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Faszination Faszien: neue Möglichkeiten für Therapie und Erlebnisse im Spa

Lange Zeit wurden in vielen Therapieformen ausschließlich Techniken zur Behandlung von Muskulaturen genutzt. Die Faszienstruktur fand dabei kaum Beachtung. Aufgrund neuer Erkenntnisse hat sich jedoch ein Trend entwickelt, der einen ganzheitlichen Ansatz zum Thema Wohlbefinden verfolgt. Doch was genau sind die Faszien und wie hält man sie – und damit sich selber – fit?

Faszien und Muskulatur sind eine untrennbare Einheit und haben einen entscheidenden Einfluss auf unser Wohlbefinden. Foto: Pino GmbH

Faszien und Muskulatur sind eine untrennbare Einheit und haben einen entscheidenden Einfluss auf unser Wohlbefinden. Foto: Pino GmbH

Neue Aspekte im Bereich Wohlbefinden

Die Faszien umgeben die Muskulatur wie ein Netz. Foto: Pino GmbH

Die Faszien umgeben die Muskulatur wie ein Netz. Foto: Pino GmbH

Ein gesundes Bindegewebe ist fest und elastisch zugleich, biegsam wie ein Bambus, reißfest wie ein Zugseil und ermöglicht federnde Bewegungen wie die einer Gazelle. Lange Zeit wurde das Faszien System wenig beachtet, rückt jetzt jedoch zunehmend in das Rampenlicht aktueller medizinischer Forschung und breiter Aufmerksamkeit.

Mit seinen bisher vorwiegend auf den Aufbau von einzelnen Muskeln begrenzten Trainingsansätzen wurden auch die Bereiche Sport und Therapie von den aktuellen Erkenntnisse revolutioniert. Faszien haben einen entscheidenden Einfluss auf unser Wohlbefinden, daher wird das fasziale System heute unter anderen Aspekten beleuchtet.

Als Faszie oder Myofaszie bezeichnet man die untrennbar verknüpfte Einheit aus Muskelgewebe und dem umgebenden bindegewebeartigen Netz. Sie gibt dem Körper Form und Elastizität.

Was geschieht bei eingeschränkter Faszien-Aktivität?

Manuelle Faszienbehandlung: positiv für Wohlbefinden, Körperhaltung und Beweglichkeit. Foto: Pino GmbH

Manuelle Faszienbehandlung: positiv für Wohlbefinden, Körperhaltung und Beweglichkeit. Foto: Pino GmbH

In sogenannten Faszien-Verklebungen oder fehlenden Faszien-Bewegungen wird eine mögliche Ursache für die Abnahme koordinativer Fähigkeiten gesehen. Dabei wird insbesondere der Lymphfluss durch den Mangel an Muskel- und Faszien-Aktivität negativ beeinflusst. Als Folge daraus begleitet uns ein angespanntes Körpergefühl durch den Alltag und der Bewegungsspielraum der Muskulatur, Organe und Gelenke kann dauerhaft – und oft auch schmerzhaft – eingeschränkt werden.

Die Faszienspannung wird vom autonomen Nervensystem beeinflußt. Eine innere Gelassenheit senkt damit unsere Körperspannung. Haben wir nie gelernt, uns wirkungsvoll auf der Ebene der Faszien zu entspannen und loszulassen, wird die Tonuserhöhung zu unserem Selbst. Eine Spirale kann in Gang gesetzt werden, an deren Ende ein unbeweglicher, grobmotorischer, oft erst 30jähriger Mensch steht, der sich schon bei normalen Bewegungen verletzen kann. Einige heftige, oder für ihn ungewohnte, Bewegungen reichen aus, um Muskeln zu zerren oder zu stauchen.

Gleichzeitig beeinflusst auch emotionaler Stress die Beschaffenheit der Faszien. Dr. Schleip sagt:

In Studien konnten wir zeigen, dass sich hohe Stresspegel auf die Gewebespannung auswirken können.

Entspannte Faszien durch eine instrumentgestützte Behandlung. Foto: Pino

Entspannte Faszien durch eine instrumentgestützte Behandlung. Foto: Pino

Stress führt zu Verklebungen und Verwachsungen in den Faszien, was sich wiederum auf das Wohlbefinden, die Körperhaltung und die Beweglichkeit auswirkt. Dies bedeutet, dass sowohl psychosoziale als auch traumatische und soziomotorische Einflüsse eine entscheidende Wirkung auf die Vernetzung des allumgebenden Bindegewebes haben. So kommen sich jetzt (endlich) die zwei Seiten der Wissenschaft, holistisch und evidance based einen kleinen Schritt näher.

Wie trainiert man seine Faszien?

  1. Regelmäßiges Training der Bindegewebsbahnen kann eine gute Möglichkeit sein, den Verwachsungen entgegenzuwirken.
  2. Yoga ist optimal, um die Beweglichkeit zu erhalten und in eine innere Faszien-Entspannung zu kommen. Ist die Faszie entspannt, fühlt man sich innerlich befreit.
  3. Nicht zu vergessen sind alle Methoden aus der Entspannungstherapie, Osteopathie, das mentale Training, die manuelle Faszientherapie, aber auch der alltägliche Genuss und eine gute Ernährung führt zu einem faszial-entspannten Menschen.
  4. Auch die richtigen Übungen mit einer Faszienrolle können zu einem Erhalt der Mobilität der Faszien beitragen.

Die Faszientherapie als Ergänzung im Spa-Programm

Was ist eine Faszienrolle?

Mit einer Faszienrolle werden spezifische Muskelgruppen massiert und so der Verklebung von faszialen Strukturen vorgebeugt. Je nach individuellem Trainingszustand kann gezielt die entsprechende Körperpartie stimuliert und trainiert werden. Während der Selbstmassage wird gleichzeitig die Muskulatur aktiviert und regeneriert.

Der Einsatz ist sowohl im sportlich-rehabilitativen Bereich als auch im Leistungs- und Breitensport möglich. Ob zum Aufwärmen vor dem Sport, zur Muskelentspannung nach dem Sport oder einfach nur als Trainingstool für die Fitnessübungen zu Hause.

Nur entspannte Faszien erzeugen Ausgewogenheit und frische Energie in unserem Körper!

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