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Vom Body Spa zum Mind Spa: Gedanken zur Zukunft in Sachen Wellness

Oftmals beginnt die Entspannung des Gastes mit der gebuchten Anwendung und endet leider sogleich auch wieder mit Ablauf der Behandlungszeit. Wie könnte zusätzlich Engagement, Wissensvermittlung und der Langzeiteffekt für zu Hause integriert werden?

Mehr Engagement in Sachen Wellness

Es geht nicht mehr nur darum, gut auszusehen, es geht darum, sich gut zu fühlen. Seit 25 Jahren konzentriert sich aber fast jedes Spa auf die rein körperliche Seite dieser Industrie. Das hat durchaus seine Berechtigung, geht aber nicht weit genug. Denn Entspannung ist eben nur im Augenblick der Behandlung möglich. Danach bleibt wieder alles beim Alten.

Auch als Dienstleister der Spa-Branche sind wir alle Spa-Gäste und kennen nun schon fast jede Anwendung eines Spa Menüs bestens. Hier kommt der Wunsch nach mehr Engagement in Sachen Ganzheitlichkeit und Nachhaltigkeit. Wie wäre es z.B. mit nützlichen Tipps gegen den Alltagsstress in Form von Workshops? Wellness ist ein mentaler Zustand, eine Lebensphilosophie. Das Mind Spa könnte der Ort für die Pflege dieses Zustandes sein.

Wie sieht aber die Realität in Spas aus?

Neben der Konzentration der Spas auf die rein körperliche Seite sehe ich noch ein anderes Problem: Manche Leser mögen vielleicht glauben, die oberste Priorität eines Spas ist es, den Spa Mitarbeiter zu entstressen, damit dieser Ruhe und Harmonie an seine Kunden weitergeben kann. Doch leider sieht die Realität ganz anders aus: eine 40-Stunden-Woche, mehr oder weniger flexible Arbeitszeiten, Wochenendarbeit, ständiger Termindruck, viele Behandlungen und mitunter vielleicht auch noch überfordernde Chefs oder Kollegen. Genau in dieser Umgebung, die sehr von Stress und Hektik geprägt ist, sind Mitarbeiter ironischerweise gefordert, Ruhe und Entspanntheit auszustrahlen, um dem Kunden ausgeglichen behandeln zu können.

Mind Spa beginnt bereits vor der Behandlung

Mind Spa könnte eine Art Vorbehandlung auf die gewohnte Behandlung werden. Die Organisation liegt bei der Spa-Rezeption. Wenn z.B. ein Kunde über Rückenschmerzen klagt und es die Zeit zulässt, könnte die Yogalehrerin im Haus zehn Minuten vor Behandlungsbeginn kleine Übungen zeigen, die im Alltag Abhilfe schaffen können.

In jedem Spa stecken ungenutzte Talente der Mitarbeiter, die in ihrer beruflichen Laufbahn oftmals sehr viel Erfahrungen sammeln konnten. Sei es in anderen Spas oder in Seminaren und Fortbildungen. Trägt man all dieses Wissen und die Fähigkeiten zusammen, so entpuppt sich ein reicher Schatz an Erfahrungen. In ruhigeren Zeiten könnte jeder Mitarbeiter sein Wissen an die anderen weitergeben.

Die Dauer dieser Mind-Spa-Vorbehandlungen sollte maximal 15 Minuten betragen. Aus diesem kleinen Extra werden unter Umständen Selbstläufer, für die Kunden auch gerne bereit sind, zu bezahlen. Einige Beispiele dafür:

  • Yogaübungen für Rückenschmerzen
  • Yogaatmung
  • vor einer 90 minütigen Behandlungen ein Bad zur Vorbereitung der Muskulatur (vielleicht als schöne Geste sogar extra angerührtes Milchbad, das eine Stunde vor der Behandlung ins Zimmer geschickt wird)
  • Kopfmassagen
  • Fussbäder
  • Stretchingangebote von Fitnesstrainern
  • Autogenes Training

Es gibt nur einen Weg um etwas Neues herbeizuführen. Man muss dafür Platz machen.

Neale Donald Walsh

Für die Spa Rezeption ist das natürlich eine zusätzliche Herausforderung, die gute und effiziente Koordination der Anwendungen, Therapeuten und Räume erfordert. Dafür bleibt man bei seinen Gästen durch den Mehrwert in der Behandlung länger in Erinnerung. Über Engagement und Wissensvermittlung eröffnet sich ein neuer Markt, der gleichzeitig die Mitarbeitermotivation ankurbelt, da dieser sein Wissen aktiv einbringen kann.

Wenn wir die Augen schließen und uns vorstellen, in fünf Jahren eine Behandlung in einer Wellnessanlage zu buchen, könnte es sein, dass diese Vorbehandlungen zum Alltag im Spa gehören. Vielleicht ist dann sogar der nächste Schritt Realität geworden? Mind-Wellness-Angebote, die einen dazu antreiben, uns selber weiterzuentwickeln.

Mind Wellness – die Vision

Vor der Behandlung wird der Stresspegel in Erfahrung gebracht und es werden folgende Fragen gestellt:

  • Was sind die bisherigen Wellnesserfahrungen?
  • Was war die liebste Anwendung?
  • In welchem Bereich liegt der Stress? Familie, Beruf, Freizeit?

Danach geht es an die konkrete Auswahl des Programms:

„Möchten Sie einen Timemanagement-Workshop vor Ihrer Bodybehandlung buchen? Sie bekommen darin Werkzeuge für den Alltag an die Hand, die Ihnen dabei helfen, sich freier zu fühlen. Als Bodyritual würde ich Ihnen XY und zur Einstimmung ein Bad empfehlen. Wir würden Ihnen eine Stunde vorher ein extra für Sie hergestelltes Milchbad aufs Zimmer schicken. Damit Ihre Bodybehandlung garantiert entspannt startet, möchten wir mit Ihnen eine Yogatmung durchführen. Seien Sie daher bitte 15 Minuten eher da. Eine kleine Probe des Jojobaöls, das wir während Ihrer Behandlung verwenden werden, steht schon auf dem Zimmer bereit für Sie.“

Sei mit denen, die Dein Wesen stärken