BlogFachartikel, Interviews und Einblicke für Spa, Wellness und Gesundheit

Ergebnisse NaturkosmetikCamp 2015: 18 Sessions – 90 Thesen!

Das NaturkosmetikCamp ging in die zweite Runde: Von 26.-28. Juni 2015 diskutierten in Bad Häring, Tirol, 130 Fachteilnehmer in 18 Sessions vielfältige Themen. Heute widmen wir uns den Ergebnissen und sehen uns an, welche Erkenntnisse die Teilnehmer mit nach Hause nahmen.

Insgesamt wurden 20 Themenvorschläge eingereicht, von denen 18 im Sessionplan Platz fanden. Die Breite und Tiefe ist dabei genauso beachtlich, wie die hohe Qualität der ermittelten Thesen.

Viel Interaktion und ein intensiver Austausch in den Sessions begeisterten die Teilnehmer. Foto: Dirk Holst

Viel Interaktion und ein intensiver Austausch in den Sessions begeisterten die Teilnehmer. Foto: Dirk Holst

Aber bevor wir noch länger um den heißen Brei reden, starten wir doch lieber gleich los. Folgende 5 Schwerpunkte habe ich für Euch geclustert:

  1. #Verkauf – USP, Kundenbindung, Verkauf im Institut
  2. #Lebensstil – Vegan, Generation Y, Schönheitsideale
  3. #Entwicklungen – Postwachstum, gesellschaftlicher Wandel, ISO-Naturkosmetiknorm
  4. #Kommunikation online und offline – Website, Online-Shop, Blogs, Social-Media, Kooperationen
  5. #undwasfürdieSinne – Düfte und Pflanzenöle

#Verkauf – USP, Kundenbindung, Verkauf im Institut

Beginnen wir mit Melanie Almer, die als Naturkosmetik-Konsumentin das Thema „Vom Nischenmarkt zum Mainstream: der schwindende USP in der Naturkosmetik“ mit den Teilnehmern diskutierte. Naturkosmetik als USP reicht heutzutage nicht mehr aus. Es braucht Emotionen und Werte: Wofür steht eine Marke oder ein Produkt? Der Kunde muss sich damit identifizieren und das Produkt als authentisch, transparent, ehrlich und glaubhaft empfinden.

Auch bei der Session „Bio Cosmetics Customer – Gestern, Heute, Morgen…“ von Beate Smelter und Claudia Wieger, KompetenzWerk, stoßen wir in den Thesen auf das Wort USP: Das Alleinstellungsmerkmal von Produkten muss klar herausgearbeitet werden. Des Weiteren trägt die typgerechte Beratung, ebenso wie die Kundenorientierung maßgeblich zur Kundenbindung bei.

Anna Kopp, Anna Kopp Kosmetik, widmete sich dem Thema Verkauf von Naturkosmetik im Institut und hat in ihrer Session erarbeitet, dass durch Authentizität gepaart mit Fachwissen und Stil der Verkauf von Naturkosmetik Produkten besser laufen kann. Die Einstellung zum Beruf und zur Naturkosmetik muss dabei spürbar sein.

Herz, Leidenschaft und Ehrlichkeit sind die Basis des Erfolgs.

Ähnlich sieht es bei den Thesen von Carolin MündemannSerendipity Cosmetics, zum Thema „Was der Kunde nicht kennt, kauft er nicht“ aus: Vertrauen schaffen, durch Authentizität auf der persönlichen Ebene bewegt den Kunden dazu, ein Produkt zu kaufen. Die Verkaufsabsicht sollte dabei nicht im Vordergrund stehen.

NaturkosmetikCamp 2015: der Sessionplan vollgespickt mit vielfältigen Themen! Foto: Dirk Holst

NaturkosmetikCamp 2015: der Sessionplan vollgespickt mit vielfältigen Themen! Foto: Dirk Holst

Bettina Bockhorst, bb marketing affairs sammelte zum Thema „Verkaufen um jeden Preis?“ die Erkenntnis, dass Naturkosmetik über ihren Wert und nicht über ihren Preis ver- und gekauft wird und dass das Wissen um die Dinge und Produkte, ihre Bestandteile, ihre Verarbeitung und Zubereitung, also die „inneren Werte“, der neue Luxus unserer Zeit sind.

#Lebensstil – Vegan, Generation Y, Schönheitsideale

Bei der Session „Vegan leben – vegan pflegen. Wie beeinflusst der Lebensstil die Kosmetikwahl?“ von Beate Vogel, Naturkosmetik Verlag, wurde schnell klar, dass es das Thema Vegan betreffend immer noch viele Unklarheiten und Missverständnisse gibt, wobei eindeutig ist, dass die Ernährung die Wahl der Kosmetik beeinflusst. Da vegane Kosmetik aber nicht zwangsläufig Naturkosmetik ist, greifen Veganer oftmals zur Naturkosmetik, da sie frei von Stoffen ist, die in veganer Kosmetik enthalten sind.

Immer wieder in aller Munde: die Generation Y! Ist sie der Markt der Zukunft für gesunden Lifestyle? Dieser Frage ging Hildegard Dorn-Petersen, hotel consult, nach und fand heraus, dass die besagte Generation immer auf der Suche ist und dabei wenig Markentreue an den Tag legt. Spa und Wellness ist ein großer Zukunftsmarkt und bringt Chancen auch für die Naturkosmetik.

Die Natur ist das beste Kosmetiklabor!

Diese schöne These stammt aus der Session von Johannes Pieper und Raimund Pirkl, Pieper Biokosmetik Manufaktur. Auf die Frage „Anti Aging oder natürlicher Wandel?“ folgt die Antwort, dass Anti Aging ein leeres Versprechen der Industriekosmetik ist und Vielstoffgemische als Wirkstoffe der Natur der richtige Ansatz sind.

#Entwicklungen – Postwachstum, gesellschaftlicher Wandel, ISO-Naturkosmetiknorm

Die planetarischen Grenzen sind überschritten, daher wird bzw. muss das Postwachstum eintreten. Sophie v. Lilienfeld-Toal von CSE hat festgestellt, dass sich die  Politik vorreitend bewegen und das Marktversagen ausgleichen muss, weil das Konsumieren eine starke emotionale Komponente hat. Für die Naturkosmetik wichtig: nachhaltige Verpackung und die „schmackhaft-Machung“ der Produkte für den Verbraucher.

Eine spannende Frage stellte Jörg von Kruse, i+m Naturkosmetik Berlin: Kann Naturkosmetik einen gesellschaftlichen Wandel bewirken? Impulse in puncto Nachhaltigkeit, Bio, Fair Trade oder Vegan kamen und kommen durchgängig aus dem Food-Bereich. Inhaltliche Impulse könnten künftig von der Naturkosmetik insbesondere zu Themen wie neues Schönheitsideal, neuer Luxusbegriff und Fair Trade kommen.

Die Naturkosmetikbranche kann die Bio-Branche aktiver voranbringen, wenn sie sich noch stärker zusammenschließt.

Dr. Jörg Ossenkopp, Pollion, präsentierte aktuelle Umfrageergebnisse und sammelte die Thesen, dass der Kunde Online-Quellen für die Informationsgewinnung anstelle von Face-to-Face-Beratung nutzt und die gute Beratung bei der Kaufentscheidung des Kunden vielfach nicht entscheidend ist.

Die ISO-Naturkosmetiknorm 16128 birgt Gefahren und wird Veränderungen und Verschiebungen im Markt bringen. Günter W. Reichelt, Kosmetikanalyse, diskutierte die Risiken und/oder Chancen in seiner Session. Er fand heraus, dass sich die Naturkosmetik neu bzw. verändert positionieren und Herausforderung annehmen muss. Nur Natur reicht dabei nicht aus: Die Wirkung und die Transparenz hinsichtlich der Qualität muss in den Vordergrund gestellt werden.

#Kommunikation online und offline: Website, Online-Shop, Blogs, Social-Media, Kooperationen

Auch die Teilnehmer kommunizierten fleißig online! Foto: Dirk Holst

Auch die Teilnehmer kommunizierten fleißig online! Foto: Dirk Holst

Sehr interessante Sessions bot das Thema Kommunikation – online und auch offline! Beginnen wir mit Lisa-Marie Leitner und David Faber von Peritus Webdesign. Sie behandelten das Thema „Naturkosmetik 2.0 – Nachhaltig kommunizieren im WWW“. Die wichtigste These: Online Marketing darf nicht „nebenbei“ passieren, sondern bedarf einer Strategie. Außerdem suchen die Nutzer „echte Menschen im Netz“.

Die Erkenntnis, dass Blogger Relations und Social Media die Marketingkanäle der Zukunft sind, stammt von  Imke Sturm, STURM! PR. Häufigkeit ist dabei nicht gleich hohe Aufmerksamkeit und das jeweilige Format muss zum Produkt und zur Zielgruppe passen. Weniger ist dabei oft mehr, denn:

Overflow lässt die Glaubwürdigkeit sinken.

Uwe Schürmann, Die Naturdrogerie, hat sich einem umfangreichen Thema gewidmet: Ladengeschäft und Onlineshop: Technik, Finanzen und Verzahnung. Je nach Ziel und Nutzung des Onlineshops ist ein dedizierter Leistungs- und Nutzungsvergleich notwendig. So komplex wie das Thema ist auch die Kostenstruktur und es gibt eine große Diversität an Möglichkeiten.

Natalija Tschelej-Kreibich, RAST! Natural Beauty, bevorzugt es, offline zu netzwerken und zu kooperieren. Die Thesen aus ihrer Session zeigen, dass Kooperationen wichtiger sind, als der direkte Verkauf. Der Ideenaustausch bringt Leute aus verschiedensten Bereichen zusammen und Netzwerken fördert zudem den Vertrieb.

#undwasfürdieSinne – Düfte und Pflanzenöle

Auch für die Sinne gab es allerlei zu erleben. Dr. Bodo Kubartz, Passion and Consulting, sammelte aus seiner olfaktorischen Session die Erkenntnisse, dass Naturdüfte genauso komplex wie konventionelle Parfums sind und es nicht immer Synthetik sein muss. Auch die Wirkung von Naturparfums auf Psyche und Körper sind nicht zu unterschätzen.

Düfte sind Emotionen pur.

Sinnlich war es auch bei Franziska Breisinger und Maria Holzner, All Organic Trading. Sie brachten den Teilnehmern die Faszination Pflanzenöl – Basis der Naturkosmetik näher. Es wurde weniger geredet sondern mehr getestet, gefühlt und gerochen und heraus kam:  Pflanzenöle sprechen alle Sinne an und die große Vielfalt hat für jeden Geschmack etwas zu bieten.

Fühlen, riechen, schmecken - in den Sessions wurden durch Düfte Emotionen pur geweckt! Foto: Dirk Holst

Fühlen, riechen, schmecken – in den Sessions wurden durch Düfte Emotionen pur geweckt! Foto: Dirk Holst

Ergebnisse NaturkosmetikCamp – 4 gemeinsame Nenner

Abschließend habe ich noch 4 Punkte gesammelt, die in verschiedenen Sessions und auch in den Thesen unabahängig voneinander genannt wurden:

  1. Das Markenimage und die Transparenz der Produkte (Herkunft, Inhalt,..) haben einen hohen Stellenwert und sind wichtig für den Verbraucher.
  2. Das Thema Storytelling gewinnt stetig an Bedeutung.
  3. Werte spielen große Rolle.
  4. Und der abschließende Punkt:

Die Branche muss sich noch stärker zusammenschließen für ein starkes, selbstbewusstes Auftreten!

Ein herzliches Dankeschön an alle Teilnehmer für das Engagement und die aktive Mitarbeit! Wir freuen uns auf die Fortsetzung 2016!

Weiterführende Links: