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Wasser, Kombucha, Kefir. Andreas Blum verrät, wie man Wellnessdrinks einfach selbst herstellt

Bei seiner Session beim SpaCamp 2019 diskutierte Andreas Blum mit den Teilnehmer*innen über die „natürliche Wunderwaffe“ Wasser sowie Fermentsäfte wie Kombucha oder Kefir. Er erklärte darüber hinaus, wie diese Wellnessdrinks ganz einfach selbst hergestellt werden können. Im Interview gibt uns Andreas Blum einen Einblick in die Aufgaben und „Inhaltsstoffe“ des (Leitungs-)Wassers und verrät uns ein DIY-Rezept für einen Wellnessdrink.

Kombucha kann ganz einfach selbst hergestellt werden. Foto: Adobe Stock/ sveta_zarzamora.

Kombucha kann ganz einfach selbst hergestellt werden. Foto: Adobe Stock/sveta_zarzamora

Lieber Andreas, in deiner Session hast du die Frage nach „gesundem Wasser“ gestellt. Was unterscheidet „herkömmliches“ Leitungswasser von „gesundem Wasser“?

Vielen ist nicht bewusst, welche Funktion Wasser in unserem Organismus hat. Zunächst dient es als Lösungsmittel, um Nährstoffe sowie Abfallprodukte aufzunehmen und anschließend zu transportieren. Nährstoffe werden zu den Organen und in die Zellen transportiert. Abfallstoffe (Schlacken, Gifte etc.) werden aus dem Körper hinausbefördert (= Reinigungseffekt). Daher sollte das Wasser möglichst viel Kapazität für diese Aufgaben haben. Ist dieses aber mit vielen anderen Stoffen bereits „beladen“, fällt dies verständlich schwer. Da unsere Nieren täglich 1500 bis 1900 Liter Blut filtern, sollte dies nicht zu sehr belastet sein.

83,6 Prozent der Deutschen nehmen täglich Medikamente. 60 bis 90 Prozent der Medikamente werden wieder ausgeschieden und 97 Prozent davon verbleiben im Wasser, auch nach dem Klärwerk (die drei Prozent Rest sind Klärschlamm). Es sind 2000 bis 3000 Stoffe im Leitungswasser nachweisbar (Medikamente, Antibiotika, Hormone, Pestizide etc.). Über den zusätzlichen Effekt durch die Vermischung dieser Wirkstoffe liegen keine Untersuchungen vor.

200 Stoffe (also lediglich zehn Prozent) sollten laut WHO untersucht werden. Allerdings werden nur 55 Stoffe überhaupt gemessen (30 Stoffe bei Flaschenwasser). Passen die gemessenen Werte im Wasser nicht in die Grenzwerte, wird chemisch aufbereitet. Salzsäure und Schwefelsäure müssen immer als Korrosionsschutz zugesetzt werden, Wasserstoffperoxid macht das Wasser klar. Die aktuellen Grenzwerte in µS liegen bei 2500. Im Jahr 1980 lag der Grenzwert noch bei 280! Ärzte allerdings empfehlen einen Wert von 80 und Heilpraktiker 15 bis 30.

Kommen wir zu den Wellnessdrinks. Was mögen die Spa-Gäste?

Am beliebtesten ist Kombucha. Dieser kann in vielen Geschmacksrichtungen einfach hergestellt werden. In Singapur hat ein Hotel selbstgebrauten Kombucha als Pausengetränk für eine Konferenz angeboten – sie stellten dort bis zu 400 Liter auf einmal her. Aber auch im kleineren Stil, z.B. mit Vier-Liter-Gläsern, ist der Kombucha mit wenig Aufwand in sieben bis zwölf Tagen trinkfertig.

Die gesundheitlichen Vorzüge sollten natürlich auch vom Spa kommuniziert werden. Beispielsweise kann man auch kleine Kurse zum Selberbrauen zu Hause anbieten. Bei jedem Glas Kombucha zu Hause muss der Gast dann unweigerlich an den Spa denken.

Andreas Blum bei seiner Session beim SpaCamp 2019. Foto: DH STUDIO Köln, Dirk Holst.

Andreas Blum bei seiner Session beim SpaCamp 2019. Foto: DH STUDIO Köln, Dirk Holst

Welche Wellnessdrinks zum Selbermachen kannst du noch empfehlen?

Ich liebe Ingwerbier. Das kann man auch toll mit Gin zu einer probiotischen Variante eines Gin Tonic zubereiten.

Kannst du uns noch ein schnelles und einfaches Rezept verraten?

Sehr einfach geht auch Wasserkefir (ist aber Geschmackssache). Um diesen zu Hause selbst herzustellen, brauchst du folgende Zutaten:

  • 30g Wasserkefir-Kristalle (z.B. Überschüsse von Nutzern bei eBay Kleinanzeigen günstig kaufen)
  • 30g Trockenfrüchte (naturell und ungeschwefelt)
  • 60g Rohrohrzucker (als Futter für die guten Bakterien)

Alle Zutaten werden in ein Ein-Liter-Glas gefüllt. Dann wird alles gut umgerührt und mit einem sauberen Strumpf (gegen Fruchtfliegen) abgedeckt. Nach ein bis zwei Tagen an einem schattigen, warmen Ort ist das Getränk trinkfertig und die Wasserkefir-Kristalle können gleich wieder für den nächsten Ansatz verwendet werden.

Zur Veredlung kann der Wasserkefir in einem zweiten Fermentationsprozess aromatisiert werden, indem man Früchte und/oder Gewürze hinzufügt und ihn noch einen weiteren Tag fermentieren lässt. Danach kann der fertige Wellnessdrink über ein Sieb in eine Flasche abgefüllt werden und hält sich viele Wochen. Aber Achtung! Am besten kühl stellen und ab und zu etwas Kohlensäure entweichen lassen, da Wasserkefir diese liebend gerne in großen Mengen produziert.

Eine Anleitung für Kombucha ist auf meinem YouTube-Kanal zu finden. Hier folgt auch noch eine Anleitung zur Herstellung von Ingwerbier. Viel Spaß beim Fermentieren, Genießen und dabei, deine Gesundheit aufs nächste Level zu bringen!

Vielen Dank, Andreas Blum, für deine interessante Session beim SpaCamp 2019 und deinen aufschlussreichen Einblick in die Welt der Wellnessdrinks.