Wie aus Retreats ganzheitliche Erlebnisse werden

31. März 2026

Peter Praunsmändtl ist zertifizierter Health & Life Coach, Yoga Lehrer, Tänzer & Choreograf. Egal ob im 1:1 Coaching oder auf Yoga Retreats, Menschen zu bewegen und sie zu ermutigen, ihrem persönlichen „Way of Wellbeing“ zu folgen, ist seine Berufung. Wir haben nachgefragt und wollten wissen, was Retreats erfolgreich macht, worauf er bei der Auswahl des Hotels wert legt und warum sich eigentlich so wenige Männer für Yoga begeistern. Wer Peter Praunsmändtl persönlich kennen lernen möchte, kommt am besten zur FIBO zum Spa Day am 18. April.

Retreats sollen ganzheitliche Erlebnisse sein. Foto: Alina Atzler Fotografie
Retreats sollen ganzheitliche Erlebnisse sein. Foto: Alina Atzler Fotografie

Was ist dir bei deinen Retreats wichtig?

Für mich zählt die Kombination aus Bewegung, Natur wirklich erleben und echter Transformation. Es geht nicht nur um Yoga oder ein schönes Wochenende im Hotel. Es geht um ein Gefühl, welches ich vermitteln möchte. Ich nehme meine Teilnehmenden mit auf die schönste Reise – „die Reise zu sich selbst“. Ich möchte dabei echte „WOW-Erlebnisse“ schaffen, die noch lange Nachwirken und auch das Zeug haben, den Menschen wieder näher zu sich selbst zu bringen oder vielleicht das Leben nachhaltig zu verändern.

Gleichzeitig lege ich großen Wert auf die Atmosphäre und Lebensfreude: besondere Orte, eine starke Gruppendynamik und ein sicherer Raum, in dem jeder so sein kann wie er ist, geben den perfekten Rahmen, für tiefe Gespräche, echtes Lachen und eben eine gehörige Portion Lebensfreude.

Peter Praunsmändtl bei seinem Retreat. Foto: Alina Atzler Fotografie
Peter Praunsmändtl bei seinem Retreat. Foto: Alina Atzler Fotografie

Wie siehst du die Entwicklung von Spa & Fitness Retreats in der Zukunft?

Ich glaube, dass sich Spa & Fitness Retreats gerade total verändern – weg von reiner Entspannung hin zu echten Erlebnissen. Früher ging es oft darum, einfach mal abzuschalten. Heute hat Me-Time und Selfcare mehr Bedeutung. Menschen wollen sich wieder spüren, Klarheit gewinnen und wirklich etwas in ihrem Leben verändern. Genau deshalb werden Retreats immer ganzheitlicher. Es geht nicht mehr nur um Yoga, eine Meditation anleiten oder Fitnesskurse abhalten, sondern um die Verbindung aus Bewegung, Mindset, Energie und echter persönlicher Entwicklung.

Was ich auch ganz stark sehe: Menschen sehnen sich wieder nach echten Momenten – nach ehrlichem Austausch, nach Natur, nach einem Raum, in dem sie einfach sie selbst sein können. Nach Echtheit eben. Und ich glaube, genau darin liegt die Zukunft: Retreats, die nicht nur schön sind – sondern dich emotional berühren, dich sanft aus deiner Komfortzone führen und nachhaltig in dir wirken.

Worauf legst du bei der Wahl der Unterkunft besonders viel Wert?

Ich suche für meine Retreats eine Atmosphäre, die locker und echt ist. Nichts gekünsteltes oder besonders hübsches, einfach Echtheit. Wichtig ist mir auch, dass der Raum, in dem wir Yoga oder andere Formate praktizieren, einen guten Vibe versprüht. Ein Seminarraum mit Teppichboden oder ein Raum ohne Fenster kommt da für mich nicht in Frage. Eine entsprechende Musikbox bzw. Soundanlage setze ich ebenso voraus wie hochwertiges Equipment. Ich erlebe es in Hotels leider sehr oft, dass z. B. am Equipment wie Matten gespart wird. Da liegen oft die billigsten, z. T. dreckige Matten, nach dem Motto „legt man ja eh ein Handtuch darüber“. Es zeugt von hoher Qualität, wenn das Hotel an solchen Basics nicht spart.

Extrem wichtig ist mir auch, dass meine Teilnehmenden die Möglichkeit haben, sich auszutauschen und wer möchte, abends einen Drink an der Bar zu genießen. Ja, bei meinen Retreats darf man auch auf das Leben anstoßen.

Peter Praunsmändtl ist zertifizierter Health & Life Coach, Yoga Lehrer. Foto: Alina Atzler Fotografie
Peter Praunsmändtl ist zertifizierter Health & Life Coach, Yoga Lehrer. Foto: Alina Atzler Fotografie

Welches Bedürfnis haben Menschen, die heute zu deinen Retreats in ein Hotel kommen?

Die meisten Menschen kommen mit dem Wunsch, etwas für sich zu tun. Unser Alltag ist oft laut, hektisch und schnell – viele funktionieren nur noch und verlieren dabei die Verbindung zu sich selbst. Genau daraus entsteht dieses tiefe Bedürfnis nach Ruhe, Klarheit und echter Auszeit. Ich nenne es Me-Time, denn wir haben verlernt, unseren ganz eigenen Bedürfnissen nachzugehen und uns Zeit für uns selbst zu nehmen.

Oft ist da auch der Wunsch nach Veränderung. Etwas loslassen, sich neu ausrichten oder einfach den nächsten Schritt im eigenen Leben klarer sehen.

Du bist ein erfahrener Yogalehrer. Warum machen deiner Erfahrung nach immer noch so wenige Männer Yoga?

Ich glaube, dass viele Männer Yoga noch immer mit einem falschen Bild verbinden. Für viele steht Yoga für Spiritualität oder Esoterik. Oft wird Yoga als etwas sehr Ruhiges, Weiches oder sogar „Unmännliches“ wahrgenommen – und genau das hält viele erstmal davon ab. Dazu kommt, dass Themen wie Spiritualität, Gefühle oder auch mal innehalten für viele Männer ungewohnt sind, weil sie es so nie gelernt haben.

Was ich aber in meiner Arbeit immer wieder erlebe: Sobald Männer einmal auf der Matte stehen, und bei mir sind Männer immer herzlich willkommen, merken sie sehr schnell, wie fordernd Yoga körperlich sein kann – und wie gut es ihnen mental tut.

Ich glaube deshalb gar nicht, dass Männer kein Interesse haben – sie brauchen oft einfach einen anderen Zugang. Einen, der ihnen die Angst nimmt, dass sie „zu unbeweglich dafür sind“ oder der sie dort abholt, wo sie stehen: vielleicht über Bewegung oder aber auch über Regulation von Stress oder Performance-Druck.

Welche Rolle spielen Fitness, mentale Gesundheit und Yoga bei der ganzheitlichen Erholung für Urlaubs-Gäste?

Regeneration entsteht erst, wenn der Geist auch zur Ruhe kommt. Viele Menschen kommen im Urlaub zwar körperlich an, aber mental sind sie noch mitten im Alltag. Genau hier setzen Bewegung, Yoga und Mindset-Arbeit an: Sie helfen dabei, wirklich abzuschalten, Stress loszulassen und wieder in Verbindung mit sich selbst zu kommen.

Fitness gibt neue Energie, Yoga bringt Körper und Geist in Balance – und die mentale Arbeit sorgt dafür, dass diese Erholung auch nachhaltig wirkt und nicht nach ein paar Tagen wieder verpufft. Erst wenn alle drei Bereiche zusammenspielen, entsteht echte Regeneration – nicht nur für den Moment, sondern weit darüber hinaus.

Vielen Dank, lieber Peter Praunsmändtl für deine vielschichtigen Einblicke in Yoga und Achtsamkeit und wie aus Retreats Erlebnisse werden. Wir freuen uns schon auf die Podiumsdiskussion beim Spa Day am 18. April auf der FIBO.

Autor:in: Keven Prünster
Schlosshotel Kitzbühel