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Vom Vorgesetzten zum Leader: Chancen & Potentiale

Sind es immer „nur“ die ganz Großen die als Leader bezeichnet werden können oder kann ein motivierter Vorgesetzter, der mit Herz und Leidenschaft führen will, ein Leader sein? Wird einem „der Leader“ in die Wiege gelegt? Worin liegt der Unterschied zwischen einem Vorgesetzten und einem Leader? Lassen Sie uns gemeinsam dem Phänomen „Leadership“ auf die Spur gehen.

Wenn ich heute auf die großen Firmen der Welt blicke und frage, was macht den Unterschied, dann ist es ganz klar die Fähigkeit, gute Leute an sich zu binden, die unkonventionell denken können und die Kraft haben, diesen Gedanken zum Durchbruch zu verhelfen.

Ronaldo Schmitz, Topmanager der Deutschen Bank

Das Zitat ist ein erster Impuls dafür, worin der Unterschied zwischen einem Vorgesetzten und einem Leader (Führungskraft) liegt. Aber, wie hoch hängen die Sterne wenn es darum geht, sich zu einem Leader zu entwickeln?

Ein Leader ist eine Person, die mit Kraft und Leidenschaft sein Team, also seine Mitarbeiter führt, indem er sie für gemeinsame Ziele gewinnt. Darüber hinaus überbringt er das Gefühl von Stärke und Vertrauenswürdigkeit. Eine wahre Führungskraft muss einen elementaren Wert vermitteln können und das ist das Gefühl von Sicherheit.

Ein Vorgesetzter, der in seinem „gläsernen Turm“ residiert oder in seinem „stillen Kämmerlein“ sitzt – und das Unternehmen bzw. die Abteilung ggf. ausschließlich über Zahlen führt, ist im Grunde ein „Verwalter“ jedoch keine Führungskraft – kein Leader.

Wer führen will, muss lernen, Gefühle zu erzeugen

Wenn Sie nach dem Begriff des Leaderships suchen, so werden Sie auf die deutsche Definition der Menschenführung stoßen. Ja genau darum geht es: „Menschen den Weg zu zeigen und sie auf diesem zu begleiten“. 

Wenn du regieren willst, darfst du die Menschen nicht vor dir herjagen. Du mußt sie dazu bringen, dir zu folgen.

Charles de Montesquieu bringt mit diesem Satz die Qualität eines Leaders noch feiner auf den Punkt.

Welche Qualitäten braucht ein Leader?

Wer sich auf den Weg macht, braucht ein Ziel, also eine Vision und darin ist die erste Quintessenz enthalten. Wenn Sie wollen, dass Ihnen Menschen folgen, dann ist es unabdingbar, ihnen diese Vision vor Augen zu zeichnen. Sie braucht grundlegende Qualitäten, damit Sie die Menschen dafür gewinnen, ihr und somit Ihnen als Leader zu folgen.

Ein Leader muss in der Lage sein, Entscheidungen zu treffen. Menschen die „in der Luft hängen“ sind nicht bereit zu folgen. Damit ein Leader Entscheidungen treffen kann und darf, braucht es eine klare Struktur sowie eine Unternehmenskultur des Entscheidens. Vorgesetzte mit einer „Pseudoentscheidungskraft“ fördern eine Misstrauenskultur und ein Gefühl des Allein-gelassen-werdens. Daher ist es unumstößlich, dass ein Leader entscheidet und auch jegliche daraus resultierenden Konsequenzen dafür trägt. Er kann sich gewiss sein, dass „sein“ Team hinter ihm steht, wenn es hart auf hart geht.

Eine Kultur des Vertrauens ist das Fundament in einer Leadership-Beziehung zwischen dem Leader und seinen Mitarbeitern. Vertrauen ist ein zartes Band, welches niemals überstrapaziert oder gar missbraucht werden darf. Wer an einen Leader denkt, hat höchstwahrscheinlich Begriffe im Kopf, wie Charisma und Charme. Das sind Merkmale bekannter sowie herausragender Leader und in diesem Zusammenhang taucht auch immer wieder der Umstand von Manipulation auf. Den Umgang mit Macht & Hierarchien möchte ich in meinem nächsten Blogbeitrag „Erfolgreich führen auf allen Ebenen“ beleuchten.

Ein Leader trägt große Verantwortung für sein Tun, sein Unterlassen und seine Vorbildwirkung. Er darf zu keiner Zeit das Vertrauen und seine Wirkung zu manipulativen Zwecken missbrauchen. Es ist ein Zeichen von Größe und aufrichtigem Führen, wenn der Leader zu seinen Fehlentscheidungen steht.

Vertrauen ist das Gefühl, einem Menschen sogar dann glauben zu können, wenn man weiß, dass man an seiner Stelle lügen würde.

Henry Louis Mencken

Zuletzt und zugleich, sollte es eine Selbstverständlichkeit sein, dass ein Leader über Erfahrung und Know-how verfügt. Bei aller Vorbildfunktion ist es wichtig, dass er weiß wie er das Unternehmen und somit seine Mitarbeiter sicher navigiert.

Was denken Sie? Steckt ein Leader in Ihnen?