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SpaCamp-Sessions Raum 2: Für echtes re:connect braucht es Menschlichkeit

21. Oktober 2026

Wer bei den gewählten Impulsen und Diskussionen im Raum 2 dabei war, hat viele spannende Ideen und neue Perspektiven mitgenommen. Von Schlaf und mentaler Gesundheit über Longevity und Healing Architecture bis hin zu KI und der Zukunft der Spa-Teams war einiges dabei. Hier bekommt ihr noch einmal einen kleinen Einblick in die Sessions und unsere persönlichen Take-Aways.  

Eine echte "Herz. Haltung. Hände." Diskussion mit Renate Brandl im Raum 2. Foto: SpaCamp/Lisa Rettenbacher
Eine echte "Herz. Haltung. Hände." Diskussion mit Renate Brandl im Raum 2. Foto: SpaCamp/Lisa Rettenbacher

Zwischen Automatisierung und Bauchgefühl 

Christoph Hoenig, Geschäftsführer des Neumühle Resort & SPA, ermutigte die SpaCamp-Community KI auszuprobieren, ohne die Seele des Spa-Erlebnisses zu verlieren. Künstliche Intelligenz bietet vielfältige Möglichkeiten für Marketing, Content, Kommunikation und administrative Aufgaben. Entscheidend ist, Technologie dort einzusetzen, wo sie Mitarbeitende entlastet, und Zeit für diese schafft. Denn während KI Prozesse vereinfachen kann, bleiben persönliche Begrüßung, Berührung, individuelle Beratung, Beschwerdemanagement und echtes Bauchgefühl menschliche Stärken. Je digitaler die Welt, desto wertvoller werden persönliche Begegnungen und echte Gastfreundschaft. Spannend war der Einblick in die mit KI eigens entwickelte Buchungssoftware, die genau auf die Bedürfnisse des Hotels zugeschnitten sind. Die Möglichkeiten sind heute vielfältig wie nie und laden dazu ein, Neues selbst auszuprobieren.

Christoph Hoenig, Geschäftsführer des Neumühle Resort & SPA spricht über Möglichkeiten der KI. Foto: SpaCamp/Lisa Rettenbacher
Christoph Hoenig, Geschäftsführer des Neumühle Resort & SPA spricht über Möglichkeiten der KI. Foto: SpaCamp/Lisa Rettenbacher

Soft Skills die wirklich zählen 

Wie entsteht ein Spa-Erlebnis, das Gästen wirklich in Erinnerung bleibt? In der Diskussion mit Renate Brandl, Beraterin für Spa- & Gesundheitskonzepte, rund um die Zukunft der Spa-Teams standen die Softskills, die wir als Mensch mitbringen im Mittelpunkt. Empathie, aktives Zuhören und individuelle Aufmerksamkeit sind genauso wichtig wie fachliche Kompetenz. Nicht jeder Gast braucht dasselbe entscheidend ist, Bedürfnisse wahrzunehmen und ohne vorschnelle Bewertung darauf einzugehen. Dafür braucht es eine Unternehmenskultur, die Mitarbeitenden Zeit, Unterstützung und Entwicklungsmöglichkeiten gibt. Gute Führung bedeutet, individuelle Stärken und Talente zu erkennen, gezielt einzusetzen und durch offene Kommunikation ein Team zu schaffen, in dem Menschen sich entfalten können. 

Welche Qualitäten brauchen Mitarbeiter:innen? Diskussion mit Renate Brandl, Beraterin für Spa- & Gesundheitskonzepte. Foto: SpaCamp/Lisa Rettenbacher
Welche Qualitäten brauchen Mitarbeiter:innen? Diskussion mit Renate Brandl, Beraterin für Spa- & Gesundheitskonzepte. Foto: SpaCamp/Lisa Rettenbacher

Klar positioniert ist authentisch erlebbar 

Eine starke Positionierung beginnt mit Klarheit: Wofür steht ein Hotel und was macht es aus Gästesicht unverwechselbar? In der Diskussion mit Gesine Ponto, SPA-Consultant von CIERE – SPA Management, wurde deutlich, dass es nicht reicht, einfach anders sein zu wollen. Vielmehr braucht es ein stimmiges Konzept und einen roten Faden, der sich durch alle Kontaktpunkte zieht. Social Media und Website prägen den ersten Eindruck, während KI-gestützte Suche und neue Buchungswege die Customer Journey verändern. Umso wichtiger ist ein konsistenter Markenauftritt über alle Kanäle hinweg. Menschen, Bilder und Emotionen machen die Positionierung schließlich erlebbar und helfen Gästen, sich mit dem Angebot zu identifizieren. Anhand eines Best-Practice-Beispiels wurde deutlich, wie Positionierung gelebt werden kann. Das zentrale Thema Natur und Wald spiegelt sich nicht nur in der Kommunikation wider, sondern auch in Architektur, Materialien, Gästeerlebnissen und sogar in der Gestaltung des Arbeitsalltags der Mitarbeitenden. So entsteht eine authentische Markenidentität, die auch international wiedererkennbar ist.

Mit Gesine Ponto, SPA-Consultant von CIERE – SPA Management sind wir in das Thema Positionierung eingetaucht. Foto: SpaCamp/Lisa Rettenbacher
Mit Gesine Ponto, SPA-Consultant von CIERE – SPA Management sind wir in das Thema Positionierung eingetaucht. Foto: SpaCamp/Lisa Rettenbacher

Schlaf darf Teil des Gästeerlebnisses sein

Schlaf ist ein oft unterschätztes Potenzial der Hotellerie, sowohl für die Gesundheit als auch für die Positionierung eines Hauses. Im Impuls von Robert Kruschke, Head of Medical & Wellness bei Blackroll, wurde deutlich, wie Hotels Schlaf gezielt in die gesamte Guest Journey integrieren können: von einer schlaffördernden Zimmerausstattung über Abendrituale bis hin zu Morgenroutinen und kleinen Hilfsmitteln wie Schlafhörbüchern oder einer Schlafkompetenz-Karte. Das Ziel ist mehr als eine erholsame Nacht: Gäste sollen verstehen, was ihren Schlaf unterstützt, und hilfreiche Routinen mit nach Hause nehmen. So wird Schlaf zu einem Erlebnis, das über den Aufenthalt hinauswirkt und die Gästebindung stärken kann. 

Robert Kruschke, Head of Medical & Wellness bei BLACKROLL, hat uns die Bedeutung von Schlaf für Gesundheit und Wohlbefinden nähergebracht. Foto: SpaCamp/Lisa Rettenbacher
Robert Kruschke, Head of Medical & Wellness bei BLACKROLL, hat uns die Bedeutung von Schlaf für Gesundheit und Wohlbefinden nähergebracht. Foto: SpaCamp/Lisa Rettenbacher

Wie weit fließt mentale Gesundheit im SPA mit ein? 

In der Diskussion mit Bernd Slovak-Mayer von BTL Österreich ging es darum, wie Spas die mentale Gesundheit unterstützen können und wo die Grenzen klassischer Wellnessangebote liegen. Bernd hat uns dazu inspiriert, Glück einmal anders zu betrachten: Glück bedeutet auch, nicht jedem Impuls sofort folgen zu müssen. Die Fähigkeit, innezuhalten und sich selbst zu regulieren, spielt dabei eine wichtige Rolle. Gleichzeitig wurde deutlich, dass mentale Erholung Vertrauen und Zeit braucht. Nicht jeder Gast möchte sich im Urlaub intensiv mit seiner Psyche beschäftigen. Neue Technologien und wissenschaftlich fundierte Anwendungen können eine wertvolle Ergänzung sein besonders dann, wenn sie in ein ganzheitliches Konzept eingebettet sind, das auch den Alltag und Lebensstil der Menschen berücksichtigt. 

Bernd Slovak-Mayer von BTL Österreich hat die Teilnehmer:innen daran erinnert, dass wir unser Glück auch selbst beeinflussen können. Foto: SpaCamp/Lisa Rettenbacher
Bernd Slovak-Mayer von BTL Österreich hat die Teilnehmer:innen daran erinnert, dass wir unser Glück auch selbst beeinflussen können. Foto: SpaCamp/Lisa Rettenbacher

Räume, die uns guttun 

In ihrem Impuls hat uns Gracia Arnsburg, Innenarchitektin und Dozentin an der Deutschen Hotelakademie Köln gezeigt, wie sehr Räume beeinflussen, wie wir uns fühlen. Bei Healing Architecture geht es darum, die Natur bewusst in die Architektur zu holen, durch Pflanzen, Wasser, Tageslicht, natürliche Materialien und organische Formen. Das kann helfen, Stress zu reduzieren und Erholung zu fördern. Besonders spannend war der Gedanke, dass ein Raum selbst Teil des Spa-Erlebnisses sein kann. Gracia hat uns auch die „Heilenden Sieben“ nähergebracht: von Orientierung und angenehmen Klängen über Gerüche bis hin zu Weitblick und Rückzugsmöglichkeiten. Denn wir brauchen beides, Räume, die Begegnung ermöglichen, und Orte, an denen wir ganz für uns sein können. Gute Architektur sieht nicht nur schön aus, sondern fühlt sich auch gut an. 

Gracia Arnsburg von der Deutschen Hotelakademie Köln hat den Teilnehmer:innen einen Einblick in Healing Architecture gegeben. Foto: SpaCamp/Lisa Rettenbacher
Gracia Arnsburg von der Deutschen Hotelakademie Köln hat den Teilnehmer:innen einen Einblick in Healing Architecture gegeben. Foto: SpaCamp/Lisa Rettenbacher

Wo ist der Mehrwert der KI? 

In der Diskussion mit Julia Göddeke vom Sauerland-Tourismus haben wir darüber gesprochen, wo KI heute schon ganz praktisch helfen kann. Von der Recherche über Meeting-Protokolle bis hin zu Social-Media-Posts, Newsletters und Excel-Tabellen gibt es viele Möglichkeiten, sich die Arbeit zu erleichtern. Besonders hängen geblieben ist, wie wichtig es ist, der KI eine klare Aufgabe zu geben: Je genauer wir formulieren, was wir brauchen, desto hilfreicher wird das Ergebnis. 

Gleichzeitig wurde deutlich, dass nicht alles automatisiert werden muss. Gerade im Tourismus bleibt der persönliche Kontakt entscheidend. KI kann unterstützen und vorbereiten, aber echte Begegnungen und individuelle Beratung nicht ersetzen. Und natürlich gehören auch Datenschutz und ein bewusster Umgang mit sensiblen Informationen dazu. Unser Take-away: ausprobieren, voneinander lernen und dort einsetzen, wo KI wirklich einen Mehrwert schafft.  

Mit Julia Göddeke vom Sauerland-Tourismus haben wir Anwendungsbeispiele der KI gesammelt. Foto: SpaCamp/Lisa Rettenbacher
Mit Julia Göddeke vom Sauerland-Tourismus haben wir Anwendungsbeispiele der KI gesammelt. Foto: SpaCamp/Lisa Rettenbacher

Wenn re.connect erlebbar wird

Raphaela Diederich und Stephanie Schya von der Seezeitlodge Hotel & Spa haben uns mit auf ihre Reise genommen und gezeigt, wie sie das re.connect-Konzept entwickelt und im Haus verankert haben. Es war schön zu sehen, wie viel Zeit, Herzblut und gemeinsame Arbeit hinter diesem Prozess stecken. Entscheidend für den Erfolg ist, dass das Spa-Konzept im gesamten Hotel gelebt wird. Darum wurden auch alle Abteilungsleitungen eingebunden. Die vier Erlebniswelten: Kraft aufbauen, Basis aktivieren, Energie freisetzen und mental stärken, geben den Gästen Orientierung. Mit dem eigens entwickelten „Erlebniskompass“ sollen individuelle Bedürfnisse künftig noch gezielter mit passenden Erlebnissen und Behandlungen verbunden werden. 

Auch die Mitarbeitenden wurden aktiv eingebunden. Bei einer internen Roadshow konnten sie Produkte selbst erleben und deren Wirkung kennenlernen, um Gäste authentisch beraten zu können. Ein stimmiges Konzept entsteht, wenn Vision, Natur, Rituale, Architektur und Menschen zusammenspielen und die Verbindung zu sich selbst nicht nur kommuniziert, sondern im Alltag erlebbar wird. Und das haben wir bei diesem Impuls besonders schön spüren und miterleben dürfen. 

Raphaela Diederich und Stephanie Schya von der Seezeitlodge Hotel & Spa haben ihren Weg zum neuen Re.connect Konzept mit uns geteilt. Foto: SpaCamp/Lisa Rettenbacher
Raphaela Diederich und Stephanie Schya von der Seezeitlodge Hotel & Spa haben ihren Weg zum neuen Re.connect Konzept mit uns geteilt. Foto: SpaCamp/Lisa Rettenbacher

Wir haben wieder viele Erkenntnisse gesammelt

Die Sessions beim SpaCamp 2026 haben gezeigt, wie vielfältig die Wege sind, um im Spa und in der Hotellerie echte Verbindung zu schaffen. Im Mittelpunkt steht immer die Frage, wie wir unseren Gästen wirklich etwas Gutes tun können. Technologie und neue Konzepte können uns dabei unterstützen. Entscheidend bleiben aber die Menschen, die sie mit Leben füllen. 

Ein herzliches Dankeschön an alle Teilnehmer:innen, die ihre Themen eingebracht, Sessions geleitet und ihre Erfahrungen mit uns geteilt haben. Ihr habt das SpaCamp 2026 mit euren Perspektiven und Impulsen bereichert und gezeigt, wie viel wir voneinander lernen können. Alle Teilnehmenden des SpaCamp 2026 erhalten das Whitepaper mit weiteren Thesen als PDF im Nachgang.

Den allgemeinen Rückblick zum SpaCamp 2026 im TAUERN SPA kannst du hier nachlesen. Nächste Woche werfen wir im SpaCamp Magazin einen Blick in den Session-Raum 1. Die Themen sind mindestens so spannend.

Autor:in: Anja Gfrerer
SpaCamp / A Touch of Grace