FachBlog

Vom Spa Manager zum Feel-Good-Manager: was sind die 5 Kernwerte?

Meine persönliche Herausforderung ist es, die Position des Spa Managers neu zu definieren und sie in den Feel-Good-Manager umzuwandeln. Was bedeutet das in der Praxis, für die Qualifikation und Kommunikation?

Oftmals sehen Hotelinhaber, Geschäftsleiter und Hoteldirektoren ihre Mitarbeiter in einer strengen Hierarchie. Viele wünschen sich zwar flache Hierarchien, jedoch fehlt ihnen das Wissen wie sie tatsächlich gelebt werden können.

Kommunikatin auf Augenhöhe zeichnet einen Feel-Good-Managers aus. Foto: fotolia, Sergey Nivens

Kommunikatin auf Augenhöhe zeichnet einen Feel-Good-Managers aus. Foto: fotolia, Sergey Nivens

Den Mitarbeiter als Partner auf Augenhöhe anzusehen ist vielleicht manchmal unbequem und erfordert Konfliktfähigkeit, doch genau diese – gekonnt eingesetzt – bringt dem Unternehmen die Ergebnisse, den Erfolg.

Unterschied Spa Manager und Feel-Good-Manager

Ein Feel-Good-Manager sollte qualifizierter sein, als ein Spa Manager. Vor allem in den Bereichen der Pädagogik, Psychologie, BWL, Vertrieb, Konfliktmanagement, betriebliches Gesundheitsmanagement und ganz wichtig: in der Mitarbeiterführung. Die fachbezogenen Ausbildungen wie Kosmetik, Wellness, Ernährung, Massage und Sport sollten als Erweiterung dazu kommen. Seine Qualifikationen machen einen Feel-Good-Manager ganzheitlicher und flexibler.

Als Feel-Good-Manager ist es unter anderem meine Aufgabe, die Humanressourcen optimal zu nützen, sowie partizipativ und situativ zu führen. Dabei ist es wichtig, Fragen zu stellen:

  • Wissen die Mitarbeiter was die Kernwerte des Unternehmens sind?
  • Wer sind unsere Gäste?
  • Wo wollen wir hin?
  • Was für Werkzeuge benötigt man, um Zielsetzungen zu erreichen?

Die Kunst der (Unternehmens)-Führung ist es, das Wissen und Können in einem ausgewogenen Spannungsverhältnis zu leben, um Veränderungen zuzulassen. Dabei handelt es sich um ein ständiges Geben und Nehmen von beiden Seiten, wobei das Rad auch bei uns nicht immer wieder neu erfunden wird. Zielsetzungen, Mission und Vision, Organigramme, Meetings und Ergebnisorientierung gehören mit dazu.

Welche Kompetenzen muss ein Feel-Good-Manager mitbringen? Foto: Irena Staudenmaier

Welche Kompetenzen muss ein Feel-Good-Manager mitbringen? Foto: Irena Staudenmaier

Wir leben die flache Hierarchie, denn durch die partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen den Abteilungsleitern sowie zu den Mitarbeitern werden die Schnittpunkte verfeinert. Auf diese Weise wird das Können jedes Einzelnen hervorgehoben. Außerdem sind unsere Werte klar definiert und kommuniziert und tragen so zum respektvollen Miteinander bei.

Unsere 5 Kernwerte

Kernwert 1: Ehrlich sein

Die Wahrheit sagen, nicht täuschen, nichts verheimlichen, nicht manipulieren. Durch ständige Transparenz (auch Zahlentransparenz) leben wir unseren Mitarbeitern und Kollegen einen authentischen Führungsstil vor und fordern sie auf, das gleiche Verhalten zu spiegeln.

Kernwert 2: an Gesetze, Vorschriften, Regeln, Vereinbarungen halten

Wir haben Belohnungssysteme für das Einhalten und Erfüllen der Vereinbarungen. Die Konzentration liegt dabei auf der Belohnung und nicht auf der Bestrafung.

Kernwert 3: Respektvoller Umgang mit Menschen

Dazu zählen MitarbeiterInnen, KollegenInnen, KundInnen, LieferantInnen, GeschäftspartnerInnen, etc. Bei uns wird jeder Mitarbeiter respektvoll behandelt und für seine Tätigkeit wertgeschätzt! Dazu gehört es auch, sich Zeit zu nehmen, Fragen zu stellen. Ob es eine Reinigungsdame, ein Abteilungsleiter oder ein Spüler ist: Ist die Tochter wieder gesund? Kommt die Oma zu Besuch? Zudem offerieren wir unseren Mitarbeitern Anti-Mobbing-Campagnen.

Kernwert 4: Bescheidenheit

Nicht „Wasser predigen und selber Wein trinken“. Das was wir denken, sagen wir und das was wir sagen, tun wir. Es wird nichts versprochen, was nicht eingehalten werden kann.

Kernwert 5: Achtung der zur Verfügung stehenden Ressourcen

Das bedeutet keine Ausbeutung der Natur und der Umwelt. Im Produkt- und Warenwirtschaftssystem wird auf  Recycling-Verpackungen geachtet. Reinigungsmittel werden sorgfältig durch einen Sicherheitsbeauftragten (Arbeitsschutz) ausgesucht. Auf unnötige Wäsche wird verzichtet. Schulungen der Reinigungsmittel sind im Qualitätsmanagement involviert.

Die Philosophie und die Werte werden von Mitarbeiter erst dann gelebt, wenn eine Willenserklärung stattgefunden hat. Das bedeutet erst, wenn der Mitarbeiter die Führungsperson als Vorbild wahrnimmt, ist sie personalisiert und die Willenserklärung findet statt: „Ja, ich folge dir“.

Kommunikation: 3 wichtige Punkte

In der Kommunikation mit meinen Mitarbeitern hinsichtlich Zielsetzungen und Unternehmensphilosophie sind diese 3 Punkte für mich entscheidend:

  • Kurze Intervalle von Mitarbeitergesprächen
  • Klar definierte Zielsetzungen
  • Monatliche Außerhausmeetings

Partnerschaftlich zum Erfolg

Bei einem so großen Team wie in der Sieben Welten Therme ist es ausschlaggebend die flache Hierarchie täglich zu leben. Ich habe das Glück, selber einen Vorgesetzten zu haben mit dem ich partnerschaftlich agieren kann. Ideen werden gemeinsam geprüft und Sinn und Wirtschaftlichkeit ausdiskutiert. Der Erfolg meiner Arbeit basiert auf dem gegenseitigen Vertrauen zwischen allen Beteiligten: den Vorgesetzten und den Mitarbeitern.

Sich auf die Menschen zu freuen, die die Arbeit charakterisieren, Rituale zu erleben, zu wissen, dass man sich aufeinander verlassen kann, ohne jegliche Vorurteile eines Managers zu einer Reinigungsdame, eines Spülers, eines Kochs, eines Behandlers, eines Technikers oder einer Bedienung: Diese Wertschätzung des Menschen und der gegenseitige Respekt, das sind die Grundsteine effizienter Arbeit.

 07:00 Uhr „Einen wunderschönen guten Morgen Jutta!“

…begrüße ich die etwas ältere Dame im Service. „Alles jut?“ Jutta ist schon seit über 20 Jahren im Unternehmen und ein „alter Hase“. „Alles jut“ antwortet sie mir mit einem Strahlen im Gesicht. Und ich weiß, es ist alles gut ohne weitere Fragen zu stellen. Meine Tasse stelle ich unter den Kaffeautomat und genieße den Kaffeeduft. „Dann lassen wir uns überraschen was der Tag für uns bereithält! Einen schönen Tag wünsche ich dir“. „Dito“ höre ich sachte und verlasse die Küche.