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Was verraten unsere Augen? Sinneskanäle verstehen und damit arbeiten

Schon mal was von VAKOG gehört? In vielen Übungen des NLP (Neuro-Linguistisches Programmieren) arbeitet man mit den unterschiedlichsten Sinnen, nämlich mit unseren 3 Hauptsinnen und den 2 Nebensinnen. Doch was verbirgt sich dahinter?

VAKOG: die 5 Sinneskanäle

Wir erleben unsere Umgebung mit unseren Sinnen und können dabei entweder etwas riechen, schmecken, fühlen, hören oder sehen. All die Informationen, die wir mit unseren Sinnen aufnehmen, können wir verinnerlichen und dort als Bilder, Töne oder Gerüche wiedergeben. So kann es passieren, dass wir bei einem bestimmten Ton, Geruch oder Bild eine Erinnerung erhalten.

Die Augen zeigen an, an was man sich gerade erinnert, bzw. welchen Sinneskanal man verwendet. Foto: fotolia, nastia1983

Bilder, Töne oder Gerüche können Erinnerungen wecken. Die Augen decken auf, welchen Sinneskanal man verwendet. Foto: fotolia, nastia1983

VAKOG ist die Abkürzung, die im NLP zusammenfassend für die 5 Sinneskanäle genutzt wird:

  • Visuell
  • Auditiv
  • Kinästhetisch
  • Olfaktorisch
  • Gustatorisch

Wie erinnern Sie sich? Wie viele Sinne zählen zum Repräsentationssystem?

Diese Frage ist so simpel, doch kann sie auch so einfach beantwortet werden? Geht man beispielsweise zurück in seine Kindheit, was fällt einem dabei sofort ein? Hört man erst den Klang einer Glocke, riecht man erst den Duft der Sporthalle oder ist es das Gebäude, an das man sich zuerst erinnert, wenn man sich an seine Schulzeit zurückdenkt?

Jeder erinnert sich anders. Das liegt daran, dass sich Erinnerungen mit den Sinnen koppeln. So sehen meistens die Menschen erst ein Bild vor Augen, wenn sie sich an etwas erinnern. Andere hören oder schmecken zuerst etwas. Aber auch die Gefühle spielen dabei eine große Rolle, sodass diese ausschlaggebend sind, wie man sich an etwas erinnert.

Man erinnert sich, indem man die Sinneseindrücke von damals zurückholt und sie im Kopf noch einmal erlebt. Im NLP spricht man dann von einem repräsentieren einer Erfahrung durch einen oder mehrere Sinneskanäle. Daher spricht man bei den fünf Sinneskanälen auch gerne von den Repräsentationssystemen.

Sinneskanal aufgedeckt: was Augenzugangshinweise aufzeigen

Je nachdem, an was man sich gerade erinnert, bzw. welchen Sinneskanal man verwendet, wandern die Augen in eine andere Richtung.

Links oben

Nehmen Sie einmal einen Spiegel zur Hand und blicken Sie mit den Augen nach oben links. Wenn Sie dies unbewusst durchführen, dann sagt man, dass Sie sich an etwas aus der Vergangenheit erinnern.

Rechts oben

Richten Sie nun den Blick einmal nach oben rechts. Sieht man einen Menschen, der das unbewusst so mit seinen Augen macht, der versucht in seinem Geiste ein Bild zu erstellen. Es ist ein Bild von etwas, was er bisher noch nie gesehen hat. Es kann etwas aus der Fantasie sein, was es im realen Leben nicht gibt.

Mitte Links

Lassen Sie Augen nun so wandern, dass Sie mittig links zeigen. Wenn Sie so blicken, dann heißt das, dass Sie sich an Geräusche oder Töne erinnern. Das sind Geräusche und Töne, die Sie bereits an einem anderen Ort, zu einer anderen Zeit schon einmal wahrgenommen haben.

Mitte Rechts

Sehen Sie nun mittig rechts. Hier kommt nun Ihre Phantasie ins Spiel. Mit diesem Blick versuchen Sie Geräusche und Töne wahrzunehmen, von denen Sie bisher noch nie gehört haben. Ebenso kann es sein, dass Sie gerade eine Melodie oder einen Ton konstruieren, den Sie noch nie gehört haben.

Unten Links

Richten Sie nun Ihren Blick nach unten links. Jetzt sagt dieser Blick aus, dass Sie einen inneren Dialog führen. Sie sprechen sozusagen mit sich selbst. Das können Zwiegespräche sein aber auch der Austausch von Informationen. Im NLP ist das nichts Ungewöhnliches.

Unten Rechts

Zuletzt lassen Sie den Blick nach unten rechts wandern. Hier sind die Gefühle versteckt. Sobald Sie sich auf Gefühle konzentrieren, wird Ihr Blick in diese Richtung wandern. Sei es zu fühlen ob etwas rau oder weich ist oder ob etwas kalt oder warm ist, sobald Sie sich das vorstellen, wandern die Augen nach unten rechts. Im NLP heißt das kinästhetisch.

Lachen ist gesund: ein kleiner Tipp für mehr Freude

Ist Ihnen schon einmal aufgefallen, dass Kinder wesentlich mehr lachen als Erwachsene? Sicherlich ist es als Erwachsener schwieriger, wenn man gewisse Probleme zu bewältigen hat. Aber versuchen Sie es einfach mal:

Schließen Sie die Augen und stellen Sie sich vor Ihrem geistigen Auge eine Person vor, die Ihnen am Herzen liegt. Ferner muss diese Person in der Lage sein, Ihnen uneingeschränkt zuzuhören und Ihnen Ratschläge zu erteilen. Es sollte sich demnach um eine Person handeln, die zu Ihnen steht und zudem sehr weise ist. Sollten Sie in der realen Welt solch eine Person nicht kennen, dann erfinden Sie einfach eine solche Person. Alternativ können Sie sich auch eine berühmte Person aussuchen: Einen Musiker, einen Schauspieler oder einen Sportler.

Nun erzählen Sie dieser projizierten Person Ihre Probleme. Sie sehen jetzt, wie diese Person Ihnen zuhört, zum Lächeln anfängt und anschließend lacht. Diese Person lacht so laut und so lange, dass sie scheinbar gar nicht mehr aufhören kann zu lachen.

Wie fühlen Sie sich, wenn Ihr Freund lacht? Können Sie auch mitlachen? Wenn ja, dann werden Sie jetzt das Problem in einem anderen Licht sehen. Vielleicht erscheint Ihnen Ihr eigenes Problem nun gar nicht mehr so schlimm. Wenn Sie nun lachen können, dann speichern Sie diese Situation ab und rufen Sie in Zukunft auf, sobald Sie wieder Probleme haben.

Letzte Übung: Gefühle mit Hilfe der Musik verändern

Sie wissen sicher, dass stets bei einer bestimmten Vorstellung ein bestimmtes Gefühl auftaucht. Ein Gedanke an Urlaub bringt Freude, der Gedanke an die Arbeit vielleicht ein Unwohlsein. Nachdem die negativen Gefühle nicht hilfreich sind, können diese anhand der nachfolgenden Übung verändert werden.

Schließen Sie die Augen und stellen Sie sich die unangenehme Situation vor, z.B. der Gang zur Arbeit. Lassen Sie hierbei einen kompletten Film ablaufen und achten Sie darauf, dass die negativen Gefühle vorhanden sind.

Suchen Sie sich jetzt eine für Sie angenehme Musik aus und untermalen Sie die abgespielte Szene mit dieser Musik. Konnten sich Ihre Gefühle für die negative Situation verändern? Wenn ja, dann haben Sie die Übung erfolgreich gemeistert. Wenn nein, dann wiederholen Sie diese Übung so oft, bis sich Ihre Gefühle verändern oder gar komplett verschwinden.