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Ganzheitliche Psychologie im Yoga & Ayurveda

Krankenstände aufgrund psychischer Indikationen verzeichneten gemäß einer Studie der DAK eine 70% ige Steigerung binnen zehn Jahren. Im Gegensatz zu westlichen Methoden der analytischen Herangehensweise versucht man in den indischen Lehren verstärkt auf die Wahrnehmung der Emotionen zu setzen. Ziel ist also ein Leben gemäß dem eigenen Naturell, losgelöst von Erwartungen und Prägungen aus Vergangenheit und Gegenwart.

Die Basis der ayurvedischen & yogischen Psychologie

Yoga unterstützt die Verbindung zum "ICH". Foto: fotollia/santypan

Yoga unterstützt die Verbindung zum „ICH“. Foto: fotollia/santypan

Die Basis der ayurvedischen & yogischen Psychologie bilden die drei geistigen Eigenschaften wie:

  • Reinheit (Sattva), z. B. Lebensfreude, Mitgefühl, Erkenntnis,
  • Aktivität (Rajas), z. B. Motivation, Leidenschaft, Aggression und
  • Erstarrung (Tamas), z. B. Energieblockaden, Verwirrung, Verstimmung, Depression.

Eine reine Psyche begegnet dem Leben mit Optimismus, eine erstarrte eher mit Pessimismus. Im ganzheitlichen Yoga setzt man auf die energetische Verbindung zu seinem wahren inneren Wesenskern (Seele, „Ich“). Fühlt man seine wahren innerlichen Bedürfnisse, so spürt man, was einem zuträglich ist. Ist die Persönlichkeit hingegen nur von seinen Prägungen aus Erziehung, Gesellschaft etc. bestimmt, so besteht eine Neigung zu Disbalancen bis hin zu depressiven Episoden.

Der Geist beeinflusst den Körper und umgekehrt. Beispielsweise entsteht bei Wut in der Herzregion eine Wärme, was wiederum im Geist den Wunsch nach Vergeltung auslöst. So spielen also neben kontemplativer Innenschau wie Meditationen, Achtsamkeitstraining, Körper- und Atemübungen, energiebringende Reize, auch die korrekte Ernährung eine wichtige Rolle.

Eine reine klare Psyche verstärken frische, saftige Saisongemüse frisch zubereitet, Honig, lokale Früchte und sämtliche Fertiggerichte sollten möglichst vermieden werden. Der Körper ist ein Botschafter der Seele, wodurch körperliche Symptome Hinweise für eine sinnvolle Lebensveränderung sein können.

Was gibt es nun für ganzheitliche Heilungsansätze?

  • Hatha-Yoga (Körperübungen, Atemübungen, Fingerstellungen, Energiebündelungen) kombiniert mit geistigen Affirmationen.
  • Die Aktivierung von Vital-und Energiepunkten zur psychischen Stabilisierung: Beispielsweise bei Antriebslosigkeit könnte man eine Ingwer-, Kalmus-, Nelkenpaste auf Schläfen und zwischen die Augenbrauen auftragen. Bei Unruhezuständen empfehlen sich ayurvedische Bauch- oder Kniewickel.
  • Körperdialoge und die Arbeit mit Seelenbildern in einem tiefentspannten Zustand
  • Wiederholungen von Affirmationen bei alltäglichen Tätigkeiten wie bügeln, waschen etc.
  • Phytotherapie: Regelmäßige Einnahme von ayurvedischen Heilkräutern.

Zwei Beispiele für Ayurveda-Kräuter zur psychischen Balance

1. Bei Unruhezuständen, Angst:

Nabelkraut, kleines Fettblatt (Bacopa monnieri):

Eine feuchtliebende, kriechende Pflanze mit fleischigen kleinen Blättern. Verwendet werden Wurzel, Stängel und Blätter. Angewandt wird sie zumeist als Hauptsubstanz bei nervösen Störungen, Konzentrationsschwäche, Stressbelastungen, Anspannung etc.

2. Bei depressiven Zuständen:

Johanniskraut, (Hypericum perforatum)

Johanniskraut ist eine ausdauernde, aufrechte, im oberen Teil ästig verzweige Pflanze mit 20 bis 100 cm hoch wachsendem Stängel. Verwendet werden das Kraut, die Sprosspitzen und häufig das Rotöl. Gegen Depression, Schlafstörungen und Nervenbeschwerden. In der heutigen Zeit werden oftmals die wahren Emotionen und somit das Lebensgefühl auch mittels moderner Medikation unterdrückt.

In ganzheitlichen Lehren wie dem Ayurveda & Yoga versucht man das „Leben“ hingegen zu erwecken.