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Gute Vorsätze! 10 Tipps für einen gelungenen Web-Auftritt

Was ist besonders wichtig im Web und worauf soll man Acht geben? Wir haben mit Heike Betzwieser ihre Session „Die digitale Identität: was macht mein Unternehmen aus?“ vom letzten SpaCamp Revue passieren lassen. Im heutigen Beitrag fasst Heike 10 Tipps für Euch zusammen:

Hier bekommst Du 10 Tipps für einen gelungenen Web-Auftritt. Foto: fotolia/Rawpixel.com

Hier bekommst Du 10 Tipps für einen gelungenen Web-Auftritt. Foto: fotolia/Rawpixel.com

1. Kenne dein Geschäft

Wer über seine digitale Präsenz nachdenkt, sollte genau so starten, wie er auch sein Unternehmen gestartet hat: mit Fragen. „Warum sollten die Kunden bei mir kaufen / zu mir kommen / mich beauftragen und nicht bei einem Mitbewerber?“ Wer das nicht beantworten kann, der hat ein Problem. Denn wenn ich mein Geschäft nicht kenne, dann weiß ich auch nicht, wie meine Kunden ticken und was für meine Website wichtig ist.

Doch auch diese Fragen sind wichtig:

  • Was will ich erreichen? (mehr Kunden im Laden, Online-Buchungen …)
  • Wieviel Zeit kann ich regelmäßig investieren?
  • Wie groß ist mein Budget?

2. Kenne deine Zielgruppe

Man sollte nicht den Fehler machen, sich nur nach den Suchmaschinen oder den Trends zu richten. Agenturen reden gerne von Maßnahmen für „noch mehr Besucher“. Willst Du viele Besucher oder die richtigen Besucher auf Deiner Seite? Wenn Du das entschieden hast, kannst Du leichter die richtige Ansprache und Optik wählen, zielgruppengerecht und zu Dir passend. Die Gefahr, eine 08/15-Seite zu bauen, ist jetzt viel geringer. Das ist bei Social-Media sogar noch wichtiger, denn hier besteht sogar die Gefahr, durch die falschen Aktivitäten Kunden abzuschrecken.

3. Das Gras muss der Kuh schmecken, nicht dem Bauern

Es ist super, wenn Du stolz auf dein Geschäft bist. Du bietest viel an – toll! Aber der Kunde möchte auf den ersten Blick sehen, wie Du seine Wünsche erfüllen kannst. Es ist weniger entscheidend, ob die Kosmetik von Firma XY schon 8 Awards gewonnen hat, der Konsument muss wissen, dass sie seiner trockenen Haut Feuchtigkeit gibt. Ich kaufe auch keine hübsche Bohrmaschine, sondern ich will schnell Löcher in die Wand bohren können. Eine Website sollte daher vor allem von Lösungen für die Bedürfnisse, Probleme und Wünschen der Kunden reden.

4. Wähle die richtige Technik

Wenn Du dir ganz zu Anfang die richtigen Fragen gestellt hast, weißt Du, wieviel Geld Du für Deine Website ausgeben kannst und wieviel Zeit eingeplant ist, um sie zu pflegen. Du weißt auch, welche Zielgruppe Du mit deinem digitalen Auftritt erreichen willst. Jetzt kannst Du über die Technik nachdenken. Habe ich viele Inhalte, die ich ständig aktualisiere, brauche ich ein Redaktionssystem. Kleine Seiten können auch Anbieter von Komplettlösungen (wie z. B. Jimdo) gut abdecken. Manchmal reicht auch eine Landingpage oder ein gut gemachter Social-Media-Auftritt. Solltest Du dich für ein Redaktionssystem entscheiden, dann immer für eines mit einer großen Entwickler-Community (z. B. Typo3 oder WordPress) – so bist Du nicht auf Ewigkeit an eine Agentur gebunden. Aber das wichtigste ist: Du solltest mit der Technik zurechtkommen, denn:

Es muss ohne Support durch einen Entwickler möglich sein, die Inhalte der Seite schnell zu aktualisieren.

5. Biete dem User Orientierung

Schaffe klare Strukturen. Auch wenn Deine Website optisch etwas Besonderes sein soll, solltest Du nicht die gelernte Website-Regel über Bord werfen. Lieber weniger Links mit verständlichen und klaren Bezeichnungen. Die Navigation lieber links oder oben anordnen. Userfreundlichkeit wird meist unterschätzt, da man sich selber auf seiner Website sehr gut auskennt. Zu viele Informationen auf zu engem Raum schaden einerseits dem Suchmaschinen-Ranking, andererseits schreckt es auch Besucher ab, die eine bestimmte Information suchen. Jedes Thema, Produkt oder jede Dienstleistung bekommt eine eigene Seite mit bestimmten Suchbegriffen, die Deine Kunden verwenden. Solche Seite, die ein bestimmtes Thema behandelt, ist deutlich besser für die Besucher und Google.

Klarheit ist auf Firmenwebsites Trumpf.

Wenn Du Zweifel hast, zeige Deine Seite Menschen, die diese noch nicht besucht haben. Dann siehst Du schnell, ob diese mit der Navigation zurechtkommen.

Heike Betzwieser mit ihrer Session "Die digitale Identität: was macht mein Unternehmen aus?" beim SpaCamp 2016. Foto: SpaCamp / Dirk Holst, www.dhstudio.de

Heike Betzwieser mit ihrer Session „Die digitale Identität: was macht mein Unternehmen aus?“ beim SpaCamp 2016. Foto: SpaCamp / Dirk Holst, www.dhstudio.de

6. Schaffe einen Sinn für den User

Man sollte auf jeden Fall einen Mehrwert bieten, den die Besucher brauchen und positiv aufnehmen. Neben den Informationen über dein Business gehört auch ein gewisser Unterhaltungswert dazu: schöne Bilder, Videos und gut geschriebene Texte. Und denke daran: kurz und knackig bleiben und immer informativ. Das heißt konkret:

  • Kurze Texte mit Absätzen
  • saubere Rechtschreibung
  • inhaltlich treffende Überschriften
  • Fachbegriffe solltest Du erklären

Auch die Optik sollte zum Firmenauftritt und zum Firmenimage passen, damit sich ein insgesamt rundes Bild ergibt. Denn wie sagt man so schön: „Ein Bild sagt mehr als tausend Worte“. Deshalb sollte es auch was sagen! Symbolbilder sind hübsch, geben dem Webseitenbesucher aber keinen Mehrwert mit. Er wird sie sofort wieder vergessen.

7. An die Suchmaschinen denken

Es fällt vielen Selbständigen und Unternehmern schwer, die für das Suchmaschinen-Ranking so wichtigen Backlinks zu bekommen. Dabei ist das relativ einfach. Gehe auf deine Kunden und Lieferanten (deiner Produkte beispielsweise) zu und bitte um Backlinks. Aber auch in Google findet man regionale bzw. thematische Verzeichnisse, in denen sich der Eintrag lohnt. Und auch Verbände bieten ihren Mitgliedern die Möglichkeit, auf die eigene Website zu verlinken.

8. Immer an die Sicherheit denken

Es ist erschreckend, wie viele Firmenwebsites keine korrekte Anbieterkennzeichnung besitzen. Das kann schnell Ärger mit der Konkurrenz geben. Bei Online-Shops ist das noch kritischer. Stelle sicher, dass deine Website alle rechtlichen Anforderungen erfüllt. Infos dazu bekommst Du hier:

9. Immer dran bleiben

Oft sieht der Besucher einer Website noch zu Ostern die Weihnachtsangebote – weil mal wieder keine Zeit für die Website war. Das wirkt lieblos und unprofessionell. Lege daher ein Zeitbudget fest, das regelt, wie viel Zeit Du oder Deine Mitarbeiter in Deine Website investieren. Jede Woche 30 Minuten rentieren sich.

10. Kostenlose Wege nutzen

Eine Website ist zwar heute im Web immer noch die Regel, aber es gibt natürlich auch regelmäßig neue Entwicklungen. So sollte man auch als kleiner Selbständiger die Macht der Social Websites nicht unterschätzen. Aber auch ein Blog oder ein Facebook/Instagram-Profil kann ein sehr gutes Marketing-Instrument für Selbständige sein und die eigene Firmen-Website sehr gut ergänzen/ersetzen. Bitte bedenke jedoch: dieser Weg mag preisgünstig erscheinen – plane allerdings genug Zeit ein und vergiss nicht die vorangegangenen Tipps.