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Gedanken im Advent: Besinnung auf das Wesentliche nach einem turbulenten Jahr

Die Adventszeit hat begonnen. Doch wie sieht es mit der besinnlichen Stimmung am Ende dieses turbulenten Jahres aus? Jeden Tag bringen die Medien neue Hiobsbotschaften und „Dank“ Facebook weiß man eigentlich gar nicht mehr, was man noch glauben darf und was nicht. Daneben macht sich der allgemeine Weihnachtskonsum breit. Eine gute Zeit, um auf „Standby“ zu schalten und einige Gedanken niederzuschreiben.

Europa im Umbruch – Alles Chaos oder doch ein Lichtblick in Sicht?

Europa im Umbruch – Alles Chaos oder doch ein Lichtblick in Sicht? Foto: Fotolia/gudrun

Europa im Umbruch – Alles Chaos oder doch ein Lichtblick in Sicht? Foto: Fotolia/gudrun

Wie wird wohl das Jahr 2015 in die Geschichte eingehen? Da ist zum einen der heißeste Sommer seit Aufzeichnungsbeginn, zum anderen stolpert Europa von einer Krise zur nächsten – erste die Ukraine, dann Griechenland, der Euro, dann die Ohnmacht gegenüber den Flüchtlingen und schließlich auch noch der Terroranschlag in Paris. Eines haben alle diese Krisen gemein: sie wurden allesamt nicht wirklich gelöst. Politische und wirtschaftliche Systeme scheinen festgefahren. Die Frage ist: was können wir selbst als Personen beitragen?

Klar, wir können heute auf Facebook mitreden und sagen, was uns gefällt und was nicht. Aber, dass es mit dem Taten-folgen noch ein großer Weg ist, wurde auch beim SpaCamp 2015 klar. Unser diesjähriges Motto „Zuflucht grenzenloser Inspiration“ hatte durch die Flüchtlingskrise eine völlig neue Bedeutung erfahren und zum Nachdenken angeregt. In Europa haben wir, trotz aller Krisen (noch) die Freiheit, uns Orte der Ruhe und der Muße auszusuchen. Eine Flüchtlingsfamilie ist hingegen froh, wenn sie überhaupt einen Ort zum Leben findet – einen Ort des Friedens, einen Ort, wo sie willkommen ist. Wir können uns gar nicht vorstellen, was das bedeutet.

Es ist also an der Zeit, demütig zu werden. Wir müssen aufhören, Dinge für selbstverständlich zu nehmen. Wir hatten einfach großes Glück, hier geboren zu sein. Hilfe sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein. Nicht nur finanziell, sondern auch mit persönlichem Engagement. Es ist schön zu sehen, dass es viele Menschen gibt, die eigene Initiativen gründen und sich privat für Flüchtlinge einsetzen. Auch vielen Unternehmen, wie z.B. DM oder Sonnentor haben hier klare Aktionen gesetzt. Interessante Artikel zum Thema auch im Viermalvier-Blog von Lilli Vogl.

Wir sind Viele! Nachhaltigkeit beginnt mit bewusstem Konsum

Aktuell findet die UN-Klimakonferenz in Paris statt. Nun sieht es danach aus, als ob endlich, nach jahrelangem Zögern der Stein doch ins Rollen gebraucht werden könnte. Laut Spiegel online setzen sich 20 Nationen und 30 Privatunternehmen, allen voran Microsoft-Gründer Bill Gates mit Milliardenprogrammen für eine Revolution für saubere Energie ein.

Doch nicht nur die Großen und Superreichen können etwas bewegen. Beim letzten NaturkosmetikCamp hatten wir Christian Felber, den Aktivisten für die Gemeinwohlökonomie als Keynote-Speaker zu Gast. Er hat eindrucksvoll gezeigt, was man mit persönlichem Einsatz erreichen kann. Ja, wir müssen uns mutige große Ziele setzen, um etwas ändern zu können und viele kleine Taten bringen uns diesem Ziel näher. Der Schlüssel: jetzt anfangen! Statt sich z.B. dem allgemeinen Weihnachts-Konsumrausch hinzugeben, kann man in sich gehen und überlegen, auf was man verzichten kann, um Ressourcen zu schonen. Der positive Nebeneffekt: Es bleibt Geld (und auch Zeit) zum Teilen übrig und manche Alternative ist auch gesünder.

Ansetzen kann man beim Vielem: Muss eine Familie wirklich zwei Autos (oder mehr) besitzen? Wie sieht es mit öffentlichen Verkehrsmittel aus? Oder den Alternativen Fahrrad oder zu Fuß gehen? Brauche ich jedes Jahr ein neues Handy? Muss ich mehrmals im Jahr eine Fernreise unternehmen? Machen mich unzählige Kosmetik-Produkte wirklich schöner? Muss es immer die neueste Mode sein? Kann ich mir vielleicht sogar bestimmte Dinge ausleihen oder gemeinsam kaufen?

Wissen, wann es genug ist - neuer Minimalismus bei Japans Jugend. Foto: Fotolia/paylessimages

Wissen, wann es genug ist – neuer Minimalismus bei Japans Jugend. Foto: Fotolia/paylessimages

Hilfreich ist es, ruhig einmal ganz minimalistisch zu denken – die japanische Jugend macht es laut einem aktuellen Artikel in der Neuen Züricher Zeitung vor und besinnt sich auf buddhistische Werte. Es geht um das Wissen, wann es genug ist:

taru o shiru

Mehr ist nicht besser! Besser ist besser!

Dieser Slogan ziert eine kleine Karte in meinem Büro. Eigenartig eigentlich, dass wir Menschen gerne „mehr“ mit „besser“ verwechseln. Immer mehr wird irgendwann zu viel. Gutes hingegen kann nie zu viel werden – wie ein gutes Leben, eine gute Beziehung oder einfach ein gutes Paar Schuhe. Also Qualität vor Quantität! Wenn ich mich beispielsweise entscheide, ein paar Schuhe über mehrere Jahre zu tragen, spare ich Ressourcen und bin wahrscheinlich eher bereit, auf Qualität zu setzen. Das bietet dem regionalen Hersteller mehr Chancen und vielleicht freut sich sogar ein Schuhmacher, weil ich ihn auch reparieren möchte. Immerhin gehört der Schuh irgendwie zu mir und ich möchte ihn irgendwann auch gar nicht mehr hergeben – es ist eben wie mit der guten Beziehung.

Der 36-jährige Fumio Sasaki, der Verfasser der Minimalismus-Bibel (siehe Link oben), würde sogar noch weiter gehen:

Wir brauchen keine Dinge mehr! […] Dadurch fällt es mir leichter, mit anderen Menschen in Kontakt zu treten und Erfahrungen zu machen, die wesentlicher sind als aller materielle Besitz.

Doch was hat das alles mit dem SpaCamp und meinem Unternehmen zu tun?

Ich glaube, jedes Unternehmen – als auch Der (kleine) Falkner muss sich die Frage stellen, wie man Wertschöpfung heute definiert und Unternehmenssinn findet. Klar, man muss heute global denken und gleichzeitig den Spagat mit hohen Lohn- und Sozialkosten hinbekommen. Aber neben dem finanziellen Erfolg sollte das Unternehmen vor allem Freude bereiten. Wie das geht? Vielleicht mit #BusinessDetox?

  1. Sich auf das Wesentliche, auf seine ureigenen Stärken besinnen
  2. Eine Nische finden
  3. Diese Nische mit Leben füllen
  4. Sich ständig verbessern

Zur Erinnerung: Nicht mehr, sondern besser werden! Nicht nur finanziell und bei den materiellen Dingen, sondern vor allem beim Zwischenmenschlichen. Wenn ich als Unternehmer etwas gerne mache, spüren das meine Mitarbeiter, meine Partner und die Teilnehmer der Camps – und natürlich auch meine Familie und meine Freunde. Diese positive Energie, wenn man so möchte, ist sehr ansteckend. Was sich wiederum auf das Marketing auswirkt und natürlich auch die Verschwendung von Ressourcen minimiert. Ich glaube, dass alles, was man aus Liebe macht, auch ganz automatisch verantwortungsvoller ist und höhere Erfolgsaussichten hat.

Ich habe mir nun folgende Frage gestellt: Wie kann ich nun selbst „BusinessDetox“ betreiben? Seit 2001 beschäftige ich mich mit neuen Medien, mit Werbung und Marketing. 2009 habe ich mich mit dem Thema „Spa-Marketing“ selbstständig gemacht. 2010 fand das erste SpaCamp statt. Schon vier Jahre später hat diese Fachveranstaltung samt Fachblog zusammen mit dem NaturkosmetikCamp eine so große Eigendynamik erreicht, dass in mir der Wunsch aufstieg, mich voll und ganz auf diese Leidenschaft zu konzentrieren. Zwei Jahr hat es schließlich gedauert, bis ich meinen ganzen Mut zusammengenommen hatte, und nun aus „Der Falkner Spa Marketing“ „Der Falkner / The CampCompany“ wurde, obwohl es eigentlich, wenn man sich die 4 Punkte oben ansieht, auf der Hand lag.

Besinnung auf das Wesentliche gibt wertvolle Ressourcen frei

Diese Konzentration auf unsere Nische, der Veranstaltung von BarCamps, dem Betrieb von Fachblogs sowie der Einbeziehung und Förderung der jeweiligen Community, gibt viel Energie frei. Es gibt schon einig Ideen für 2016. Ihr dürft gespannt sein!

Nach diesem großen Sprung von den Krisen Europas und einem Lichtblick zur Besinnung auf das Wesentliche im Privaten und im eigenen Unternehmen, stellt sich noch die Frage: welchen Beitrag können wir als Unternehmen zu Weihnachten leisten?

Wir haben über die Jahre einige sehr spannende Domains, wie „wellness-schenken.com“ oder „paarwellness.com“ angesammelt, von denen wir uns nun trennen und in diejenigen Hände geben möchten, die etwas Positives damit anfangen können. Wir werden die Domains aber nicht einfach verkaufen, sondern an die Meistbietenden abgeben (auch einzeln möglich) und die gesamten Einnahmen einem wohltätigen Zweck zuführen. Wir freuen uns auf Eure großherzigen Angebote bis zum 31. Januar 2016 per E-Mail. Alle Details und welche Domains es sonst noch gibt, findet ihr hier.

Somit wünsche ich allen eine besinnliche Adventszeit und ein Weihnachtfest im Kreise der Familie. Ich freue mich auf ein schönes, gemeinsames 2016. Die Welt liegt in unseren Händen und unseren Gedanken.