure Green Group für die Zukunft?

Wir wollen zukünftig sehr viele kleine und einzelne Punkte optimieren, um Dinge besser zu machen. Das fängt bei nachhaltigeren Verpackungen an, geht über regionale Bezugsquellen bis hin zu noch höherer Produktqualität.

Tiroler Bergwelt im Sommer © Foto: Pure Green Group

Tiroler Bergwelt im Sommer © Foto: Pure Green Group

So versuchen wir zum Beispiel Palmöl nicht nur zu vermeiden, sondern auch alle Rohstoffe auszutauschen, die in einer Vorproduktions-Stufe Palmöl beinhalten oder wir verzichten bewusst auf zwar erlaubte, aber aus unserer Sicht nicht optimale Rohstoffe. Wir arbeiten momentan auch speziell daran, regionale Lieferanten aufzubauen und zu stärken. Dies war in der Vergangenheit nicht immer einfach, aber durch die großen Mengen, die wir mittlerweile verarbeiten, haben wir hier ganz einfach mehr Möglichkeiten.

Lieber Michael, herzlichen Dank für dieses spannende und ehrliche Interview und für die langjährige SpaCamp Treue als Partner der ersten Stunde. Wir wünschen Dir und der Pure Green Group alles Gute und freuen uns aufs Wiedersehen am SpaCamp in Warnemünde!

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