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Mein Vietnam: Zahlreiche Eindrücke, tolle Momente und vieles, das zum Nachdenken anregt

Das Land im Südwesten des asiatischen Kontinents besticht durch beeindruckende Landschaften, einmalige Buchten und einen ganz besonderen Mix aus französischem Einfluss gepaart mit asiatischer Kultur. Ich verrate Euch heute, warum sich ein Urlaub auf jeden Fall lohnt.

Kunterbunt. Chaotisch. Liebenswert.

Vietnam ist ein Land mit vielen Gegensätzen, unterschiedlichen Landschaften, Traditionen und Gewohnheiten. Man spürt und sieht überall einen großen Aufschwung und eine starke Entwicklung. An vielen Orten überkommt einen das Gefühl, dass die Hotels und die Infrastruktur viel schneller wachsen, als die Menschen sich anpassen können.

Vietnam: ein Schmelztiegel aus verschiedenen Kulturen und Einflüssen © Verena Ablinger

Vietnam: ein Schmelztiegel aus verschiedenen Kulturen und Einflüssen © Verena Ablinger

Die Gastfreundschaft ist vor allem im Norden des Landes mehr als vorbildlich: Sei es ein kostenloses Sandwich für die lange Reise im Nachtzug (ohne um eines zu bitten!) oder das zur Verfügung stellen einer Duschgelegenheit, obwohl man gar kein Hotelgast mehr ist. Persönlicher Service sowie viel Engagement und Fürsorge prägten sich besonders ein.

Ich habe versucht, für Euch 5 Highlights heraus zu picken, die man in Vietnam keinesfalls verpassen sollte!

1. Das Yunnan-Hochland im Norden

Ethnische Minderheiten bewohnen die Dörfer im Norden Vietnams © Verena Ablinger

Ethnische Minderheiten bewohnen die Dörfer im Norden Vietnams © Verena Ablinger

Trekking durch die Reisfelder ist eine großartige Erfahrung © Verena Ablinger

Trekking durch die Reisfelder ist eine großartige Erfahrung © Verena Ablinger

7 knirschende, knatternde und pfeifende Stunden Nachtzug trennen Hanoi von Lao Cai. Nochmals 1,5 h Busfahrt später erreicht man Sa Pa, eine kleine Stadt am Fuße des höchsten Berges Vietnams, dem Phan-xi-păng, nahe der chinesischen Grenze.

Eines kann ich jedem Vietnam Reisenden versichern: der Aufenthalt im hohen Norden entschädigt jede Minute der langen, beschwerlichen Anreise.

Es gibt zahlreiche Trekking Touren, die zu den Dörfern ethnischer Minderheiten führen und einen Einblick in deren Leben und Traditionen bieten. Auch die Guides selbst gehören diesen Stämmen an. Somit steht man im direkten Austausch und lernt eine sehr nachhaltige Lebensweise kennen, die in Balance mit der Natur und Tierwelt steht. Viele Aspekte regen zum Nachdenken über unsere eigene Art zu leben in der vermeintlich hochentwickelten Welt an.

2. Halong Bay

Beinahe jeder Reiseführer und jede Homepage trägt ein Foto von ihr als Titelbild: die Halong Bay. Kalksteinfelsen soweit das Auge reicht. Sie ragen aus dem Wasser, teilweise einige hundert Meter hoch, übersät von Wäldern, im Inneren versehen mit eindrücklichen Höhlen.

Die zahlreichen Kalksteinfelsen sorgen für ein ganz besonderes Landschaftsbild © Verena Ablinger

Die zahlreichen Kalksteinfelsen sorgen für ein ganz besonderes Landschaftsbild © Verena Ablinger

Eine 24-Stunden Kreuzfahrt führt mitten durch die einzigartige Felsenlandschaft, die angeblich aus über 1500 Inseln besteht. Das sind somit 1500 gute Gründe, sich die Halong Bay anzusehen.

3. Cu Chi

Ein paar Kilo mehr und der - bereits vergrößerte (!) - Eingang wäre zu klein für mich gewesen © Verena Ablinger

Ein paar Kilo mehr und der – bereits vergrößerte (!) – Eingang wäre zu klein für mich gewesen © Verena Ablinger

Erst im Süden, in Ho-Chi-Minh, kamen wir mit den Kriegsgeschehnissen in Kontakt. Und das auch nur, wenn man den Kontakt sucht. Angeblich sprechen Vietnamesen nicht gerne über das Vergangene, denn dadurch könne das Negative erneut herauf beschworen werden. Ganz zu Recht, denn die Geschichte ist in der Tat nichts für schwache Nerven.

In den Tunnelsystemen von Cu Chi – rund 70 km nordwestlich vom ehemaligen Saigon – lernt man, wie Vietnam sich in den Kriegen gegen Frankreich und später gegen die USA verteidigen konnte.

Perfekt getarnt - die Eingänge waren nicht zu sehen © Verena Ablinger

Perfekt getarnt – die Eingänge waren nicht zu sehen © Verena Ablinger

Geschützt durch simple aber wirkungsvolle Fallen erstrecken sich auf drei Etagen Tunnel mit einer Gesamtlänge von insgesamt ca. 200 km. Die tiefste Schicht liegt etwa 10 Meter unter der Erde.

Die Eingänge zu den Tunneln waren so eng, dass kaum ein Nicht-Vietnamese in das unterirdische Versteck eindringen konnte. Sie boten Schutz für Menschen, Vorräte und Waffen und waren durch eine ausgeklügelte Architektur vor Giftgasanschläge oder Überflutungen durch die Kriegsgegner sicher.

Manche Eingänge und Tunnel wurden für Touristen vergrößert, sodass sie sich ein Bild von dem unterirdischen System machen können.

4. Wasserpuppentheater

Die Holzpuppen sind an Stangen befestigt und werden von Spielern hinter dem Vorhang bewegt © Verena Ablinger

Die Holzpuppen sind an Stangen befestigt und werden von Spielern hinter dem Vorhang bewegt © Verena Ablinger

Traditionelle Musik und Gesänge auf ganz eigenen Instrumenten untermalen ein Puppentheater das – wie der Name sagt – im Wasser aufgeführt wird. Holzpuppen werden mit langen Stangen von hinter einem Vorhang aus bewegt.

Gezeigt werden alltägliche Szenen aus dem Leben der Reisbauern, wie zum Beispiel Fischfang oder die Arbeit auf den Reisfeldern, aber auch feuerspeiende Drachen und tanzende Phönix gibt es zu sehen. Diese Art des Theaters gibt es nur in Vietnam!

5. Garküchen am Straßenrand

Zweifellos ein mutiges Unterfangen, dennoch empfehlenswert. Die vietnamesische Küche verzeichnet viele unterschiedliche Einflüsse und zweifelsohne hat die französische Kolonialzeit Spuren hinterlassen.

Weit verbreitet in ganz Vietnam: die Garküchen am Straßenrand © Verena Ablinger

Weit verbreitet in ganz Vietnam: die Garküchen am Straßenrand © Verena Ablinger

Reisgerichte, zahlreiche Suppen und verschiedene Frühlingsrollen finden sich auf den Speisekarten. Und ohne Fischsauce geht gar nichts – sie verleiht beinahe allen Gerichten den letzten Schliff.

Spa- und Wellnessmomente

Wenn man über vietnamesische Spas berichtet, muss an erster Stelle ganz klar die Verfügbarkeit und die Flexibilität hervorgehoben werden. Massagen sind beinahe jederzeit und überall erhältlich.

Das Moonshine Spa im Moonlight Hotel in Hue © Verena Ablinger

Das Moonshine Spa im Moonlight Hotel in Hue © Verena Ablinger

Auch in Hotels kann man spontan buchen, seinen Termin verschieben, absagen oder auf eine andere Anwendung umbuchen. Es gibt keine Einschränkung und die Spa Mitarbeiter denken nicht im Traum an „Stornogebühren“ oder ein „der Mitarbeiter ist dafür nicht ausgebildet“ wie man es von diversen Spas in Europa kennt.

Insgesamt kam ich in den Genuss von 6 Anwendungen – was bei einem Preis von rund $5 für 30min eigentlich viel zu wenig ist. Die Behandlungen wurden professionell durchgeführt, die Mitarbeiter waren kompetent und freundlich und auch das Ambiente war in allen Hotels überaus angenehm.

Massagen sind beinahe rund um die Uhr und überall erhältlich © Verena Ablinger

Massagen sind beinahe rund um die Uhr und überall erhältlich © Verena Ablinger

Eine positive Überraschung hatten wir beim Check in in einem 4* Hotel: pro Nacht und Person war eine 60 minütige Anwendung inklusive. Und das bei einem Zimmerpreis von € 40,00 mit Frühstück.

Und natürlich musste ich die obligatorische Fußmassage am Straßenrand testen. Auch hier war meine Erfahrung durchwegs positiv. (Wenn man kurz davon absieht, dass man mich durch vorgetäuschte schlechte Englischkenntnisse um $1 (!) „betrügen“ wollte. Aber das gehört auf Märkten, bei Führungen und scheinbar auch bei Massagen einfach zum Vietnam Urlaub dazu.)

Zum Abschluss gibt es jetzt noch 5 Highlights der etwas anderen Art.

1. Lange Nägel

Männer haben ein Faible für zentimeterlange Fingernägel – leider an ihren eigenen Händen! Ob Taxifahrer, Tourguide oder Hotelmitarbeiter – sie alle tragen mindestens einen überdimensional langen Fingernagel.

2. Kleine Hocker

Die typischen kleinen Hocker dienen als typische Sitzgelegenheit © Verena Ablinger

Die typischen kleinen Hocker dienen als typische Sitzgelegenheit © Verena Ablinger

20 cm hohe Plastikhocker sind die typische Sitzgelegenheit in den Garküchen: es wird gehockt statt gesessen. Für großgewachsene Touristen zweifellos eine Herausforderung.

3. Cafe sua da

Der typische vietnamesische Kaffee wird mit gesüßter Kondensmilch getrunken. Er wird sehr stark zubereitet, gerne auch kalt auf Eis serviert und ist perfekt für alle, die ihren Kaffee gerne super süß trinken.

4. Pho Bo – Nudelsuppe zum Frühstück!

Und auch zu allen anderen Mahlzeiten. Die kräftige, klare Brühe mit Reisnudeln, dünnen Scheiben Rindfleisch, Lauchringen, Koriander, Minze, Chilis in Scheiben, Limettenspalten und Fischsauce findet man im ganzen Land und zu jeder Tageszeit.

5. Straßenverkehr – oder besser gesagt Straßenanarchie

Straßenverkehr in Hanoi © Verena Ablinger

Straßenverkehr in Hanoi © Verena Ablinger

Neugeborene, Einbauschränke, Schweine oder Säcke voll Kohle – es gibt nichts, was man nicht auf zwei Rädern transportieren könnte. Die Helmpflicht wird in etwa so beachtet wie das Kaugummiverbot an unseren Schulen. Und wenn man einen Helm trägt, dann wird er dazu verwendet, das Handy darunter zu klemmen, um während der Fahrt mit der freien Hand bequemer rauchen zu können.

Wie durch Geisterhand geht aber doch immer wieder eine Schneise zum Überqueren der Straße auf. Und es gibt nur zwei Regeln für Fußgänger: never hesitate and keep a steady pace.

Vietnamesen können jeden Gegenstand auf ihren zwei Rädern befestigen © Verena Ablinger

Vietnamesen können jeden Gegenstand auf ihren zwei Rädern befestigen © Verena Ablinger

Mein Fazit

Wirft man seine Bedenken über Bord und lässt sich mit viel Wissbegierde und einem offenen Herzen auf das kunterbunte asiatische Treiben ein, so kann man viele großartige Erfahrungen sammeln und seinen Horizont um ein Stückchen erweitern.

Natürlich umfasste unsere Reise noch zahlreiche weitere Stationen mit vielen Sehenswürdigkeiten, Eindrücken und Erlebnissen. Aber das würde den Rahmen sprengen. Vielleicht war jemand von Euch ebenfalls in Vietnam und möchte seine Erfahrungen teilen? Ich freue mich über Kommentare!

Zahlreiche Eindrücke, tolle Momente und auch vieles, das zum Nachdenken anregt - das war Vietnam © Verena Ablinger

Zahlreiche Eindrücke, tolle Momente und auch vieles, das zum Nachdenken anregt – das war Vietnam © Verena Ablinger

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