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Leben und Arbeiten auf hoher See: Mitarbeiterakquise und Qualifikation auf einem Kreuzfahrtschiff

Es ist kein neues Thema, dennoch hochaktuell und für alle wichtig, die in der Spa-Branche tätig sind: Mitarbeiter für sein Unternehmen zu gewinnen. Wie sieht diese Situation auf Kreuzfahrtschiffen aus und wo liegt die Herausforderung? Welchen Schritt müssen wir in Zukunft gehen? Am SpaCamp im November fand bereits ein aktiver Austausch zu diesem Thema statt, heute im Blog mehr dazu.

Neue Wege für Qualitätsstandard?

Um unser TUI Cruises SPA & Sport Konzept qualitativ umsetzen zu können, benötigen wir aktuell pro Jahr ca. 200 ausgebildete Mitarbeiter, bei weiterer Expansion (geplant sind 6 Schiffe) sind es ca. 400 – 450 Mitarbeiter pro Jahr. Das ist eine neue Herausforderung auf dem Kreuzfahrtmarkt.

Welchen Anreiz kann man in der Spa Branche schaffen, um mehr Mitarbeiter für die wachsende Branche zu gewinnen? © TUI Cruises

Welchen Anreiz kann man in der Spa Branche schaffen, um mehr Mitarbeiter für die wachsende Branche zu gewinnen? © TUI Cruises

Die Rede ist hier nur von einer Kreuzfahrtreederei, aber es gibt noch viele mehr, die weltweit expandieren, egal ob deutsche oder amerikanische Reedereien. Die deutsche Zielgruppe von TUI Cruises hat einen hohen Anspruch. Diesen Anforderungen müssen wir uns stellen und neue Wege gehen, um ihnen gerecht zu werden. Am Endes des Tages zählen nur ZDF = Zahlen, Daten und Fakten.

Da Verträge für Mitarbeiter auf einem Kreuzfahrtschiff im Normalfall lediglich 4-6 Monate dauern, ist die Aufgabe, ein attraktives SPA & Sport Konzept auszuarbeiten, anspruchsvoller, als in vielen Spas an Land. Dem Gast soll eine große Vielfalt und Abwechslung geboten werden, dennoch muss gewährleistet werden können, dass man den Mitarbeiter in wenigen Tagen in allen Anwendungen und Abläufen schulen kann, ihm Produktkenntnisse vermittelt und das Konzept von ihm aktiv gelebt und umgesetzt wird. Dies bedarf einer genauen, strukturierten Planung.

Anreiz für Mitarbeiter in der wachsenden Branche

Wir alle wissen, dass der Spa- und Wellnessmarkt boomt, jedoch stelle ich immer wieder fest, dass die Ausbildungsinstitute über zu wenige Teilnehmer klagen. Warum ist das so? Wo geht der Weg hin? Die kurzen Aus- und Weiterbildungen laufen gut, doch ist hier nicht immer die notwendige Fachkompetenz bzw. Qualifikation vorzufinden. Was können wir in diesem Punkt unternehmen?

Fakt ist, das Spa Angebot muss an 365 Tagen im Jahr verfügbar sein und qualitativ umgesetzt werden können. Egal ob im DaySpa, im Kosmetikstudio, in Vital-Thermen, im Hotel-Spa oder auf einem Kreuzfahrtschiff.

Die Frage ist, welchen Anreiz kann man in der Spa Branche schaffen, um mehr Mitarbeiter für die wachsende Branche gewinnen zu können? Angelika Baur-Schermbach hat es in ihrem SpaCamp Blog Beitrag: Spa Mitarbeiter, das Herzstück eines jeden Spas – der Fluktuation entgegenwirken geschrieben:

Bei Analysen, warum ein Gast in ein Spa geht, spielen das Ambiente, die Ausstattung und das Angebot eine große Rolle, aber die Mitarbeiter sind der entscheidende Faktor, ob der Gast in Zukunft wiederkommt.

Dem kann ich nur zustimmen, denn ohne gute und motivierte Mitarbeiter geht nichts. Die „golden hands“ müssen in den eigenen Reihen gefördert und gefordert werden, sodass sie einem treu bleiben. Nur: wie motivieren, wenn der Markt an qualifizierten Kräften zu wenig bestückt ist? Der Bedarf wächst weiterhin.

Ergebnisse und Thesen der SpaCamp Session

Wir haben uns intensiv Gedanken gemacht und am SpaCamp eine Session mit folgendem Titel abgehalten: „Die Teilnehmerzahlen der Ausbildungsinstitute für Kosmetik gehen zurück, obwohl die Branche weiter wächst. Warum?“ Folgende Thesen sind das Ergebnis:

  1. Mehr Lobbyarbeit für die Spa Berufe, vor allem das Image positiv darstellen und prägen, dadurch die Attraktivität steigern. Der Beruf muss wieder zur „Berufung” werden.
  2. Weiterbildung und Berufschancen gezielter positionieren.
  3. Ausbildungsinstitute sollten über eine einheitliche Ausbildung mit qualifiziertem Abschluss verfügen. Der Bedarf der Spas/Hotels wird in den Ausbildungsinstituten nicht wahrgenommen.

Es gibt viele Fragen – gleichzeitig besteht ein großes Potenzial für die Branche und wir können gemeinsam neue Wege gehen. Ich würde mich freuen, wenn wir uns weiterhin austauschen, gemeinsam Ideen zu den oben genannten Thesen entwickeln, sowie in die Zukunft schauen. Melden Sie sich gern bei mir unter martina.schumann@tuicruises.com oder kommentieren Sie den Beitrag.