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International Experience: ist ein Auslandspraktikum das A und O im Gesundheitstourismus?

Was zeichnet gute Touristikerinnen und Touristiker aus? Persönlichkeit, Erfahrung, Know-How? Oder liegt der Schlüssel in den gesammelten Auslandserfahrungen? Gehen wir gemeinsam auf die Suche nach dem Erfolgsrezept.

Der Schlüssel zum Erfolg?

Gute Touristikerinnen und Touristiker kennen ihr persönliches Erfolgsrezept: Ein Teil ihres Geheimnisses liegt vermutlich im Lernen voneinander und in der Beobachtung anderer, bedeutender Unternehmen.

Einmal um die Welt: ein bunter Mix an Erfahrungen bereichert jedes Business © Stefanie Gugganig / FH Joanneum

Einmal um die Welt: ein bunter Mix an Erfahrungen bereichert jedes Business © Stefanie Gugganig / FH Joanneum

Aber allem voran: Branchenintern oder branchenfremd, national und international – ein bunter Mix an Erfahrungen bereichert jedes Business, lässt Trends aus fern und nah frühzeitig nutzbar machen und bringt vor allem Toleranz, Anerkennung und die Gewissheit nicht an Märkten vorbei zu agieren.

Der Ruf der Ferne – Abenteuer Auslandspraktikum

Der Grundstein für diese Weltoffenheit wird oftmals in der Ausbildung gelegt. Ob im Praktikum auf den Malediven, im Auslandssemester in der Türkei oder auf dem Road-Trip quer durch Europa: angehende Managerinnen und Manager im Gesundheitstourismus sollten über ein gewisses Maß an internationaler Erfahrung verfügen. Diesem Aufruf folgen alljährlich viele junge Studentinnen und Studenten aus Bad Gleichenberg.

Reisen veredelt den Geist und räumt mit unseren Vorurteilen auf.

Oscar Wilde

Eva Adamer-König, Institutsleiterin am Institut für Gesundheits- und Tourismusmanagement an der FH Joanneum, dazu:

Wir fordern unsere Studierenden auf, in die Welt hinaus zu gehen, um zu lernen, um zu erleben und um diese Erfahrungen später in der heimischen Wirtschaft einsetzen zu können. Nur so lassen sich Wettbewerbsvorteile generieren und nachhaltig nutzbar machen.

Zahlreiche Studierende nutzten diese Chance und absolvierten ihr Praktikum im Ausland. Insgesamt wurden seit der Gründung des Studiengangs Gesundheitsmanagement im Tourismus im Jahr 2001 rund 1.200 Praktika absolviert, davon 380 außerhalb Österreichs und davon wiederrum 120 fern von Europa.

Malediven, Oman, Sri Lanka, Chile & Co

In diesen Destinationen, außerhalb Europas, wurde und wird gearbeitet:

Kapverden | Gambia | Kenia | Chile | Galapagos | Ecuador | Panama | Südafrika | USA | Mexiko | Kanada | Malaysia | Malediven | China | Australien | Indonesien | Sri Lanka | Indien | Thailand | Katar | Dubai | Oman | Ägypten |

Zahlreiche Auslandspraktika werden von Jahr zu Jahr absolviert © Stefanie Gugganig / FH Joanneum

Zahlreiche Auslandspraktika werden von Jahr zu Jahr absolviert © Stefanie Gugganig / FH Joanneum

Aktuell absolvieren beispielsweise vier Studentinnen ihr Praktikum bei Six Senses Hotels Resorts Spas auf den Malediven, im Oman und auf Sri Lanka. Das InterContinental Bali Resort schwört ebenso auf unsere Studierenden, wie das Ritz Carlton Santiago in Chile. Carina Lipold, selbst erfolgreiche Absolventin der FH Joanneum und Wellness Consultant, hat ihrerseits eine Studentin in Malaysia beschäftigt.

Die Marke Six Senses Hotels Resorts Spas steht für Top-Qualität und höchste Standards, so auch im Praktikum bei Lisa Markl, die sich aktuell auf den Malediven im Six Senses Laamu Resort befindet. Getaktet und optimiert verläuft die Anstellung als Spa Trainee, welche sich in folgende Bereiche gliedert:

  • In einer Traumkulisse fällt das Arbeiten leichter © Stefanie Gugganig / FH Joanneum

    In einer Traumkulisse fällt das Arbeiten leichter © Stefanie Gugganig / FH Joanneum

    SPA Rezeption (39 Tage)

  • SPA Attendant (8 Tage)
  • SPA Therapist (12 Tage)
  • Therapist Supervisor (12 Tage)
  • SixSenses Resort Induction (3 Tage)
  • Fitness Area (2 Tage)
  • SPA Administration (4 Tage)
  • Projekte (3 Tage)

Doch was genau macht Lisa Markl in ihrem Praktikum?

  • SPA Rezeption: Buchungen koordinieren, Tee bereiten, kalte Kompressen machen, Anrufe entgegennehmen, Gäste empfangen, Produktverkauf, Behandlungen empfehlen und buchen, Räume koordinieren, Gästefragebögen und Feedbackbögen vorbereiten und bearbeiten, alleinige Betreuung der Rezeption, tägliche und wöchentliche Berichte bearbeiten, Rechnungen schreiben und abbuchen
  • SPA Attendant: Ingwertee machen, Betreuung der JuiceBar
  • Projekt LQA: ppt erstellen, Standards prüfen, den MA präsentieren
  • Projekt Manual Improvements: Standards für jede Stelle im SPA setzen
  • Projekt Pricecosting: Kalkulation des Spa Menü

Sandra Siegl ist aktuell im Six Senses Spa at Heritance Kandalama auf Sri Lanka und hat neben den Spa spezifischen Aufgaben auch Marketing-Agenden, wie Twitter Accounts füttern, Werbematerialien erstellen aber auch die Lagerbuchhaltung im Spa durchzuführen. Kulturell anspruchsvoll ist das Praktikum von Anja Rosenfelder im Six Senes, Zighy Bay im Oman. Tief religiöse Mitarbeiter, Vorgesetzte und Gäste machen jeden Tag, ja jeden vermeintlichen Handschlag zum neuen Erlebnis.

Auf den Galapagos Inseln konnte eine dauerhafte Kooperation mit SharkSky begründet werden. Jedes Jahr nehmen 1-2 Studierende den Weg von Bad Gleichenberg nach Ecuador auf sich. SharkSky bietet, mit hauseigenem Katamaran, Individualtouristen Ausflüge und Erlebnisrundreisen auf den Galapagos Inseln an.

Am täglichen Arbeits-Menüplan der Praktikanten stehen Guest Relations, Gäste vom Flughafen abholen, Beschwerdemanagement, Übersetzungen und die Koordination mit Partnerunternehmen auf den Inseln – kurzum: Mädchen für alles. Doch in dieser Traumkulisse fällt das Arbeiten leicht, wird man doch mit sensationellen Naturschauspielen und Erlebnissen belohnt.

Jim Miller, Koordinator für Internationale Beziehungen erklärt:

Wir sind sehr stolz, dass unsere Studentinnen und Studenten die ihnen gebotenen Chancen nutzen und so ihren Beitrag zu einer globalisierten, toleranten Welt beisteuern. Die FH Joanneum bietet den Rahmen und wir ermutigen und beraten, auf dem Weg ins Abenteuer.

Eva Adamer-König ergänzt:

Unsere Analysen zeigen, dass die meisten Absolventinnen und Absolventen einen Job im Heimatland anstreben und somit die gemachten Auslandserfahrungen wiederum der heimischen Wirtschaft zu Gute kommen. Im Grunde eine mehrfache „Win-Win-Win“ Situation.