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ITB Fachforum Wellness 2015 – Trends aus der ganzen Welt

360 Grad Wellness, das Spa zwischen High Tech und High Touch oder Best Practice Beispiele zur Umsetzung Traditioneller Europäischer Medizin: das diesjährige ITB Fachforum Wellness zeigte zahlreiche interessante Trends, vorgestellt von Wellness-Experten aus der ganzen Welt.

Trend Social Wellness beim ITB Fachforum Wellness 2015

Neben Referenten aus Asien, Europa und den USA hatte Michael Altewischer, Geschäftsführer der Wellness-Hotels & Resorts, der den Kongress inzwischen schon zum zehnten Mal im Auftrag der Messe Berlin organisierte, in diesem Jahr erstmals auch eine Referentin aus Brasilien eingeladen.

Samantha Foster präsentiert das Thrive Konzept © Wibke Leder

Samantha Foster präsentiert das Thrive Konzept © Wibke Leder

Wellness ist also weltweit ein Thema. Gerade die modernen Lebensgewohnheiten mit ihren negativen Auswirkungen wie Stress oder Übergewicht machen Wellness zu einem ungebrochenen Trend. Dabei geht es inzwischen längst um mehr, als um einzelne Spa-Anwendungen, nämlich tatsächlich um einen ganzheitlichen Lebensstil.

Samantha Foster stellte dazu mit „THRIVE“ ein Konzept vor, das Wellness-Anbieter darin unterstützen soll, sowohl ihre Gäste wie auch Mitarbeiter und das gesamte Umfeld zum „aufblühen“ zu bringen.

Hier, wie auch in vielen der anderen Vorträge, wurde wiederholt der soziale Aspekt von Wellness betont. Weil immer mehr Menschen alleine leben, zeigt sich eine neue Sehnsucht nach Verbundenheit: Neben Beispielen aus Asien und Amerika ging das auch aus den Wellness-Trends 2015 für den deutschsprachigen Markt hervor, in denen die Wellness-Hotels & Resorts zusammen mit beauty24 „Social Wellness“ als wichtigen Trend herausgearbeitet haben.

„Social Wellness“: Umfrageergebnis von Wellness-Hotels & Resorts und beauty24 © Wellness-Hotels & Resorts

„Social Wellness“: Umfrageergebnis von Wellness-Hotels & Resorts und beauty24 © Wellness-Hotels & Resorts

High Touch schlägt High Tech

Michael Altewischer und Neil Orvay beim ITB Fachforum Wellness © Wibke Leder

Michael Altewischer und Neil Orvay beim ITB Fachforum Wellness © Wibke Leder

Die Keynote von Neil Orvay war mit der Frage überschrieben, wie man es auch in Zukunft schafft, den Wellnessgast zu inspirieren. Mit High Tech oder High Touch? Beispiele gibt es für beide Extreme. So nehmen Menschen sowohl das Angebot bezahlter Umarmungen in Anspruch, wie auch Massagen ganz ohne menschlichen Kontakt von einem Gerät mit 24 Fingern.

Die Antwort liegt, wie so oft, zwischen den Extremen. Zwar wünschen sich Gäste heute zeit- und wirkungseffektive Spa-Anwendungen, die auch durch neueste Technologien erzielt werden. Inspiriert werden kann der Gast aber nur durch die Spa-Therapeuten, ist Neil Orvay überzeugt. Er trainiert die Mitarbeiter in seinen Spas in psychologischen Techniken, damit es diesen besonders gut gelingt, ein Gefühl der Nähe zum Gast herzustellen.

360 Grad Wellness – 365 Tage im Jahr

Wellness, nicht erst im Day Spa oder Wellnesshotel, sondern schon auf dem Weg dorthin: Das war eines der Themen von Camille Hoheb. Sie gab zahlreiche Beispiele, wie entspanntes Reisen aussehen kann. Wichtige Aspekte dabei sind u.a. die Themen Schlaf und Ernährung.

Camille Hoheb präsentiert Wellness-Reise-Trends © Wibke Leder

Camille Hoheb präsentiert Wellness-Reise-Trends © Wibke Leder

Noch einen Schritt weiter ging es unter dem Begriff „360 Grad Wellness“ bei Jean-Paul Blissett. Dieser beschreibt damit das Phänomen, dass Wellness für immer mehr Menschen Teil ihres Lebens wird. Wellness ist nicht mehr etwas, das man nur zu bestimmten Zeiten an bestimmten Orten macht, sondern fester Bestandteil des ganzen Lebens –  das ganze Jahr über.

Unter diesem Motto entstehen in Asien und Amerika Wellnessgemeinschaften, die ganz auf einen gesunden Lebensstil ausgelegt sind. Diese umfassen neben Spas und Sportangeboten z.B. auch gesunde Ernährungsangebote, Gärten in denen Obst und Gemüse angepflanzt werden kann und nicht zuletzt Räume für soziale Aktivitäten.

Traditionelle Europäische Medizin (TEM)

Neben dem Blick in die Zukunft findet aber auch eine Rückbesinnung auf traditionell etablierte Methoden statt. So hat man auf Norderney beschlossen, sich ganz auf die Kernkompetenz der Insel, d.h. die Gesundheit aus dem Meer, zu konzentrieren. Wilhelm Loth, Kurdirektor von Norderney, stellte das umfangreiches Konzept vor, wie sich Norderney als „Thalasso Insel“ positioniert. Dazu trägt nicht nur das Badehaus bei, sondern u.a. auch die Thalasso-Terrain-Kurwege, Veranstaltungen am Strand und nicht zuletzt ein Kinderkurdirektor.

Um ein weiteres Beispiel für erfolgreich umgesetzte TEM ging es in dem Vortrag von Dr. Matthias Menschel. Er erklärte die Besonderheiten der Felke-Therapie in Menschels Vitalresort. Prof. Dr. Illing stellte mit „RegioSana“ ein Konzept zur Zertifizierung von ganzen Gesundheitsregionen vor.

Kneipp erreicht Südamerika

Mit dem „Kurotel Longevity Medical Center & Spa“ präsentiert auch Rochele Silveira ein Best Practice Beispiel, das – obwohl in Brasilien gelegen – von der TEM (insbesondere der Kneipp-Kur) inspiriert wurde. Heute bietet das Wellnesshotel zahlreiche Gesundheitsprogramme und zählt zu einem der Vorreiter auf dem Südamerikanischen Wellness-Markt.

Aber auch in andern Ländern Südamerikas ist Wellness inzwischen ein Thema. In ihrem zweiten Vortrag zeigte Camille Hoheb, wie Wellness-Angebote in Peru, Mexiko und Costa Rica umgesetzt werden. Auch diese Destinationen, sollten Spa-Profis auf jeden Fall im Auge behalten.

Die Präsentationen zu allen Vorträgen können hier unter der Überschrift „ITB Experts Forum Wellness“ heruntergeladen werden.