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Mit Scrum den Spa-Alltag iterativ meistern

Scrum klingt technisch, unsexy und, um ehrlich zu sein, für einen IT-Laien nichtssagend. Legen wir diese Vorurteile doch ab und sehen Scrum als das, was es wirklich ist: eine moderne Arbeitsweise, die sich auf so viel mehr als nur technische Projekte anwenden lässt.

Scrum (vergleiche Wikipedia) ist eine agile Vorgehensweise, bei der Ziele Schritt für Schritt erreicht werden. Der Spielraum steht von Anfang an fest, nicht aber, wie und wann Ziele erreicht werden. Selbstorganisation wird großgeschrieben. Zunächst werden Wünsche und ungefähre Erwartungen in einem Product Backlog (eine Art Ideenbuch) festgelegt. An diesen Zielen wird dann in immer gleichen Zeiträumen, sogenannten Sprints, gearbeitet.

Danach folgt in Sprint Reviews ein kurzer Check des aktuellen Ist-Zustands, Beteiligte reflektieren über vergangene Geschehnisse und weiter geht’s. Kurze, knackige Daily Meetings fördern zusätzlich Selbstbestimmung und Hinderniserkennung. Wer möchte, kann den aktuellen Stand sowie bevorstehende To-dos auf einem Scrum Board, z.B. mittels Post-its, sichtbar machen.

Und was heißt das auf „Spaisch“?

Die Rollen in Scrum sind klar verteilt: So gibt es das Team, welches eigenverantwortlich dafür zuständig ist, die geforderten Funktionalitäten einzubringen. Jeder hat sein Know-how, welches es geschickt umzusetzen gilt. Das können z.B. Spa-Manager oder andere für die Weiterentwicklung des Spa-Menüs verantwortliche Mitarbeiter sein. Die Inputs kommen vom Product Owner, den Auftraggebern bzw. Vertretern derer, die Bedürfnisse und Prioritäten verkünden.

Dies sind beispielsweise die Spa-Gäste selbst, die Ideen für neue Behandlungen haben, oder aber Marketingverantwortliche, die auf Basis von CRM-Auswertungen und Marktforschung genau wissen, wohin die aktuellen Trends gehen. Last, but not least: Der Scrum-Master ist eine Art Schiedsrichter, der für eine reibungslose Kommunikation sowie das Verhindern externer Einflüsse sorgt. Diese Rolle kann im Spa beispielsweise vom Teamleader eingenommen werden.

Scrum-Prozess bildlich dargestellt. © TAC

Scrum-Prozess bildlich dargestellt. © TAC

Scrum ist Unternehmersache

Für Scrum braucht es eine Unternehmenskultur, die mit der eigenständigen Weiterentwicklung und Verantwortung des Einzelnen einverstanden ist. Werte wie Kommunikation, Flexibilität und Offenheit müssen an der Tagesordnung stehen. Hinweg mit veralteten Denkweisen à la „Plane alles bis ins kleinste Detail so früh wie möglich“.

Was hat denn nun ein Spa davon, nach der Scrum-Bibel zu arbeiten? Der größte Vorteil ist bestimmt die Transparenz vorhergehender Prozesse und regelmäßige interne Abstimmung. Denn es heißt nicht mehr „Viele Köche verderben den Brei“, sondern „Zwei Paar Augen sehen mehr als eines“. Ebenfalls sind schnelle Reaktionen innerhalb der Sprints gefordert, allerdings nicht, wie diese umgesetzt werden sollen. Auch wird strikt nach Prioritäten, wie z.B. dem Muss eines vierteljährlich wechselnden Spa-Menüs, gearbeitet. Dies stellt sicher, dass nicht zu viel Zeit für unwichtigere Aufgaben aufgebracht wird.

Nicht (nur) für die Arbeit, sondern fürs Leben

Scrum ist eine Lebenseinstellung, die auch dabei hilft, persönliche Ressourcen möglichst effektiv einzusetzen. Eine grobe Zieldefinition sowie ein täglicher Blick auf die To-dos, In-progresses und Dones helfen, den höchstmöglichen Wert und nicht die schnellste Lösung zu erzielen. Auch hinsichtlich der Aufgabenteilung bzw. dem Wissen, was bei den anderen gerade passiert und wer wo Schwierigkeiten hat, ist Scrum eins a. Und durch das Miteinanderreden kommen die Leute ja bekanntlich zusammen, was in einer technologiedurchdrängten Welt nach wie vor von hoher Relevanz ist.