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Spa- und Institutsmarketing – nur Chefsache?

Kann ich als Mitarbeiter aktives Marketing im Spa oder Kosmetikinstitut betreiben, oder liegt dies ausschließlich in der Hand des Chefs? Halte ich mich heraus oder mische ich mich ein? Welche Strategie verfolgen Sie?

Vergleichen wir das Spa-Team einmal mit einer Fußballmannschaft: da gibt es zuerst den Trainer: er allein macht noch keine erfolgreiche Mannschaft. Diese besteht nämlich aus 11 Spielern. Was wäre eine Mannschaft bestehend nur aus Stürmern? Nichts. Was wäre der Torwart ohne die Abwehr und von wem bekommt das Mittelfeld die Bälle, um sie an die Stürmer ab zu geben? Nur ein stimmiges Team bringt die gesamte Mannschaft zum Sieg.

Wie sieht gemeinsames Marketing aus?

Auch eine Beautymannschaft besteht aus Teammitgliedern, die unterschiedliche Aufgaben und Funktionen haben. Vereinbarte Spielregeln steuern das Miteinander. Interessen- und Stärkenbenennung, auf Basis gegenseitiger Anerkennung führen zu konstruktiver Kompromissbildung und gemeinsamem Erfolg.

Marketing ist mehr als nur Preisgestaltung oder Werbung. Durch Marketing stellt sich ein Spa oder ein Institut auf die Wünsche der Kunden gezielt ein. Damit wird sichergestellt, dass sie zufrieden sind und der Beautybereich im Gedächtnis bleibt – denn deren Aufenthalt oder Einkauf muss ein Erlebnis sein. Dazu tragen Sie als Mitarbeiter maßgeblich bei.

Marketing bedeutet Kreativität und innovatives Denken, welches durch die richtigen Marketinginstrumente zur Einzigartigkeit führt. Nehmen Sie sich im Team Zeit und arbeiten Sie gemeinsam an Ihren Zielen.

Was sind meine Marketingziele?

Machen Sie zuerst eine Bestandsaufnahme und ermitteln Sie den Ist-Zustandes im Spa. Schauen Sie sich die Ergebnisse gemeinsam an. Einige Punkte nach denen Sie, das Team und die Geschäftsleitung gemeinsam vorgehen können, wären zum Beispiel:

  • Wie zufrieden sind Sie mit Ihrem Umsatz?
  • Sind die Kosten vertretbar?
  • Ist Ihr Marktanteil groß genug?
  • Sind Ihre Produkte oder Dienstleistungen bekannt genug?
  • Welches Image hat Ihr Unternehmen?
  • Wie steht es um die Kundenzufriedenheit?

Legen Sie die Marketing-Ziele fest. Binden Sie sich und die Kollegen in die Verantwortung mit ein. Verteilen Sie gemeinsam nach Absprache mit der Leitung die Controllingaufgaben. Aber achten Sie darauf, dass diese Ziele so formuliert werden, dass später die Zielerreichung kontrolliert werden kann. Ziele könnten sein: die Bekanntheit eines Produkts bzw. einer Dienstleistung zu erhöhen, das Image zu verbessern, oder die Zufriedenheit der Kunden zu erhöhen. Indirekt steigt damit auch der Umsatz. Achten Sie darauf, dass Ziele S.M.A.R.T sind, also:

  • S: Specific (spezifisch)
  • M: Measurable (messbar)
  • A: Achieveable (erreichbar)
  • R: Relevant (relevant)
  • T: Timely (zeitgerecht)

Wie sieht meine Marketingstrategie aus?

Aus den erarbeiteten gemeinsamen Marketingzielen können Sie nun Ihre Marketingstrategie ableiten. Jedes Teammitglied kann dabei spezifische Aufgaben übernehmen und so zur Zielerreichung beitragen.

Setzen Sie kurzfristige Ziele, z.B. für die nächsten 8 Wochen und langfristige Ziele, für die nächsten sechs Monate bis Jahresende oder sogar länger. Auf diese Weise könnte beispielsweise langfristig aus einem einfachen Beautybereich ein aktives, ganzheitliches Beautyzentrum mit in sich verknüpfter Beratungskompetenz aus den Bereichen Ernährung, Bewegung und Schönheit entstehen. So arbeiten Sie gemeinsam im Team an einem Alleinstellungsmerkmal.

Kundendaten: Wer sind meine Kunden?

Es reicht nicht aus, dass Sie von der Qualität Ihres Angebots fest überzeugt sind. Das  Angebot muss sich in erster Linie an den Wünschen und Bedürfnissen Ihrer Kunden orientieren. Dazu benötigen Sie unbedingt Informationen über ihre Kundschaft, auch über potenziellen Kunden.

Analysieren Sie regelmäßig Ihre Kunden und achten Sie auf Eckdaten wie Alter und Wohnort. Unterscheiden Sie Privat- und Geschäftskunden und welches Kaufverhalten Ihre Kunden haben. Kommen Sie regelmäßig in die Behandlung oder nur 1 bis 2 mal im Jahr? Kaufen sie Produkte nur nach der Behandlung oder kommen sie auch zwischen den Behandlungen in Ihren Spa? Auch hier können Sie Ihre Mitarbeiter ins Boot holen und an der Datenerfassung beteiligen.

Was umfasst mein Sortiment?

In vielen Spa´s oder Instituten ist die Sortimentzusammenstellung ein reines Glücksspiel. Man geht mal auf eine Messe, nimmt den Besuch eines Firmenaußendienstes war, aber wenige machen sich Gedanken darüber, was denn zu ihnen, ihrem Spa und vorrangig ihren Kunden passt.

Um eine möglichst genaue Sortimentsplanung zu erstellen, bedarf es in erster Linie umfassender Informationen aus betriebsinternen Statistiken. Dazu gehören auch Rückmeldungen aus dem Verkauf. Zudem darf die Ausbildung der Teammitglieder nicht außer Acht gelassen werden. Gibt es überwiegend Kosmetiker, Masseure oder Physiotherapeuten?

Alle Mitarbeiter bringen sich viel mehr ein, wenn sie ein Teil der operativen Organisation sind.

Individuelle Produkte und Dienstleistungen

Je individueller Produkt und Dienstleistung angeboten werden, umso mehr binden Sie Ihre Kunden. Welche Art von Dienstleistungen gibt es?

  1. Personenbezogene Dienstleistungen, wie Behandlungen
  2. Produktbegleitende Dienstleistungen, wie der Bereich Sport/Bewegung
  3. Pre-sales Dienstleistungen, wie die Hautberatung am Regal. Hier ist es wichtig, den Nutzen richtig darzustellen, damit es zu einem erfolgreichen Verkaufsabschluss kommt.
  4. After-sales Dienstleitungen, wie die Ernährungsberatung, um dadurch den Kunden langfristig an den Spa oder das Institut zu binden.

Fazit:

Sie sehen, es ist sicher kein Hexenwerk, den Bereich Beauty in ein gemeinsames, erfolgreiches Jahr zu führen. Fügen Sie einfach alle wichtigen Zutaten, wie ein Rezept zusammen und dann wird Ihr gemeinsames Tun mit Erfolg gekrönt. So sind Sie nah am Kunden und machen sich, Ihre Kollegen, die Leitung und den Spa oder das Institut einzigartig am Standort.