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Medical Wellness: Nachhaltiger Ansatz zur Verbesserung der Kundenbindung und der Betriebsergebnisse

Wer kennt das nicht? Der Patient bittet den Physiotherapeuten oder Masseur, etwas ausgiebiger die schmerzende Stelle zu massieren. Was als Wellnessmassage beginnt, kann durchaus als befundgerechte medizinische Behandlung enden. Heute möchte ich mit Ihnen die notwendigen Voraussetzungen für Medical Wellness erläutern.

Vorteile für Gast und Spa

Eine Grundvoraussetzung für Medical Wellness ist es, dass der Therapeut bzw. Masseur über entsprechende Erfahrungen verfügt und auch das Konzept der Einrichtung auf eine Durchgängigkeit von medizinischer Anwendung und Wellnessbehandlung ausgerichtet ist.

Medical Wellness bringt diverse Vorteile für Gast und Unternehmen © suryafineart - Fotolia

Medical Wellness bringt diverse Vorteile für Gast und Unternehmen © suryafineart – Fotolia

Daraus ergeben sich folgende Vorteile für den Gast:

  • Neben der Verbesserung des Wohlbefindens durch eine Wellnessmassage erfolgt bei Bedarf eine tiefergehende Analyse und Befundung von Beschwerden
  • Es werden nicht nur die Symptome behandelt, sondern auch die Ursachen
  • Der Gast oder in dem Fall der „Patient“ kann in einem breiten Spektrum von Beschwerden behandelt werden
  • Der demographische Wandel bringt es mit sich, dass viele ältere Menschen gesundheitsbewusst und aktiv Gesundheitsförderung betreiben – sie nutzen Präventionsangebote und Privatleistungen (IGeL)
  • Aber auch viele Menschen im Berufsalltag nutzen Arrangements zur Stressreduktion und um Balance finden

Auch für die Einrichtung ist ein umfassender Behandlungsansatz vorteilhaft:

  • Die Auslastung steigt, da mit dem breiteren Profil unterschiedliche Kundengruppen angesprochen werden
  • Saisonale Schwankungen werden besser kompensiert, da ein Ausgleich von Wellness und medizinischer Behandlung erfolgen kann
  • Die Kundenbindung wird verbessert, da diese Behandlung nicht „jeder“ kann und die Beschwerden an der Ursache angepackt werden
  • Die Auftragslage kann durch eventuelle Kooperationen mit Ärzten stabilisiert werden
  • Durch die umfangreichen Behandlungen wird eine bessere Deckungsbeitragsstruktur erzielt
  • Es gelingt mit einem solchen Angebotsprofil besser, sich von Wettbewerbern abzuheben

Basis: fundiertes Wissen

Ohne zusätzlichen Aufwand funktioniert ein Medical-Wellness-Ansatz natürlich nicht. Zunächst müssen die Therapeuten oder Masseure eine fundierte Ausbildung besitzen. Dabei reicht eine klassische Ausbildung in Massage, Wellnessbehandlungen und Sport oder der Besitz von Trainerlizenzen nicht aus.

Befundgerechte Behandlungen wie die Anwendung nach Dorn und Breuss sowie manuelle Therapie und Lymphdrainage gehören zum Programm. Die Gäste nutzen auch andere Angebote aus dem therapeutischen Bereich: Ultraschall, Elektrotherapie, Wärmeanwendungen, Bäder, Sportkurse und Gerätetraining. Ziele wie Muskellockerungen, Kräftigung und Koordination, sowie Haltungsschulungen stehen an der Tagesordnung. Aber auch Angebote, um die Figur zu formen gehören dazu.

Ergänzung: alternative Heilmethoden

Entscheidend ist aber: sagt der Gast wirklich alles? Oder muss mittels differentialdiagnostisch begründeter Analyse erst eine hinreichende Sicherheit für die Behandlung geschaffen werden, ohne dabei ärztlich relevante Themen zu berühren. Im Fokus stehen alltagsrelevante Ansätze, die einer besseren Gesundheit und Lebensqualität zuträglich sind.

Des Weiteren ist die Anwendung alternativer Heilmethoden von hoher Bedeutung. Dazu gehören z.B. Schröpfen, Anwendungen mit Schüssler Salzen, Akupunktur, Craniosacrale Therapie, Osteopathie und Irisdiagnose um nur einige aufzuzählen.

Allerdings entsteht bei diesen sanften Methoden oftmals eine Verbindung zwischen den Fachgebieten des Heilpraktikers und des Physiotherapeuten und es liegt auf der Hand, beide Berufsgruppen bei einer solchen Ausrichtung einzusetzen.

Abrundung: abteilungsübergreifendes Zusammenspiel

Auch die Thematik Fasten und Entschlacken wird zukünftig mehr im Vordergrund stehen als nur die klassische Wohlfühlmassage.

Außerdem kommt es auf ein in sich schlüssiges Zusammenspiel zwischen Hotelküche, SPA- und Sport-Bereich sowie dem Hotelmarketing an. Erst dieses aufeinander abgestimmte Gesamtkonzept hinterlässt beim Kunden den erwünschten Eindruck.

Kernaspekt Mitarbeiter

Ein ganz entscheidender Aspekt wurde noch nicht erwähnt. Nämlich, wie sich ein Mitarbeiter selbst auf einen Kunden auswirkt. Vermittelt er wirklich das Gefühl von Entspanntheit? Wird der Gast zur eigenverantwortlichen Gesundheitsprävention motiviert und erlangt er damit eine Verbesserung der Lebensqualität? Gibt er dem Kunden zudem das Gefühl, im Mittelpunkt allen Geschehens zu stehen?

Ein großer Anspruch, ohne den es aber nicht geht. Daher sollte der Selbstreflexion der Mitarbeiter hinreichend Raum und Zeit gegeben werden, um sicherzustellen, dass die eigenen Mitarbeiter auch das Vorleben, was der Kunde spüren soll.

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