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Mental Wellness für eine gute Lebensqualität – Diana und Thomas Fritsch vom MentalSpa Resort Fritsch am Berg im Gespräch

Mental Wellness einmal weiter denken – das wollten Diana und Thomas Fritsch, Inhaber des MentalSpa Resort Fritsch am Berg, gemeinsam mit den Session-Teilnehmer*innen beim vergangenen SpaCamp. Mentale Wellness beginnt im Kopf! Der Geist muss sich wohlfühlen, damit sich auch der Körper wohlfühlt. Im Interview vertiefen die beiden das Thema und sprechen darüber, welche Personen mit welchen Bedürfnissen Mental-Wellness-Angebote nutzen, und geben Tipps, wie mit Alltagsstress besser umgegangen werden kann.

Mental Wellness hilft dabei, ein gutes Lebensgefühl zu fördern. Foto: Adobe Stock/Stokkete

Mental Wellness hilft dabei, ein gutes Lebensgefühl zu fördern. Foto: Adobe Stock/Stokkete

Kurze Wellnessurlaube liegen im Trend. Gibt es dafür auch passende Mental-Wellness-Angebote oder muss man sich als Gast hier einfach doch mehr Zeit für sich nehmen?

Muhammad Ali sagte:

Es ist nicht der Berg, der dir zum Klettern so hoch erscheint, es ist der Kiesel in deinem Schuh!

Oft reichen schon wenige Coaching-Settings, um eine Veränderung herbeizuführen oder um etwas loszulassen. Dementsprechend gibt es Mental-Arrangements ab zwei Nächten, in denen wir im Einzel-Coaching gezielt auf das Problem eingehen. Lebensstilveränderungen benötigen natürlich mehr Zeit, da wir ganz individuell auf die Lebenssituation und Bedürfnisse des Gastes eingehen und einen alltagstauglichen Plan erarbeiten.

Für welche „Zielgruppen“ und „Bedürfnisse“ eignet sich Mental Wellness?

Wir unterscheiden bei uns drei Grundbedürfnisse:

  • Der typische Wellness-Gast braucht einfach einen Ort, an dem er sich in Ruhe entspannen kann und Anwendungen genießt, um sich zu erholen.
  • Ein anderer sucht in Mental Coachings Unterstützung bei Themen wie „Veränderung“, „Loslassen“, „Entspannungstechniken“ oder „Lebensfreude“.
  • Gesundheitsthemen, wie z.B. Stress-Symptome, Burnout, Herz-Kreislauf- oder Schlaf-Probleme finden Zeit und Raum in der Kombination von Anwendungen für Körper, Verstand und Emotionen.

Unsere Zielgruppe sind damit ruhesuchende Erwachsene, die selbst entspannen können oder dabei Unterstützung brauchen.

Diana Sicher-Fritsch in der Session "Mental Wellness" beim SpaCamp 2019. Foto: DH STUDIO Köln, Dirk Holst

Diana Sicher-Fritsch in der Session „Mental Wellness“ beim SpaCamp 2019. Foto: DH STUDIO Köln, Dirk Holst

Wird eurer Erfahrung nach Mental Wellness vorsorglich in Anspruch genommen oder kommen die Gäste erst, wenn Stress und Überforderung bereits überhandgenommen haben?

Im Gesundheitsbereich kommen unsere Gäste oft dann, wenn sich Symptome wie Tinnitus, Bruxismus, chronische Verdauungsprobleme oder anhaltende Schlafstörungen eingeschlichen haben. Im Präventionsbereich senden z.B. Firmen Mitarbeiter*innen, die langanhaltend leistungsfähig bleiben sollen oder vor größeren Veränderungen stehen.

Inzwischen achten auch immer mehr gerade jüngere Leute auf ihre Gesunderhaltung. Sie möchten nicht nur lange leistungsfähig bleiben, sondern auch ihre gute Lebensqualität erhalten.

Thomas Fritsch leitet gemeinsam mit seiner Frau Diana das MentalSpa-Resort "Fritsch am Berg". Foto: Fritsch am Berg

Thomas Fritsch leitet gemeinsam mit seiner Frau Diana das MentalSpa-Resort Fritsch am Berg. Foto: Fritsch am Berg

Stress lässt sich nicht immer verhindern. Wie seht ihr das, dass Stress mittlerweile beinahe Teil des Alltags ist?

Anspannung an sich ist gesund. Immer entspannt zu bleiben wäre gleich, als würde ich meine Muskulatur immer schonen. Ich würde immer schwächer werden. Das ist also nicht das Ziel. Wichtig ist, ein gesundes Maß von Anspannung und Entspannung im Wechsel zu finden. Fünf-Minuten-Pausen über den Tag verteilt helfen mehr, als vier Stunden TV am Sofa zu konsumieren.

Die meisten Menschen haben gelernt: „Erst kommt die Arbeit, dann das Vergnügen“. Bis das Vergnügen allerdings an die Reihe kommt (Feierabend), sind sie schon so platt, dass sie es nicht mehr genießen können. Mit dem Gedanken „Ich hatte heute noch nichts vom Tag“ fällt man dann „unvorbereitet“ ins Bett. Der Geist kann noch nicht nachkommen und will auch noch „gesehen“ werden. Eine Spirale beginnt! So rasch kann keiner einschlafen, überhaupt dann nicht, wenn die Gedanken, die am Tag keinen Raum gefunden haben, mit einem Schlitten fahren. Durch den schlechten Schlaf hat man am nächsten Tag noch weniger Energie zur Verfügung und ist bis zum Feierabend wieder platt.

Habt ihr hier Tipps für uns, um den Alltagsstress zu minimieren bzw. sich davon wieder schnell zu erholen?

Hier haben wir mehrere Tipps:

  • Alle eineinhalb bis zwei Stunden eine Fünf-Minuten-Pause mit einer kurzen, effizienten Entspannungsübung einbauen.
  • Jeder Motor braucht Treibstoff – und zwar nicht erst, wenn der Tank staubtrocken ist. Mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt vermeiden ein Energieloch (d.h., der Verdauungstrakt braucht die ganze Energie für die Verdauung – ein Teller Pasta schmeckt zwar, macht aber auch müde).
  • Trenntechniken: Der Weg zur Arbeit oder von der Arbeit ist der ideale Zeitraum, um Vergangenes dort zu lassen und sich auf das Neue vorzubereiten. Ideal ist hier, eine Playlist für den Feierabend bzw. den Kundenbesuch usw. zu haben.
  • Runterkommen, bevor man in eine Stress-Situation geht, mit dem Drei-Sekunden-Trick:
    • erste Sekunde: tief ausatmen –  Schadstoffe ausatmen – Gedanken loslassen,
    • zweite Sekunde: tief einatmen – Sauerstoff aufnehmen – sich Gutes tun,
    • dritte Sekunde: Konzentration – Gedanken auf das, was kommt, fokussieren.

Vielen Dank, Diana Sicher-Fritsch und Thomas Fritsch vom MentalSpa Resort Fritsch am Berg, für eure Session beim SpaCamp 2019 und das „entspannende“ Interview.