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Global Spa and Wellness Trends 2015 – die brandneuen Top 10 von Spafinder

Neugierig auf angesagte Spa- und Wellness-Trends aus den USA? Der Spafinder veröffentlichte vor wenigen Tagen seinen Forecast 2015. Wir haben uns die aktuelle Studie angeschaut. Was ist wirklich neu und was gibt es bereits in Europa?

Wir kennen das Phänomen: schon im Herbst werden die Trends für das kommende Jahr veröffentlicht: Modetrends, Frisurentrends, Techniktrends und vieles mehr. Auf der Berliner Fashion Week präsentierten internationale Designer bereits die Modetrends für den nächsten Winter und schicken dann auch mal Boris-Becker-Tochter Anna Ermakowa (mit 14!) samt Pudel auf den Laufsteg.

Kurzfristige Moden vs. echte Trends

Wenn wir hier von Trends sprechend, beschweren sich die Zukunftsforscher, denn für sie sind dies nur kurzfristige Moden oder Hypes, wie Smoothies oder Cupcakes. Für das Zukunftsinstitut, das schon im Juni letzten Jahres den Foodreport 2015 veröffentlichte, sind dies alles nur oberflächliche, kurzfristige Produkttrends. Mit ihren Food-Trends beschreiben und analysieren die Autoren etwas anderes: langfristige Veränderungsbewegungen und Wandlungsprozesse, die sich zwischen soziokulturellen Trends und Konsumtrends bewegen. Dieser Ansatz sollte doch auch auf Spa und Wellness zutreffen, würde ich mal behaupten!

Die Top 10 der globalen Spa und Wellness Trends

Voller Spannung saß ich also vor dem Bildschirm, als ich mich zur Online-Pressekonferenz des Spafinders einschaltete. Susie Ellis präsentierte ihre alljährliche Vorschau auf die Top 10 der globalen Spa und Wellness Trends. Ich will Euch nicht länger auf die Folter spannen – hier sind Sie:

  1. Forest Bathing
  2. Cannabis: New Spa & Wellness Connections
  3. Wellness Traditions from the Islamic World
  4. Industrial Revolution: Blue Collar Wellness
  5. Wellness Homes, Communities & Cities
  6. My Fitness. My tribe. My Life
  7. Spa on Arrival & en Route
  8. Hyper Personalized Beauty
  9. Gut Reaction
  10. Beyond the Stars

Ich lasse diese Top Ten ganz bewusst mal so auf Englisch stehen, bevor wir einen Blick aufs Detail werfen.  Manche dieser Trends kann man wohl nur verstehen, wenn man in den Häuserschluchten von New York oder Tokyo lebt. Aus Japan kommt die Erfindung des „Forest Bathing“ (Nr.1) und wird dort schon von Ärzten verschrieben.

Wir würden das schlicht als Waldspaziergang oder Wandern bezeichnen, seit mehr als einem  Jahrhundert gerne geübt und von vielen geliebt, von den Alpen über den Schwarzwald bis in den Harz. Ein Trend? Für uns eine Selbstverständlichkeit. In jedem Fall deutlich gesünder als der Genuss von Cannabis (Nr.2), um Stress zu lindern oder als Happy Hour zu genießen.

Detox, Hamam und betriebliches Gesundheitsmanagement

So geht es beim Lesen sicherlich auch vielen Gesundheitsresort im deutschsprachigen Raum, die spezielle Ernährungsformen und Ernährungstherapie anbieten, wenn es um „Gut Reaction“ (Nr.9) und damit im weitesten Sinne um Darmsanierung geht. Die Palette reicht von der F.-X.-Mayr-Kur über Heilfasten nach Buchinger und Hydro-Colon-Therapie bis zu unterschiedlichen Naturheilverfahren. Was sagt mir mein Bauchgefühl? Ein wichtiger Trend, absolut richtig erkannt, aber für viele von uns in Europa eigentlich ein „alter Hut“.

Zurück in die Liste der Top Ten: Wellnesstraditionen aus islamischen Ländern (Nr.3) konnten die Teilnehmer am Global Spa & Wellness Summit in Marrakech aus erster Hand erfahren. Wie sich klassische Behandlungen wie Hammam in hochwertige Spa-Rituale verwandeln lassen, beweist u.a. Verena Lasvigne-Fox, Spa Managerin im Four Seasons Resort Marrakech. Damit unsere Gäste nicht in die Wüste reisen müssen, um in warmem Sand zu baden, dafür sorgen hierzulande die Quarzsand-Liegen von Gharieni.

Einen Volltreffer landet die Hitliste bei „Blue Collar Wellness“ (Nr.4), denn hier sind wir bei den Anfängen der Wellness-Bewegung angekommen. Erfreulich festzustellen, dass Wellnesskonzepte zum betrieblichen Gesundheitsmanagement nicht nur in den USA neuen Zuspruch erfahren, während sie sich in Deutschland kaum durchsetzen  konnten.

Die Punkte 5 bis 8 will ich kurz zusammenfassen: Urbane Lebensräume verändern sich, gesundes Bauen und Wellness-Annehmlichkeiten im eigenen Wohnbereich (Nr.5) sind nur einige von vielen Ansätzen. Fitness (Nr.6) macht gemeinsam mehr Spaß, und Fitnesszentren entwickeln sich zu Treffpunkten, gleichzeitig als Mittel gegen Einsamkeit.

Generation Y und neue Wellness-Welten

Über die Annehmlichkeit, während der Reise Spa-Anwendungen „on Arrival“ (Nr. 7) d.h. rund  um die Uhr zu genießen, brauchen wir nicht zu diskutieren. In einer Zeit, in der Generation Y 24/7 online ist und Informationen abfordert, macht die Entwicklung auch vor dem Spa nicht Halt. Ob das Sortiment der Kosmetikindustrie nicht schon groß genug ist und wir personalisierte Produkte (Nr.8) wirklich benötigen, sei dahin gestellt.

Gespannt sein dürfen wir beim Blick „Beyond the Stars“ (Nr.10). Kategorien wie Hotelsterne werden nicht mehr ausreichen, um den Luxus und Besonderheit neuer Spa-Resorts zu beschreiben. Die Schere reicht von Kleinoden wie Fregatte Island Resort auf den Seychellen bis hin zu gigantischen Anlagen wie dem „Mission Hills Resort“ auf der chinesischen Insel Haikou. Die Gäste dort genießen das aktuell weltgrößte Spa mit 168 natürlich gespeisten Thermal-Pools, 90 Anwendungsräumen inkl. 29 Suiten in einer jeweils eigenen Villa auf einer Gesamtfläche von 88.000 qm.

Nach diesem Griff zu fernen  Sternen und Satelliten kehren wir gedanklich zurück zur Fashion Week nach Berlin, die am 23. Januar 2015 zu Ende ging. Die Kritiker waren sich einig: so viele starke Auftritte deutscher Labels hat die Berlin Fashion Week lange nicht präsentiert. Modefotograph Mario Testino riet den Deutschen zu mehr Mut und mehr Lockerheit. Das können wir doch glatt auf den Sektor Spa und Wellness übertragen!

Wenn wir weiterhin an unserem Europäischen Selbstbewusstsein arbeiten und nicht alles kritiklos aus Amerika übernehmen, werden wir auch weiterhin erfolgreich am Wachstumsmarkt Wellness partizipieren.

Vielleicht aber sollten wir für 2016 an einem eigenen Trendbarometer für Spa & Wellness arbeiten? Genial!  Damit habe ich schon ein Thema für meine Session beim diesjährigen SpaCamp!

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