Spa Magazin

Social-Media im Spa: Menschen kaufen kein Produkt, sondern ein Gefühl.

Kristina Schermbach von der FACE & BODY Academy und Charlotte Schmerbauch von der SPA VILLA ergatterten beim SpaCamp „SummerCamp“ die meisten Punkte für ihre Session „Social-Media im Spa“. Wir haben mit den beiden sympathischen Next-Generation-Unternehmer:innen über gute Postings, häufige Fehler und ganzheitliche Konzepte gesprochen.

Charlotte Schmerbauch, SPA VILLA und Kristina Schermbach, FACE & BODY Academy beim SpaCamp "SummerCamp" 2022, Foto: Jasmin Walter

Charlotte Schmerbauch, SPA VILLA und Kristina Schermbach, FACE & BODY Academy beim SpaCamp „SummerCamp“ 2022, Foto: Jasmin Walter

Es herrscht noch immer sehr viel Unsicherheit, wie man im Spa richtig über Instagram und Co. kommuniziert. Was sind eurer Meinung nach die drei häufigsten Fehler?

Fehler Nummer 1: Nur Fotos posten. Instagram selbst kommuniziert, dass ein guter Instagram-Account für die entsprechende Reichweite mindestens 60% Videos und 40% Fotos posten sollte. Der Trend geht hin zu Videocontent.

Fehler Nummer 2: Sich nicht als Personen zeigen. Insbesondere die Video- oder Story-Funktion kann wunderbar dafür genutzt werden, dass sich das Hotel vorstellt und vor allem, wer die Personen, Gründer etc. dahinter sind. Die Persönlichkeiten sollten unbedingt mit in den Vordergrund gestellt werden.

Fehler Nummer 3: Mehr erwarten als geben, d.h. ausschließliches Posten von Angeboten und Preisen. Kunden müssen sich aktiv dafür entscheiden, das Unternehmen im Privatumfeld zu abonnieren und den jeweiligen Content zu verfolgen. Das funktioniert vor allem, wenn das Unternehmen einen Mehrwert neben dem klassischen Angebot bietet. Beispiele hierfür sind unter anderem Do-It-Yourself-Videos, Beiträge mit offenen Fragestellungen an die Abonnenten oder Team-Vorstellungen.

Was ist für euch in richtig guter Post oder eine richtig gute Story? Was muss enthalten sein und welche Möglichkeiten sollte man unbedingt ausprobieren?

Wichtig ist, unbedingt versuchen, Emotionen reinzubringen. Das kann auf der einen Seite durch Menschen sein, die auf dem Video/Foto zu sehen sind, die glücklich sind, in dem Unternehmen zu sein oder die das Produkt, das verkauft werden soll, benutzen.

Auf der anderen Seite durch Farben. Warme Farben geben ein positives Gefühl ab. Je nach Branche kann allein mit Kerzenschein und anderen Accessoires auch online ein ,,Wohlfühlambiente‘‘ geschaffen werden. Content Creator sollten sich die Frage ,,Würde ich diesen Beitrag selber privat ansprechend finden?‘‘ stellen und mit „JA“ beantworten können. Gefühle und Emotionen können Unternehmen dem Nutzer vor allem durch bewegte Bilder oder Videocontent näherbringen.

Spannende Einblicke und rege Diskussion. Foto: Jasmin Walter

Spannende Einblicke und rege Diskussion. Foto: Jasmin Walter

Ihr habt beim SpaCamp betont, dass Social-Media keine Maßnahme, sondern ein ganzheitliches Konzept ist. Wie gelingt die Planung und welche Tools helfen, damit man auf Kurs bleibt?

Von einem ganzheitlichen Konzept sprechen wir, wenn Social-Media und allgemeines Online-Marketing mit Offline-Aktionen verknüpft wird. Und wiederum die Online-Aktionen mit Offline-Events. Das kann z.B. sein, dass ich ein Event, beispielsweise ein Sommerfest, plane. Hier kann ich Flyer verteilen und Onlinewerbung machen, um auf das Event aufmerksam zu machen. Wenn die Interessenten dann vor Ort auf meinem Event sind, kann ich wiederum Aktionen gestalten, um online mehr Follower zu generieren. Die Follower, die zu dem Event nicht kommen können, kann ich durch die Stories mitnehmen, damit sie sich auch als Teil des Events und im weitesten Sinne der Marke fühlen.

Man muss beachten, dass man sowohl Kunden als auch Neukunden als Abonnenten hat oder bekommt. Die USPs der Marke sollten auf verschiedenen Ebenen kontinuierlich unterstrichen werden. Durch Überraschungsmomente verbessert sich die Kundenbindung an das jeweilige Unternehmen.

Kristina, durch deine Mutter Angelika kennst du den eigene Day-Spa-Betrieb seit frühester Kindheit. Welche Tipps kannst du Day-Spas in Sachen Social-Media geben?

Die Vielseitigkeit in dem Day Spa zeigen!

Auf unterschiedliche Bereiche eingehen, was ich als Gast alles in dem Day Spa machen kann. Zeigen, welches Team dahinter steckt und eine Wohlfühlatmosphäre auf Social-Media schaffen. Damit kann ich ein gewünschtes Gefühl bei den Followern auslösen, welches sie im besten Falle selbst erleben wollen und dann vom Follower zum Gast werden.

Die Insta-Kanäle vom FACE & BODY Day Spa und dem Spa Villa Beauty & Wellness Resort. Fotos: Screenshots 6.8.2022

Die Insta-Kanäle vom FACE & BODY Day Spa und dem Spa Villa Beauty & Wellness Resort. Fotos: Screenshots 6.8.2022

Charlotte, du kümmerst dich um den Insta-Kanal des Spa Villa Beauty & Wellness Resort. Ihr habt dort 105K Follower. Was ist das Geheimnis eures Erfolges?

Das Geheimnis unseres Erfolges ist meiner Meinung nach, dass wir uns als Unternehmen auf einer Ebene, auf Kopfhöhe, mit unseren Gästen befinden und dies genauso kommunizieren. Wir sind als Familienunternehmen nahbar, stellen den persönlichen Kontakt an erste Stelle und schaffen es, die Gäste mit kleinen Überraschungsmomenten und Emotionen – sowohl online als auch lokal vor Ort – zu begeistern. Auch mit 105k Followern haben wir genau die gleichen Werte, wie mit einem einzigen Follower – das ist nicht immer selbstverständlich.

Ein konkretes Geheimrezept, was man pauschal in allen Branchen umsetzen kann, gibt es nicht.

Man sollte seine Kreativität entfalten und auf das Feedback sowie die Kritik der Gäste oder Abonnenten eingehen und damit arbeiten.

Vielen Dank für das spannende Interview mit vielen praktischen Tipps und weiterhin viel Erfolg – on- und offline! Kristina Schermbach, FACE & BODY Academy und Charlotte Schmerbauch, SPA VILLA Beauty & Wellness Resort

Die Links zu den beiden Insta-Kanälen: