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EU-Projekt WelDest zeigt Weg zur Gesundheitsdestination – eHandbook als freier Download

Rund 2 Jahre nach Projektstart wurde im Dezember 2014 ein umfassendes Handbuch für Gesundheitsdestinationen, inkl. Handlungsempfehlungen, Selbst-Evaluierungs-Tool und Lehrmaterialien veröffentlicht. Als Projektleiter durfte ich die Umsetzung begleiten und beschreibe die wesentlichen Benefits für die gesundheitstouristische Destinationsentwicklung.

Welches Ziel wurde mit dem Projekt verfolgt?

Das von Erasums geförderte EU-Projekt „WelDest – Health and Well-being in Tourism Destination“ hatte zum Ziel, Rahmenbedingungen und Einflussfaktoren der gesundheitstouristischen Destinationsentwicklung aufzuzeigen und ökonomisch nutzbar zu machen. Die Ergebnisse sprechen Organisationen der Regionalentwicklung, Tourismusverbände sowie alle am Thema Interessierten, die gesundheitsbezogene Angebote in ihren Destinationen einführen oder stärken möchten, an.

Die Ergebnisse sprechen alle, die gesundheitsbezogene Angebote in ihren Destinationen einführen oder stärken möchten, an © Thermenland Steiermark, Harald Eisenberger / Daniel Binder

Die Ergebnisse sprechen alle, die gesundheitsbezogene Angebote in ihren Destinationen einführen oder stärken möchten, an © Thermenland Steiermark, Harald Eisenberger / FH Joanneum

Wie wurde dieses Projektvorhaben umgesetzt?

Die umfassende Erforschung gesundheitstouristischer Parameter bildete die Wissensgrundlage des Projektes. Dafür wurden Ergebnisse aus standardisierten, qualitativen Interviews mit VertreterInnen aus Gesundheit, Tourismus und Politik und Resultate von rund 2.000 beantworteten Gästefragebögen analysiert, verglichen und bewertet.

Weiters richteten wir unseren Blick auf weltweite, reale „best practise“ Beispiele und untersuchten theoretische Modelle der touristischen und gesundheitsorientierten Destinationsentwicklung.

Die Ergebnisse als Handbuch zum freien Download

WelDest - Health and Well-being in Tourism Destination © WelDest / FH Joanneum

WelDest – Health and Well-being in Tourism Destination © WelDest / FH Joanneum

Das Endprodukt, wenn Sie so wollen, ist das eHandbook Developing a Competitive Health and Well-being Destination, welches frei zugänglich und kostenlos downloadbar ist. Das Handbuch ist für den digitalen Einsatz konzipiert und ist ein Leitfaden, um Destinationen fit für Gesundheitstourismus zu machen. Sie finden darin theoretische Modelle, praktische Handlungsempfehlungen und Fallstudien aus aller Welt.

Im Handbuch inkludiert ist überdies ein Selbst-Evaluierungs-Tool (siehe Handbuch, Seite 2), welches Organisationen hilft, den Status Quo in einer Destination zu erheben bzw. sichtbar zu machen. Sehr einfach lassen sich mit diesem Instrument gesundheitstouristische Potentiale sowie eigene Stärken und Schwächen analysieren.

Ist Erasums nicht das Bildungsprogramm der Europäischen Union?

Stimmt genau und das ist auch der Grund, warum dieses Projekt von fünf Universitäten aus Deutschland, Finnland, Großbritannien, Österreich und der Tschechischen Republik konzipiert und umgesetzt wurde. Projektziel war es daher, nicht nur ökonomischen Ansprüchen zu genügen, sondern überdies auch Kurs- und Lehrunterlagen für die akademische Lehre oder zur Weiterbildung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu entwickeln.

Ebenfalls im Handbuch auf Seite 2 abrufbar ist eine exakte Anleitung, wie das Handbuch selbst, als Lehrunterlage – auch zum Selbststudium – verwendet werden kann.

Entwicklung eines eigenen gesundheitstouristischen Modells

Es war mitunter ein Projektziel, alle Forschungsergebnisse auf einem Schaubild darzustellen. Zugegeben, eine große Herausforderung, aber das Team aus Finnland hat hier ganze Arbeit geleistet und das „Framework for health and well-being destination development“ entwickelt.

Alle Forschungsergebnisse dargestellt auf einem Schaubild © WelDest / FH Joanneum

Alle Forschungsergebnisse dargestellt auf einem Schaubild © WelDest / FH Joanneum

Das Modell beantwortet 2 zentrale Fragen:

  1. Welche essentiellen Dienstleistungen, Ressourcen und Kompetenzen werden von Gästen und BewohnerInnen in Gesundheits- und Wellnessdestinationen erwartet?
  2. Wie kann eine touristische Destination in eine Gesundheits- und Wellnessdestination entwickelt werden?

Die Beantwortung dieser Fragen sowie weitere Hintergründe zum Thema liefert das Handbuch ab Seite 26.

Persönliches Fazit?

Ich bin überzeugt, dass mit dem Handbuch und den dazugehörigen Tools ein Meilenstein in der Entwicklung von Gesundheitsdestinationen gelungen ist. Erstmals wurden internationale Forschungsergebnisse mit weltweiten best-practise-Beispielen kombiniert und in einem Kompendium zusammengefasst.

Es werden konkrete Handlungsempfehlungen für Tourismusverantwortliche, RegionalentwicklerInnen und ManagerInnen in gesundheitstouristischen Betrieben geboten.

Die interkulturelle Zusammenarbeit war überdies sehr spannend und lehrreich und zeigt eindeutig, dass es innerhalb Europas große Unterschiede in der Auffassung von Wellness-Konzepten, staatlichen Einflussflaktoren (zB. Versicherungssysteme) und der systematischen Umsetzung von strategischen Zielen in der Tourismusentwicklung gibt. Nicht umsonst darf ich, als Bewohner des Thermenland Steiermark, stolz darauf sein, dass zwei best-practise-Beispiele aus eben dieser Destination, Einzug in das Handbuch gefunden haben.

Weitere Details zum WelDest Projekt, dem eHandbook oder dem Selbst-Evaluierungstool finden Sie unter den weiterführenden Links oder im direkten Kontakt mit mir.

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