KI & Automatisierung – Status Quo & Alltagsnutzen

18. November 2025

Künstliche Intelligenz ist längst in unserem Alltag angekommen – auch in der Spa-Branche gewinnt sie zunehmend an Bedeutung. Werner Haring, Geschäftsführer von qbits, beschäftigt sich intensiv mit diesem Thema. Beim SpaCamp 2025 hat er in seiner Session gezeigt, wie vielfältig die Einsatzmöglichkeiten von KI bereits sind. Wir haben nun mit ihm darüber gesprochen, wo KI heute echten Mehrwert schafft und wie Unternehmen sich optimal für die Zukunft positionieren können.

KI & Automatisierung. Foto: Chaosamran_Studio – stock.adobe.com
KI & Automatisierung. Foto: Chaosamran_Studio – stock.adobe.com

Lieber Werner, du hast beim SpaCamp 2025 eine faszinierende Session gehalten. Wo würdest du sagen, bietet KI aktuell guten Möglichkeiten im Spa und in der Hotellerie?

KI bietet im Spa- und Hotellerie-Bereich neben dem Optimierungspotenzial im Back-Office ganz klar Potenzial in der Personalisierung der Dienstleistungen. Besonders die junge Generation fordert ein auf sie zugeschnittenes Angebot. KI kann hier viel im Bereich von Empfehlungsalgorithmen oder Individualisierung des Angebots und der Kommunikation leisten. Der gesamte Gäste-Flow, von der Erstinformation, über die Buchung, den Besuch eines Betriebs, bis zur Nachinformation, kann mit KI persönlich und individuell gestaltet werden, um so die Zufriedenheit des Gastes zu verbessern. Das Ergebnis ist eine höhere Bindung des Gastes an den Betrieb, treffendere Behandlungen und Services während des Aufenthalts und ein rundum zufriedener Gast mit höherer Weiterempfehlungswahrscheinlichkeit, nach der Abreise.

Werner Haring bei seiner Session "KI & Automatisierung". Foto: SpaCamp/Lukas Geu
Werner Haring bei seiner Session „KI & Automatisierung“. Foto: SpaCamp/Lukas Geu

Immer mehr Menschen nutzen KI, um nach Produkten oder auch Urlaubsangeboten zu suchen. Wie wird das eigene Unternehmen hier auch weiterhin gefunden?

Das ist aktuell ein sehr heißes Thema. Alle wollen von KI gefunden und empfohlen werden. Wie bisher bei der Suchmaschinenoptimierung (SEO), wo es darum ging, von Google, Bing und Co. gut platziert zu werden, versuchen nun alle, für ChatGPT, Perplexity, Gemini optimiert zu kommunizieren. Unter dem Begriff Generative Engine Optimization (GEO) hat sich hier eine eigene Disziplin entwickelt, die versucht, Strategien zu erarbeiten, um optimal auffindbar zu sein.

Neben einigen technischen Grundlagen, welche aber schon immer auch für SEO oder auch die Barrierefreiheit einer Website notwendig oder zumindest sehr nützlich waren, gibt es hier vor allem inhaltliche Tipps, die zu einer besseren Verarbeitung des eigenen Angebots durch die KI führen. Ich persönlich halte vor allem das konsequente Antizipieren von Fragen des Nutzers, sowie eine Kurzzusammenfassung – in Form von wenigen Sätzen und einer Aufzählungsliste – zu Beginn des Inhalts, für sehr relevant.

Was schon immer dem Content einer Website zugrunde lag, nämlich dem Nutzer Informationen zur Verfügung zu stellen, um Fragen zu beantworten, wird nun wichtiger denn je. Also gerne im Text auf der Website in Überschriften Fragen formulieren und diese im folgenden Absatz beantworten. So fällt es der KI leichter die Authentizität und Validität des Inhalts zu prüfen. Abseits dieser Optimierungsstrategien zeigen sich auch technische Entwicklungen, wie eine eigene Sitemap für Suchmaschinen in Form eines llms.txt Files, welche allerdings noch in den Kinderschuhen stecken und nicht als Erfolgsgarant herangezogen werden können.

Im Idealfall lernt KI das eigene Unternehmen immer besser kennen. Welche Tools sollte man sich hier ansehen – auch im Hinblick auf Datenschutz und sensible Unternehmensdaten?

Um der KI Informationen über mein Unternehmen anzuvertrauen, muss vorab die richtige Grundlage geschaffen werden. Es sollte hierbei immer das Thema Datensicherheit und Datenschutz mitbedacht werden. Ein Bezahl-Account bei dem gewählten KI-Dienst stellt eine Basis hierfür dar. Das Evaluieren, welche Inhalte man wirklich in das Service laden möchte und kann, ist der nächste Schritt. Wenn es darum geht, auch sensible Informationen zu verarbeiten, muss man wohl oder übel darauf zurückgreifen, ein KI-Modell lokal mit Informationen zu füttern. Solche Daten haben in der Cloud nichts zu suchen. Dies bedeutet natürlich einen erheblichen technischen Mehraufwand, muss aber bei Kunden- oder auch Gesundheitsdaten definitiv als Option ins Auge gefasst werden.

Wenn es darum geht, einfache Anwendungen bspw. für das Back-Office zu erstellen bzw. hier Prozesse zu unterstützen, sind Custom GPTs eine tolle Möglichkeit. Mit einem Bezahl-Account bei Chat-GPT lassen sich hier eigene Assistenten erstellen, die auf einem vom Nutzer definierten Briefing basierend Aufgaben erledigen. Es muss also nicht, wie bei Chat GPT üblich, in jedem Chat der gesamte Kontext meines Umfelds mitgegeben werden. Ein Custom GPT weiß genau, was er wissen muss, um eine konkrete Aufgabe zu erfüllen und mir einen vordefinierten Output zu liefern.

Werner Haring, Geschäftsführer bei qbits. Foto: qbits
Werner Haring, Geschäftsführer bei qbits. Foto: qbits

In deiner Session ging es auch um Automatisierung mit KI. Viele haben davor Angst, hier buchstäblich die Kontrolle zu verlieren. Wie kann man hier erste Schritte gehen? Welche Tools schlägst du vor und welche Aufgaben eignen sich für den Start?

Die Kontrolle muss man bei der Integration von Automatisierungen definitiv nicht abgeben. Wir arbeiten hier stark mit dem Tool „N8N“, welches auf einem eigenen Server betrieben werden kann und dann gut kontrollierbare Betriebskosten verursacht. Zu Beginn macht es immer Sinn, einen „Human in the Loop“ Prozess zu haben, bei dem einzelne Schritte eines Prozesses im Unternehmen an die Automatisierung übergeben werden, ein Mensch aber dazwischengeschaltet ist, um bspw. vorgenerierte E-Mails an Kunden zu bestätigen.

Wenn hier ausreichend Vertrauen da ist, kann der Prozess nach und nach vollautomatisiert werden. Die Einbindung des Menschen zu Beginn hilft zum einen, um Vertrauen zu gewinnen, aber auch, um die Fälle abseits des „Idealfalls“ aufzudecken und eine Strategie zur Bearbeitung zu entwickeln. Wir versuchen, mit unseren Kunden hier immer eine klare Strategie zu haben, wenn es um die Einführung dieser Technologie geht: Erstens ermitteln wir die Abläuft, die viel Zeit in den Unternehmensprozessen brauchen, und skizzieren diese. Dann filtern wir genau die Teile in diesen Aufgabenheraus, die immer gleich ablaufen und wenig Entscheidungen innerhalb des Vorgehens brauchen. So bekommen wir besonders die Dinge automatisiert, die klar definiert im Ablauf sind und deren Output gut bzgl. Korrektheit kontrollierbar ist. Ist dieser Schritt gesetzt und ein solches System implementiert, ist der Weg für weitere Automatisierung frei.

Vielen Dank, lieber Werner Haring von qbits für deine Einblicke in die erstaunliche Welt der KI und ihre Einsatzmöglichkeiten.


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SpaCamp / DI (FH) Wolfgang Falkner, Inhaber: DI (FH) Wolfgang Falkner (Firmensitz: Österreich), verarbeitet zum Betrieb dieser Website personenbezogene Daten nur im technisch unbedingt notwendigen Umfang. Alle Details dazu in der Datenschutzerklärung.
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