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Was heißt es, ein Teamplayer im Spa zu sein?

Was versteht man unter dem Wort Team? Etwa: T-oll, e-in, a-nderer, m-achts? Bei manchen Mitarbeitern oder auch Führungskräften ist das wohl tatsächlich die Definition. Wie weit kommen wir jedoch mit so einer Einstellung?

Mehr Geld, mehr Freizeit – weniger Arbeit!

Machen wir uns nichts vor: Leider ist die Einstellung mancher Mitarbeiter ihrer Arbeit und ihren Kollegen gegenüber oftmals mangelhaft, ganz nach dem Motto: „Erst komme ich, dann lange Zeit nichts und dann wieder ich“. Andere sind sich um keine Ausrede verlegen, nur um sich vor bestimmten Aufgaben zu drücken.

Eine Führungskraft ist nur so stark, wie ihr Team - und auch umgekehrt © fotolia, Monkey Business

Eine Führungskraft ist nur so stark, wie ihr Team – und auch umgekehrt © fotolia, Monkey Business

Oft sind das sogar jene Mitarbeiter, die sich selbst überschätzen und denken, unersetzbar zu sein. Sie erwarten mehr Geld, mehr Freizeit, dafür aber weniger Arbeit. Und natürlich darf es keinesfalls an Anerkennung und Lob mangeln, obwohl die Leistung im Gegenzug leider alles andere als hervorragend ist. Sie unterstützen ihre Kollegen nur sporadisch und haben schnell das Gefühl, dass sie Arbeiten unter ihrem Niveau erledigen müssen (wie zum Beispiel Reinigungsaufgaben). Ich weiß, das ist alles etwas scharf formuliert. Natürlich gibt es viele hochmotivierte Mitarbeiter und man kann auch nicht immer 100% geben. Doch die große Gefahr ist, dass Mittarbeiter mit einer schlechten Einstellung zur Arbeit ein ganzes Team schwächen können. Ganz zu schweigen davon, dass es den anderen gegenüber nicht fair ist.

Nicht unterschätzen: die Vorbildfunktion

Oft rührt dieses Verhalten der Mitarbeiter daher, dass es ihnen nicht anders vorgelebt wird oder wurde. Der Mitarbeiter hat gelernt, damit ganz gut über die Runden zu kommen. Beispielsweise gibt es Führungskräfte, die sich selbst keinesfalls „die Finger schmutzig machen möchten“ oder einfach alles delegieren, was nicht ihrer Würde entspricht. Hier ist ein gewisses Maß an Einfühlungsvermögen und Bodenständigkeit nützlich.

Als Spa-Managerin versuche ich meinem Team stets ein Vorbild zu sein und ein Teamplayer-Verhalten vorzuleben. Dazu gehört es einfach, mit in dem aktiven Tagesablauf involviert zu sein. Ich arbeite an der Rezeption, in der Kabine oder führe auch mal einen Aufguss selbst durch. Das schafft gegenseitigen Respekt und auch Verständnis für die Aufgaben. Nur so können Arbeitsabläufe verbessert werden, wie auch RTL in der Serie „Undercover Boss“ gezeigt hat. Da ich selbst alle Prozesse durchlaufe und erlebe kann ich nachvollziehen, was möglich und was unmöglich ist.

Teambuilding mit Climbing, Rafting oder Cannoying

Jeder hat natürlich andere Methoden, ein starkes Team zu bilden, manche Teambuilding Maßnahmen wie z.B. nach Österreich fahren und dort ein gemeinsames Wochenende mit einem Guide verbringen. Beim Climbing, Rafting oder Cannoying lernt man sich auf der privaten – und unterhaltsamen – Ebene gegenseitig zu unterstützen, motivieren und sich Mut zu machen. Ich hatte das große Glück, so ein Wochenende mit zu erleben und es war toll!

Andere wiederum fahren mit ihren Mitarbeitern in ein Hotel, wo gemeinsam mit einem Coach Ziele erarbeitet und definiert werden. Diese lockere und kreative Zeit miteinander führt ein Team auch häufig näher zusammen.

Teambuilding nach den Elementen

Dann wiederum gibt es Führungskräfte, die ihre Mitarbeiter nach bestimmten, weichen Faktoren einstellen, wie z.B. der Elementenlehre. Auch sehr spannend, denn auf diese Weise wird das Team nach Yin Yang Prinzip aufgebaut, um gut zu harmonisieren und zu funktionieren. Das Element Holz ist z.B. der „beständige Typ“, der sich mit Veränderungen zwar anfangs schwer tut, diese aber dafür dann auch lebt und nicht mehr davon abweicht (gut für Standards). Das Element Metall ist wiederum das Gegenteil, der „Macher“, der schnell und gerne Veränderungen in Kauf nimmt.

Genau das ist es, was ein Team braucht: Vielfalt. Hat man nur Holzelemente, kommt man nicht weiter und es bleibt alles beim Alten. Hat man wiederum nur Metall, will jeder seine Veränderung durchboxen. Immer höher, schneller und weiter lautet die Devise mit dem Risiko, dass schließlich alles im Chaos versinkt. Das Team muss also ausgeglichen in allen Elementen sein, um den richtigen Mix zu haben.

Teamplayer im Spa – reine Einstellungssache?

Es gibt viele Möglichkeiten, die Mitglieder eines Teams zu Teamplayern zu machen. Welche die beste Methode ist, muss jede Führungskraft für sich rausfinden. Das große Geheimnis daran ist jedoch, dass man selbst ein Teamplayer sein und diese Eigenschaften tagtäglich vorleben muss.

Von einer Consulterin habe ich gelernt, dass eine Führungskraft nur so stark ist, wie ihr Team – und auch umgekehrt. Wir sollten uns also alle über unsere Einstellung Gedanken machen und versuchen aufeinander zuzugehen.

Vielleicht habe ich heute mit meinem, zugegeben eingangs etwas provokanten, Artikel ja den einen oder anderen dazu gebracht, sich über die eigene Sichtweise Gedanken zu machen, um diese vielleicht auch ein klein wenig zu verändern. Darüber würde ich mich sehr freuen.

Nur gemeinsam sind wir stark und können wirklich Großes schaffen!

Wer dieses Denken nicht teilt, wird wohl nie glücklich mit seinen Kollegen und seiner Arbeit sein – ob als Mitarbeiter oder Führungskraft 🙂